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Politik

Verhaftungen im Fall des Journalistenmords

Dienstag, den 28. August 2007 um 15:33 Uhr von Ludwig De Braekeleer
Anna Politkowskaya war eine Journalstin mit Courage und Entschlossenheit. Photo: screenshot (via ariva.de)

Die russische Journalistin Anna Politkowskaya wurde im Oktober erschossen.

Zehn Russen wurden wegen des Verdachts, die investigative Journalistin Anna Politkovskaya ermordet zu haben, verhaftet. Die Identitäten aller Verdächtigen ist zwar noch nicht bekannt, doch der russische Generalstaatsanwalt Juri Tschajka gab bekannt, dass unter anderem ein Offizier des russischen Geheimdienstes FSB und ein Anführer einer von Tschetschenen organisierten kriminellen Bande unter den Verhafteten seien. “In sehr naher Zukunft werden sie angeklagt werden”, sagte Tschajka.

Politkowskaya war ohne Zweifel die schärfste Kritikerin von Präsident Wladimir Putin. Die hochgeschätzte Journalistin wurde im letzten Oktober erschossen. Ihr wurde mehrere Male in den Körper und einmal in den Kopf geschossen, als sie gerade den Aufzug ihres Appartements in Moskau verließ. Am Tatort fand man eine Makarov Neun-Millimeter, was einen Auftragsmord sehr nahelegt. Ein Nachbar fand ihre Leiche kurz nach 17.00 Uhr. Politkowskaya wäre diese Woche 49 Jahre alt geworden.

Laut Tschajka wurde der Mordkomplott gegen Politkowskaya außerhalb Russlands geschmiedet.

Tschajka sagte, dass das Attentat sehr gut organisiert gewesen wäre und dass Politkowskaya wohl ständig von zwei Teams überwacht worden sei. Tschajka nannte nur wenige Details des Geschehens, erklärte aber, dass Politkowskaya die Person, die ihren Mord in Auftrag gab, kannte und auch getroffen habe.

“Die Individuen, die daran interessiert waren, Politkowskaya zu beseitigen, können nur Leute sein, die jenseits russischer Grenzen leben”, erklärte Tschajka in einer Pressekonferenz. “Vor allem Leute und Strukturen, die daran interessiert sind, das Land zu destabilisieren, die konstitutionelle Ordnung durcheinander zu bringen, eine Krise in Russland zu schüren… könnten etwas von einem solchen Verbrechen haben. [Sie streben] eine Rückwendung zum früheren System an, unter dem Geld und Oligarchen alles entschieden haben”, fügte er hinzu. Laut Tschajka könnten dieselben Personen, angeführt von einer Moskauer Organisation unter Führung eines Tschetschenen, ebenso für die die Ermordung von Paul Klebnikov, dem früheren Chef-Redakteur der russischen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Forbes, im Jahr 2004 verantwortlich sein, wie für die Tötung von Andrei Kozlov, dem ehemaligen Vize-Chef der russischen Zentralbank, im letzten Jahr.

“Ich denke, dass sind ernstzunehmende Verhaftungen, die auf realem Beweismaterial basieren”, erörtert Alexei Simonov, Vorsitzender der Stiftung zur Verteidigung von Glasnost, eine führende Wächterin über russische Medienrechte. Simonov zweifelt allerdings daran, dass wir jemals erfahren, wer hinter diesem Mord steckt. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die russischen Behörden “den Fall Richtung London bugsieren”. Die Redakteure der Novaya Gazeta, der Zeitung von Politkowskaya, waren unter extremen Druck als sie berichteten, dass Boris Beresowski den Mord in Auftrag gab. “Die Zeitung wurde sehr belastet, da sie das starke Gefühl hatten, dass dies blanker Unsinn war”, sagte Simonov. Der ehemalige Präsident Michail Gorbatschow sagte der Nachrichtenagentur Interfax, dass der Mord ein “primitives Verbrechen… ein übles Verbrechen gegen das Land, gegen alle von uns” gewesen sei. Gorbatschow glaubt, dass der Mord von jemandem in Auftrag gegeben wurde, der den Kreml in Verruf bringen wollte.

Politkowskaya wurde an Putins 54. Geburtstag ermordet.

“Sie war eine Journalistin mit außergewöhnlicher Courage und Entschlossenheit, und ihre Berichterstattungen über den Konflikt in der Tschetschenischen Republik versorgten die russische Öffentlichkeit und den Rest der Welt mit einem unabhängigen Einblick in das Schicksal einfacher Leute, die in diesen Konflikt gefangen waren”, sagt Terry Davis, Generalsekretär des Europarats. Einem Statement der Novaya Gazeta zufolge, “waren zwei geführte kriminelle Gruppen in ihre Ermordung involviert, dieselben kriminellen Strukturen, die ihr Recht durchsetzen wollten, über die Anna mehr als einmal geschrieben hatte”.

Dieser Artikel erschien zuerst bei OhmyNews. Übersetzung und Veröffentlichung durch die Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von OhmyNews.

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  1. Readers Edition » Anti-Schwulen Demo, Neo-Faschisten und Gonzales’ Rücktritt - Bürgerjournalismus weltweit

    am 29. August 2007 um 03:12 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Über die Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Mord an der Journalistin Anna Politkowskaya schreibt Ludwig de Braekeler. Die Readers Edition hat den Artikel für Sie übersetzt, sie finden ihn hier. […]

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