2,6 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Diese erschreckende Zahl hat kürzlich der Deutsche Kinderschutzbund veröffentlicht. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen will darauf mit einer Erweiterung des Kinderzuschlages für Familien mit geringem Einkommen reagieren. Jetzt fordert die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann kostenlose Kita-Plätze für Bedürftige.
Das Familienministerium hat seine Arbeit erledigt, sagt von der Leyen in einem Gespräch mit dem “Deutschlandfunk“: “Der Kinderzuschlag ist fix und fertig durchgearbeitet, er ist akzeptiert, er ist gut. Das neue Konzept muss jetzt eingeführt werden.”
Beratungen im September
Das Bundeskabinett will im September in die Beratungen einsteigen. Dazu die Bundesfamilienministerin: “Dann bleibt genügend Zeit, um bis Ende des Jahres die nötigen gesetzgeberischen Schritte zu tun.”
Weiter geht Margot Käßmann als Oberhaupt der evangelischen Christen in Niedersachsen in einem Gespräch mit der in Hannover erscheinenenden “Neuen Presse“: “Gerade Kinder aus armen Familien sind angewiesen auf gute Betreuung und frühe Bildungsangebote. Für diese Kinder sollte die Betreuung beitragsfrei sein.”
Zu den “entscheidenden Weichenstellungen” komme es schon vor der Einschulung. Außerdem gehören – so die Landesbischöfin – die Hilfen für Kinder von Hartz-IV-Empfängern auf den Prüfstand, denn: “Immer mehr Kinder in Ganztagsschulen oder Kindertagesstätten können sich die Mahlzeiten dort nicht leisten.” Deshalb müssten auch die Mahlzeiten für arme Kinder in Kindergärten und Schulen kostenlos sein.
Gegenüber N24 hat Ursula von der Leyen bereits eingeräumt, dass “der Kinderzuschlag allein kein Wundermittel gegen Kinderarmut” sei. Ergänzt werden müsse er mit einer Kombination aus einer guten Arbeitsmarktlage und guter Kinderbetreuung. Ursula von der Leyen: “Mit der Einführung des Elterngeldes und dem Ausbau der Krippenplätze fanden jetzt auch die nötigen familienpolitischen Schritte statt.”
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