Der Großteil unserer Waren wird in Asien produziert, oft unter schlechten Bedingungen und mit giftigen Stoffen, wie die letzten Skandale um bleihaltiges Spielzeug zeigten. Doch nicht nur die Konsumenten sind betroffen, sondern unter Umständen die ganze Wirtschaft Asiens.China wächst und wächst €“ doch dass die Folgen der Industrialisierung, der Modernisierung und des Aufschwungs nicht nur Gutes bringen, wird in dem Artikel von Bhuwan Thapaliya deutlich. Er schreibt auf OhmyNews, dass zwar die meisten Orte der Volksrepublik jetzt Schulen, Krankenhäuser, Strom und eine moderne Infrastruktur besäßen, aber sich zugleich mit einem riesigen Problem konfrontiert sehen: Krebs.
Die Krankheit, insbesondere Lungenkrebs, habe in den letzten Jahren bedenklich viele Leute befallen, in einem Ausmaß, die den Autor gar um die Zukunft des Landes fürchten lässt. Ein Fünftel aller weltweiten Krebserkrankungen beträfen Chinesen; die Gründe dafür: Rauchen, schlechte Ernährung und vor allem Umweltverschmutzung. In den einst sauberen Flüssen der ländlichen Regionen fließe inzwischen Müll und auch chemischer Abfall ein, vor allem außerhalb der Städte käme es dadurch zu außerordentlichen Formen von Krebs.
Zudem seien die Chinesen Weltmeister im Rauchen, die WHO ist alarmiert, doch ein konsequenter Gesundheitsplan seitens der Regierung zur Aufklärung und vor allem zur Früherkennung und Prävention von Krebs fehle, ebenso wie Mittel zur Diagnose und Therapie. Die Folgen für die Wirtschaft des Landes seien nicht absehbar €“ doch Bhuwan geht davon aus, dass Krebs die Entwicklung Chinas nachhaltig beeinflussen wird.
Auch andere Länder sind betroffen
China sei jedoch bei weitem nicht das einzige Land Asiens, dass unter einer “Krebsepidemie” leide, auch in Indien und Südkorea habe es einen Anstieg der Krankheit gegeben. Die blühende Industrialisierung Asiens sei allerdings nicht der einzige Grund für Krebs: In vielen Ländern, insbesondere in Vietnam, sorgten die Reste von Kriegsmaterial und Waffen für Krankheiten und, wie im Fall des durch die USA eingesetzten Entlaubungsmittels “Agent Orange”, für Missbildungen und Fehlgeburten. Eine ähnliche gesundheitliche Entwicklung sei demnach auch für die gegenwärtigen Kriegsgebiete wie zum Beispiel den Irak zu erwarten.
Schlechte Ernten in England
Über die Ernten in England macht sich Peter Hinchcliffe Sorgen; durch den kalten und regnerischen Sommer, die Flutkatastrophen und auch das schlechte Wetter in anderen Ländern, sei zu erwarten, dass Lebensmittelpreise noch drastischer ansteigen werden, als sie es bislang taten. Die Lebensmittelwirtschaft erwarte Erträge, die bis zu 30 Prozent unter den erwarteten lägen; die Preise für Nahrungsmittel hätten sich bereits in den letzten zwölf Monaten um 4,9 Prozent erhöht.
Die Stimme des irakischen Bloggers “The Last of Irakis” lesen wir in einem Interview, das OhmyNews- Reporter Carlos Arturo Serrano Gomez geführt hat. Die Readers Edition hat es für Sie übersetzt, Sie finden es hier.
Global Voices
Internetpolizei
Was bereits im April angekündigt worden war, wird ab dem ersten September nun Wirklichkeit: Die niedlich aussehenden Cartoon-Cops gehen in China auf Streife im Internet. Dreizehn der chinesischen Webportale werden sie besuchen, schreibt Sami Ben Gharbia, bis zum Ende des Jahres sogar alle auf Pekings registrierten Servern. Der Gedanke ist nicht neu, bereits im letzten Jahr habe es mit den Figuren “Jingjing” und “Chacha” in der chinesischen Stadt Schenzhen eine Netz-Patrouille gegeben, die man anklicken kann, um anstößige Inhalte zu melden €“ und um niemals zu vergessen, dass der Staat anwesend ist.
Agoravox
John Cole berichtet über beunruhigende Nachrichten: Barnett Rubin, ein Blogger, der zu einem Gemeinschaftsblog namens “Informed Comment Global Affairs” gehört, hat von einem gut informierten Freund aus Washington die Nachricht erhalten, dass die Bush/Cheney Administration eine Propagandakampagne in Auftrag gegeben hat, an deren Ende eine militärische Konfrontation mit dem Iran stehen soll. Dieser Freund hat mit jemandem in einer der neokonservativen Institutionen gesprochen und bekam folgendes erzählt:
“Sie (die Institution) hat ‘Instruktionen’ (ja, das war das Wort, das benutzt wurde) aus dem Büro des Vizepräsidenten erhalten, in der Woche nach dem Labor Day (der in den USA am ersten Montag im September stattfindet, Anmerk. der Red.) eine Kampagne für einen Krieg gegen den Iran in Gang zu setzen; sie wird koordiniert mit dem American Enterprise Institute, dem Wall Street Journal, dem Weekly Standard, dem Commentary, Fox, und den üblichen Verdächtigen. Es wird ein fortwährender schwerer Angriff über den Äther, konstruiert um die öffentliche Stimmung in eine Position zu bringen, in der ein Krieg aufrecht erhalten werden kann. Offenbar denken sie nicht, dass sie jemals eine mehrheitliche Unterstützung für das bekommen €“ Sie wollen eine Unterstützung von 35 €“ 40 Prozent, was nach ihrer Meinung reichlich wäre.”
Rubin führt weiter aus, dass er diese Informationen “natürlich nicht verifizieren kann”, allerdings gäbe es noch weitere Hinweise, dass an der Geschichte etwas dran sei. Gerüchte über Anfragen des Verteidigungsministeriums über die geschätzten Kosten für einen “Wiederaufbau in Asien” – gemeint war der Iran – zum Beispiel oder auch die Geschichte auf der Website Raw Story von zwei britischen Akademikern wonach die USA Luftschläge auf iranische Atomanlagen planen würden.
Russische Gaspreiserhöhungen für das Baltikum
Aleks Tapinsh setzt sich mit den Gaspreisverhandlungen zwischen Gazprom, beziehungsweise Russland einerseits und den baltischen Staaten, also Lettland, Litauen und Estland andererseits auseinander. Der litauische Ministerpräsident, Gediminas Kirkilas, hatte am Freitag berichtet, dass er über inoffizielle Informationen verfüge, dass der Gaspreis von 190 Dollar auf 312 bis 320 Dollar für 1000 Kubikmeter steigen solle. Ein ähnliches Schicksal erwarte wohl auch Lettland und Estland, vermutet Tapinsh. Umso verständlicher der Vorschlag von Kirkilas, die drei baltischen Staaten sollten gemeinsam verhandeln, da dies ihre Position stärken würde.
In den letzten drei Jahren gab es keine Preiserhöhung aufgrund der Übergangsphase nach dem EU Beitritt der drei Länder. Dafür allerdings erhielt Gazprom Anteile an baltischen Gasdistributionfirmen: 37.1 Prozent von Lietuvos Dujos, 34 Prozent von Latvijas Gaze, und 37.02 Prozent von Eesti Gaas. Doch die EU bewegt sich laut Tapinsh in eine Richtung, die Gazprom nicht gefallen wird: Offenbar wird darüber nachgedacht, Anteilsbesitz neu gegründeter Firmen durch nicht EU ansässige Firmen zu limitieren. Dies würde den Einfluss durch Gazprom einschränken, insbesondere in den baltischen Ländern.
Marie Naumann & Martin Stahlke
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