Rheinhessen gegen Rechts – Jusos starten Initiative

Mügeln, Guntersblum, Diskussionen um ein NPD-Verbot – in Deutschland wird nach den jüngsten Geschehnissen wieder intensiv über ein Problem gesprochen, das in manchen Gegenden scheinbar allzu gern verdrängt wird: Rechtsextremismus. Doch Befürchtungen, dass auch die Auseinandersetzung mit diesem Thema bald wieder abebben wird, scheinen nicht allzu weit hergeholt. Die Jusos

marsch.jpgMügeln, Guntersblum, Diskussionen um ein NPD-Verbot – in Deutschland wird nach den jüngsten Geschehnissen wieder intensiv über ein Problem gesprochen, das in manchen Gegenden scheinbar allzu gern verdrängt wird: Rechtsextremismus. Doch Befürchtungen, dass auch die Auseinandersetzung mit diesem Thema bald wieder abebben wird, scheinen nicht allzu weit hergeholt. Die Jusos Rheinhessen wollen deshalb ein Zeichen setzen und die Menschen nachhaltig für derartige Strümungen sensibilisieren. In einer der Redaktion zugestellten Pressemitteilung teilen sie daher mit, unter dem Motto “Rheinhessen gegen Rechts” eine Initiative gegründet zu haben, die in den kommenden Wochen durch zahlreiche Unterschriftenaktionen unterstützt werden soll.

“Wir dulden keine Nazis in unserer Region”, betont Roland Schäfer, Vorsitzender der Jusos Rheinhessen. “Das muss auch so deutlich gesagt werden. Rheinhessen ist eine tolerante und weltoffene Region. Nazis haben hier kein zuhause.” Auch André Thomas, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Mainz-Bingen schließt sich seinem Vorredner an. Man wolle zeigen, dass Rheinhessen Nein sage zu Rechtsextremismus.

Beide Organisationen befürchten, dass sich die gesellschaftliche Wirklichkeit nicht ändere, wenn diese verschwiegen werde.

Genau aus diesem Grund sei es daher umso wichtiger, eine breite gesellschaftspolitische Offensive gegen Rechtsextremismus zu starten. Ihr erklärtes Ziel: Ein tolerantes und weltoffenes Rheinhessen, in dem Menschen unterschiedlichster Überzeugungen und unterschiedlichster Herkunft und Lebensweise friedlich zusammen leben. Dass dies jedoch weitab der Realität ist, zeigen ihnen die jüngsten Ereignisse. Braunes Gedankengut scheint auch in der Region Rheinhessen – 60 Jahre nach Auschwitz – immer noch zu existieren.

Ihre Forderung ist deshalb klar formuliert: “Eine Demokratie muss wehrhaft sein. Sie zu schützen ist unsere gemeinsame Aufgabe und Verpflichtung. Der Rechtsextremismus muss mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen und demokratischen Mitteln bekämpft werden.” Nie wieder sollen sich Fremde und Andersdenkende, -handelnde oder -lebende um ihre Freiheit sorgen müssen. Man freue sich vielmehr über jeden Gast und betont nachhaltig, dass die Freiheit des Einzelnen die Grundlage eines gemeinsamen Zusammenlebens sei. Wer jedoch rechtsextrem handeln oder wählen würde, der verlasse diesen Grundkonsens unserer Gesellschaft.

Doch eine Sensibilisierung scheint nicht einfach.

Ein wirkungsvolles Mittel sehen die Jusos in der Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit. Dies sei eine wesentliche Herausforderung. Immerhin habe auch Rheinhessen eine nationalsozialistische Vergangenheit. Das Konzentrationslager Osthofen sei ein erschreckendes Dokument dieser Zeit.

Am Ende ihres Schreibens betonen sie deshalb noch einmal: “Rechtsextremisten und Rechtsradikale finden bei uns keinen Platz. Für rechte Gewalt kennen wir 0 Toleranz. Wir treten für eine tolerantes Rheinhessen ein. Nazis dürfen hier kein Zuhause haben!”

Unterstützen kann man die Initiative auf deren Homepage rheinhessen-gegen-rechts.de, auf der sich jeder eintragen kann. Zudem sind alle Vereine, Organisationen, Verbände, Unternehmen und Parteien dazu eingeladen, bei der Initiative mitzumachen. “Wir wollen die Resolution auf müglichst breite gesellschaftliche Beine stellen. Demokraten haben hier die Müglichkeit gemeinsam zusammenzuarbeiten”, so Roland Schäfer weiter. Verbände, die diese Aktion unterstützen, künnen mit einem Logo auf der Homepage vertreten sein. Weitere Infos sowie Unterschriftenlisten gibt es bei Roland Schäfer (mail@rheinhessen-gegen-rechts.de, 01638271468).

(no)

Mehr zum Thema:

- Unmißverständliche Signale gegen Rassismus nütig
- Die drei Affen von Mügeln
- No-Go-Area Deutschland
- Die braune Hochburg Sachsens
- Fremdenfeindlichkeit greif um sich
- Nazi-Videos auf Youtube
- Rassismus in Rostock: Affenlaute gegen Gerald Asamoah – Kommentar

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Pingback: deine-Gesellschaft » Argumente - Ziel: Provokation der Gesellschaft