Todesstrafe in Japan, Muslime in den USA und Hoffnung für Flussdelfin - Bürgerjournalismus weltweit

- Henkersknoten.
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Eine Diskussion über die Todesstrafe hat die Exekution dreier Häftlinge in Japan ausgelöst. Zwei der Männer waren in Tokio, einer in Nagoya erhängt worden, nachdem der Justizminister Nagase Jinen das Urteil bekräftigt hatte. Es ist die zehnte Vollstreckung des Todes durch den Strang seit Beginn seiner zehnmonatigen Amtszeit. Über 100 Häftlinge befinden sich noch im Todestrakt – sie erfahren erst wenige Minuten vor der Hinrichtung von ihrer eigenen Exekution.
Japan gehört neben den USA zu den wenigen Industrienationen, in denen die Todesstrafe noch ausgeführt wird, und obwohl andere Länder sie deshalb scharf kritisieren, ist ein Großteil der Japaner für ihre Vollstreckung, wie Hanako Tokita auf Global Voices schreibt. Das äußert sich auch in der japanischen Blogosphäre, in der die letzten Ereignisse häufig Resonanz fanden, wie zum Beispiel im Blog von “enterprise”, der seine persönliche Meinung vertritt und der Meinung ist, dass Steuerzahler nicht für die Versorgung eines Kriminellen aufkommen müssten.
Blogger “retsureppu” spricht sich gegen die Todesstrafe aus und denkt auch an die Wärter – innerhalb von zehn Monaten zehn Exekutionen mitzuerleben sei sicher genug, um jemanden in den Wahnsinn zu treiben.
Einen Hinweis auf einen interessanten englischen Blog zum Thema gibt die Autorin selbst: Auf der Seite Asia Death Penalty findet sich alles zum Thema Todesstrafe in Asien.
Gesperrte Sites weltweit
Einen Überblick über die jüngsten Einschränkungen der Meinungsfreiheit im Internet hat Sami Ben Gharbia zusammengestellt, vier Länder deckt er dabei ab: Tunesien, wo das französische Videoportal Dailymotion gesperrt wurde, Ägypten, wo der Blogger Abdel Monem Mahmoud wieder die Verhaftung angedroht wird nachdem er das Video eines zu Tode gefolterten Kindes eingestellt hatte, China, wo diejenigen, die die chinesische Telekom nutzen, nicht an FeedBurner feeds gelangen und Thailand, wo zwar die Blockade von Youtube aufgehoben wurde, aber Veoh und Metacafe weiterhin gesperrt bleiben.
Fremdenhass auf den Malediven

Nachdem es auf den Malediven, insbesondere auf der Insel Malé, wiederholt zu brutalen Angriffen auf Gastarbeiter, zum großen Teil aus Bangladesch stammend, gekommen war, hatten die zumeist ungelernten Arbeiter zu einer Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit aufgerufen, schreibt Nihan Zafar. Ausgeführt wurden die Demo jedoch nicht, die Maledivische Regierung drohte den Prostesten mit Massenausweisungen – für die Gastarbeiter, von denen meist ganze Familien abhängig sind, ein allzu großes Risiko.
Hurrikan Felix
… der sich zur Zeit immer schneller auf Honduras zubewegt, löst zugleich einen Blogsturm aus - von allen Seiten wird der Einwohner des Landes gedacht, aber auch der Touristen, die evakuiert werden. Aron Ortitz gibt eine Zusammenfassung.
Muslime in den USA
Zwei Artikel unter den Top five auf OhmyNews beschäftigen sich heute mit dem Leben in den USA. Ramzy Baroud schreibt über die Schwierigkeiten, Erniedrigungen und Schikanen, denen heute muslimische Gäste und Bürger Amerikas ausgesetzt sind, sei es durch besondere Kontrollen an den Flughäfen, sei es im alltäglichen Leben. Nach dem 11. September 2001 hätten viele amerikanischen Muslime stillschweigend ihren Schleier abgelegt oder den Bart rasiert, um nicht auszufallen – die falsche Form der Anpassung, wie der Autor findet, aber zugleich der verständliche Versuch, sich nicht in Gefahr zu bringen. Doch eine Gefahr läge gerade darin, sich zu verstecken und zu fliehen, anstatt eine Gemeinschaft zu gründen, die sich offen gibt - die Gefahr des Identitätsverlusts.
“Amerika braucht einen Bürgen”
… so Pablo Ouziel, der ein Zitat des Milliardärs George Soros aufgreift, dass er bereit wäre, auf sein gesamtes Vermögen zu verzichten, wenn es dafür eingesetzt würde, George W. Bush von der Regierung zu entfernen. Der Milliardär besitzt rund 8,5 Milliarden Dollar – doch sicherlich genug, um Bush auf kreative Weise „loszuwerden“, meint der Autor und schlägt eine Konferenz von Amerikas führenden Intellektuellen vor, um einen Plan dafür zu entwickeln. Denn wenn Amerika weiterhin als Inspirationsquelle für die Welt dienen wolle, sei es höchste Zeit, Bushs Visionen von Krieg, Zerstörung, Gleichgültigkeit, Genozid, Armut und Polizeistaat ein Ende zu setzen, die in die amerikanische Demokratie Einzug hielten.
Rückkehr des chinesischen Flussdelfins?
Über die glückliche Rückkehr eines bereits als ausgestorbenen Tieres schreibt Tony Timmermans. Wie auch schon in Deutschland berichtet wurde, wurde vor ein paar Tagen ein chinesischer Flussdelfin im Yangtse gesichtet. Eigentlich gilt das Tier seit einigen Jahren als ausgestorben.
Anfang des 20. Jahrhundert lebten im längsten Fluss Asiens noch ca. 5000 Baiji, wie der Flussdelfin auf chinesisch heißt. 1990 konnten nur noch 200 Exemplare gezählt werden und acht Jahre später nur noch sieben. 2006 gab es dann eine große Expedition, die den Yangtse hinab fuhr und mit der niederschmetternden Nachricht zurückkehrte, nicht ein einziges Tier gefunden zu haben – demnach wurde das letzte Tier dieser Art 2004 gesichtet, seitdem gilt der chinesische Süßwasserdelfin als „praktisch ausgestorben“. Nun gelang es dem Chinesen Zeng Yujiang ein Tier mit einer Videokamera aufzunehmen, von dem gehofft wird, es könne ein Baiji sein. Zweifel bleiben, nicht nur aufgrund des bislang befürchteten Aussterbens, sondern auch, da die Aufnahmen aus einer Entfernung von 1000 Metern stattfand – eine einwandfreie Identifizierung scheint nicht möglich zu sein. In ein paar Wochen soll es eine kleine Expedition geben, die herausfinden soll, ob es sich tatsächlich um einen Flussdelfin handelt.
Google einigt sich mit Nachrichtenagenturen
Über die Einigung Googles mit vier namhaften Nachrichtenagenturen berichtet Matthew Ingram. Google hat sich mit den Agenturen Associated Press (AP), Agence France-Presse (AFP), the British Press Association (PA) and Canadian Press (CP) nach jahrelangem Streit auf ein Lizenzmodell geeinigt. Dieses sieht vor, dass künftig auf der Google News Site die Agenturmeldungen direkt für jeden User einsehbar sind – in voller Länge und von Google gehostet. Für Ingram ist dies ein zweischneidiges Schwert – einerseits wäre so klarer erkennbar, was in der Urpsrungsquelle tatsächlich stünde, andererseits aber sieht er so auch neue Konkurrenz für den ohnehin schon angeschlagenen Zeitungsmarkt und für Websites, die sich auf die Weiterverabreitung von Agenturmeldungen spezialisiert haben. Zudem finden sich in seinem Artikel einige Links zu lesensewerten Meinungen zum Thema.
Marie Naumann & Martin Stahlke











MadScientist
Ein kleiner Irrtum bezüglich des Flussdelfins: Auch eine Sichtung bedeutet keine Hoffnung -selbst wenn es noch vereinzelt Tiere gibt sind es zu wenige, um das Überleben zu sichern -leider.