Social Networks und die Geheimnisse der Journalisten

Social Networks üffnen sich für die Bedürfnisse von Journalisten. Publish2.com, das im Laufe dieses Monats vom Stapel laufen soll, ist ganz und gar auf Reporter eingestellt. Diese €žSocial Media Company€œ befindet sich noch in der Beta-Phase, aber ihre Gründer versprechen, einige Schlüssel-Features zu bieten, die andere bislang vorhandene soziale Netzwerke

crowd.jpgSocial Networks üffnen sich für die Bedürfnisse von Journalisten.

Publish2.com, das im Laufe dieses Monats vom Stapel laufen soll, ist ganz und gar auf Reporter eingestellt. Diese €žSocial Media Company€œ befindet sich noch in der Beta-Phase, aber ihre Gründer versprechen, einige Schlüssel-Features zu bieten, die andere bislang vorhandene soziale Netzwerke wie Facebook, LinkedIn, etc. versäumt haben.
Einer dieser vielversprechenden Punkte ist ein Nachrichten-Aggregator, €žder Journalisten ins Zentrum der Nachrichten bringt€œ. Wer daran teilnehmen darf, ist von der Gemeinschaft abhängig, mit der Publish2 startet. Auf dem Publish2-Blog heißt es, dass sie mit Mainstream- und unabhängigen Journalisten beginnen wollen, die dann wiederum andere in das System einladen künnen.

Meinungsmaschine

Ein anderes interessantes Unternehmen ist Hey!Nielsen. Neben Müglichkeiten zum “Social Networking” verspricht es zudem eine Meinungsmaschine zu werden (Nutzer sollen ihre Meinung zu ihren liebsten Shows und Unterhaltungsmedien teilen) und ein €žBuzz tracker€œ, ein €žGerüchte-Folger€œ, den Nielsen nutzen wird, um Marktforschung zu generieren. Ein Sprecher des Unternehmens sagte jedoch, letzteres würde nicht innerhalb dieses Jahres etabliert.
Leuten, die sich hier registrieren, wird versprochen, dass sie von einfachen €žFans€œ zu €žInsidern€œ aufsteigen würden, wenn sie beweisen künnen, dass sie in Bezug auf ihre Meinung zu ihrem Entertainer Autorität besitzen.

Inmitten des Long Tail

Portale wie diese finden sich zum Zeitpunkt ihrer Gründung inmitten eines sehr langen und sehr entwickelten €žLong Tail€œ wieder, der sich vielleicht nicht in tiefere Gräben aber doch in immer weiter verzweigte andere €žLong Tails€œ ausbreitet. Hier gibt es keine Vorgaben, die sich mit €žCopy & Paste€œ übernehmen ließen. Hier gilt €žTrial and Error€œ.
Publish2 hat zum spezifischen Ziel erklärt, eine Lücke im Toolkit von Journalisten im Netz zu füllen, die längst mehr als nur ein Schünheitsfehler ist. Diese Verspätung in der Netzwerk-Szene beweist, dass die Kontakte im journalistischen Adressbuch zwar viel wert sind, aber seine Quellen für Sensationsmeldungen einfach nicht mithalten künnen mit der Kommunikation eines großen, zugänglichen Netzwerks.

Die Transparenz sozialer Netzwerke ist für einige Journalisten ein ziemliches Schreckensszenario, weil sie Kontakte nachvollziehbar macht. €žEs wird ziemlich riskant, mit einem Journalisten befreundet zu sein zumindest auf den üffentlichen Netzwerken,€œ sagt Tom Foremski auf ZDNews. Sein Artikel schließt mit der Frage €žWerden Journalisten zu sozialen Pariahs?€œ
Einige der Kommentare daraufhin waren: €žDann nutz das €žsoziale€œ Netzwerk nicht€œ und €žJournalisten stehen nicht über dem Gesetz.€œ In anderen Worten: €žSelbst Schuld!€œ

Wie präsentiert sich der Mediensektor?

Eine zusätzliche Komplikation, die auf Journalisten ausgerichtete Netzwerke hemmen künnte, ist das breite Spektrum an Tools, die das Publikum hat, um Informationen an andere Nachrichten-Seiten weiterzuleiten. €žNewsrooms€œ sind bevülkert mit tausenden potentiellen Quellen und in dieses Chaos Ordnung zu bringen ist eine echte Herausforderung, vor allem wenn das Teilen von Informationen weiterhin untersagt ist. Wie will sich der Mediensektor in den nächsten Jahren innerhalb der Netzwerke wohl präsentieren?

Zu behaupten, dass die Sieger diejenigen sein werden, die den Rückstand mittels technologischer Mittel einholen, die in dieser schnellen und sich stets ändernden Welt helfen künnten, ist kaum von Bedeutung, zumal nicht jede Organisation ihren Aufbau preisgibt. Wie kann man wissen, welches die beste Strategie ist? Einzelne Journalisten treffen täglich strategische Entscheidungen, um sich den Änderungen anzupassen.
Wo sie sich hinwenden, das ist der Schlüssel, denn ihre Verbände geben keinen Weg vor.

Ein ausgewogenes Netzwerk

Redakteure in den ausgewähltesten Redaktionen wissen nicht, wie sie mit den Massen an Antworten umgehen sollen, die die Nachrichten, die sie bringen, hervorrufen und wie sie die Mittel entwickeln künnen, sie [die Kommentare] in ihre Nachrichten mit aufzunehmen. Das ist der Grund, weshalb Initiativen wie Publish2 Signale setzen künnen.
Was essentiell ist, ist, dass Journalisten mit Web-Applikationen versorgt werden. Wie schwierig kann es sein, ein ausgewogenes soziales Netzwerk zu gründen, das transparent ist, personen- und nicht themenfixiert, diskret und es gleichzeitig zulässt, zu bewerten, verfolgen, zu besprechen, und so weiter?

Jemand, der all das bedacht hat und der sein eigenes persünliches Medium generiert hat, ist Erick Black, ein Reporter vom Minnesota Monitor mit mehr als 30jähriger Erfahrung. Er hat das im Alleingang gemacht und seine Website ist ein Modell dessen, wie man Berichterstattung, Kommunikation mit den Lesern und Kontakt mit Kollegen unter einen Hut bringen kann. Seine Seite ist eine Fundgrube der Ausgewogenheit und vielleicht auch eines Crowdsourcing-Unternehmens. Zumindest hat Black bewiesen, dass die Macht der Masse für die Weisheit eines Einzelnen ebenso viel beitragen kann wie der Einzelne für die Masse.

Nischen werden immer wichtiger

Es sind immer die spezialisierten Themen/Domains/Leute, die im strategischen Networking am interessantesten sind. Social Networks, die zur Zeit auf dem Markt sind, fangen alle an, sich ihre Nische zu suchen und das ist ein bedeutendes Accessoire zu spontanen Trendsettings.
Josh Porter, ein Schriftsteller, der sich selbst als €žSocial Designer€œ bezeichnet, glaubt daran, dass bald mit grüßerer Diversifizierung zu rechnen ist:

€žDer Hype professioneller Networking Plattformen beinhaltet auch den Journalismus, doch es gibt nur wenige Medienquellen, die Facebook oder MySpace entsprechen. Mein Gefühl ist es, dass wir demnächst wesentlich mehr spezialisierte Netzwerke sehen werden. Sie werden eine einzige Aktivität und User-Gruppe auf eine Weise unterstützen, die Software allein nicht leisten kann und auch für angemessenen Schutz und Mitgliedschaft sorgen, um hohe Qualität und Relevanz abzusichern.€œ

Künnen Journalisten für den Verlust von zugeschneiderten Networking Mitteln aufkommen, indem sie sich dem Crowdsourcing zuwenden? Wie Erick Black haben sich viele Journalisten das Crowdsoucring zu eigen gemacht, indem sie es persünlich angehen.

Doch wenige sind so talentiert wie Black, der selbst sagt, dass er mit einem Publikum kommuniziert, das er zum Teil über die große Zeitung sammeln konnte. Spezialisierte Crowdsourcing Plattformen bieten zur Zeit den grüßten Anreiz für Journalisten, um Social Networking zu betreiben, da sich hier die Massen sich zu bestimmten Themen austauschen.

Unabhängigkeit

Man künnte bezweifeln, dass der Peer-Druck Popularität in bestimmten Themen zu erreichen zu hoch ist, um Demokratie einzuführen. Leute, die sich zusammengetan haben, um genau diesen Druck auszugleichen finden sich auf TheLatest.net, das sich selbst beschreibt als €žLieferant von aktuellen Nachrichten-Zusammenfassungen aus einer unabhängigen Perspektive€œ. Wie erfrischend.

Im Augenblick tut ein Journalist gut daran, wenn er es versteht sich im Weg frei zu bewegen. Seine Tools zu kennen ist fast ebenso wichtig, wie die Quellen zu kennen und das ist eine der Konsequenzen einer virtuellen Welt, die immer einflussreicher und vernetzter wird.
Sollten Sie auf Ihrem eigenen Blog noch nicht genug Macht entwickelt haben, um den Lesern direkt Fragen stellen zu künnen und sich trotzdem ins Herz des Geschehens werfen müchten, künnte es passieren, dass Sie eine Menge Zeit verlieren, indem sie nach Hinweisen auf Social Bookmarking und Crowdsourcing- Seiten suchen. Hier sind ein paar Tipps, wie sich Zeit sparen lässt.

Künnen Journalisten mithalten?

Onlinequellen zu bearbeiten heißt die Taktik des klassischen Journalisten zu adoptieren, um eine bessere Story für die Nachrichtenseite zu entwickeln. Journalisten sind Meister darin, alles Mügliche zu unternehmen, um an eine gute Geschichte zu gelangen. Ohne Frage wird das auch in Zukunft für den Beruf essentiell bleiben. Doch kann der Journalist mithalten?
Eine Versuchung für den einzelnen Journalisten, der sich in diesem Dschungel befindet, ist es, das soziale Netzwerk so zu gestalten wie den Journalismus selbst. Deine Kumpel sind die ganze Zeit dabei, man müchte nicht ausgeschlossen sein. Was tun Journalisten, die darauf angewiesen sind, durch Schreiben ihr Leben zu finanzieren? Künnen sie es sich leisten, die vernetzte Online Welt zu verlassen? Eine Person, die klar darauf antwortet ist Sree Sreebivasab von Poynter. Er bietet gesunden Rat, basierend auf Beispielen aus dem wahren Leben.

Journalisten sind spät dran…

Was die Strategie von Mediengruppen und -organisationen selbst angeht, gibt es keine Klarheit, wer welches Ziel verfolgt. Ein Grund dafür mag darin liegen, dass Journalisten davon ausgehen, dass die Überraschung ihr Metier ist und dass journalistische Produkte (z.B. Zeitungen) die Gesellschaft wiedergeben. Doch indem sie sich nicht in soziale Netzwerke im Internet einklinken, fehlt uns ein Teil des Gesellschaftsbildes, das für Journalisten eigentlich einzigartig sein sollte.

Vielleicht erklärt das den Verlust der Leser, mit dem so viele Nachrichtengruppen im Augenblick zu kämpfen haben. Wir haben vielleicht kein Auge gehabt für eine Entwicklung, von der wir dachten, dass wir dazu gehürten, die aber nur auf einem Wege angesprochen werden kann.

Da es jetzt wirklich zum Austausch [im Internet] kommt versuchen wir verzweifelt, den Horizont auszumachen. In anderen Worten: Wir sind von den letzten Entwicklungen überrascht worden! Das kann einen tatsächlich etwas aus der Fassung bringen.

Angelique van Engelen ist Gründerin von www.reportwitters.com, einer Plattform wo Journalisten mittels Twitter verüffentlichen und recherchieren künnen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf OhmyNews. Verüffentlichung und Übersetzung durch die Readers Edition mit Genehmigung von OhmyNews.

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