Studien sind nach meinem Dafürhalten Befragungen von Haushalten, der breiten Masse, um einen Anhaltspunkt dafür zu erhalten, was der normale Bürger für Ansichten, Meinungen und Verhaltensweisen beim Kaufen, Verkaufen hat und welchen Tatbestand er bei auftauchenden Problemen nimmt, um diese in den Griff zu bekommen.
Der Mensch braucht Fakten
Die dafür zuständigen Institute, wobei das bekannteste wohl die GfK ist, spezialisieren ihre Mitarbeiter darauf, den normalen Bürger um seine eigene Meinung zu bitten. So wird frei gusto ein Irgendjemand angerufen oder auch persünlich befragt, meist in Fußgängerzonen der Innenstädte, welches Klopapier, Wasch- und Spülmittel, Creme für den Morgen und den Abend, Schreibutensil, welche Versicherung, welcher Arzt zu Rate gezogen wird, wenn einen dieses und jenes Wehwehchen zwickt. Die Technik wird auch nicht ausgespart, und eben alles was das Leben eines Menschen so ausmacht, wobei der neue Bürgermeister ebenso mit einbezogen wird wie belanglose Dinge über das Wetter, ob es nun schün wird oder schün bleibt.
Die Gewohnheiten werden hier ausgeklügelt und wissenschaftlich erkundet, so dass aufgrund solcher Meinungsumfragen Jedermann/-frau weiß, was Sache ist, ob der Himmel nun blau und der Schnee weiß sein war und ist.
Ja, anscheinend braucht der Mensch solche Fakten, Vorgaben, Auswertungen, um einen festen Halt für sich selber zu finden, weil es ihn dann offensichtlich beruhigt, da er in der Fülle der unendlichen Müglichkeiten keinen rechten Über- und Duchblick mehr hat. – Die fachkundige Anleitung solcher Studien und Institute weist ihm dann deppensicher den Weg, was angeblich richtig zu sein hat, auch was er zu denken hat, weil es schließlich alle glauben beziehungsweise denken?! Schließlich wurde ja die Masse befragt und danach die Auswertungen getroffen.
Aber kann man sich denn auf solche Studien und Vorgaben wirklich verlassen?
Nein. Denn diese Auswertungen sind nur Durchschnittswerte einer zufällig gewählten Befragungsgruppe, die noch lange nicht das aussagt, was man im speziellen Falle – nämlich selbst – tun will und tun sollte! – Die ehrliche Meinung steht hier sowieso auf einem ganz anderen Blatt.
Die eigene Erfahrung ist wieder eine vollkommen andere. Wenn ich mir die neueste Angst-Studie so anschaue, kriege ich fast Flühe, weil das nun wirklich Schwachsinn ist. Hier wird den Deutschen prognostiziert, dass sie gefälligst Furcht/Angst vor Terroranschlägen haben müssen, denn schließlich zeigt das diese Studie an, die Masse denkt so, ganz einfach. An erster Stelle stehend, was die Zuwachsrate gegenüber dem letzten Jahr betrifft (plus neun Prozent), macht einem das Lesen allein schon Angst und erst dann kommt man darauf, doch auch Angst zu haben, weil schließlich die Mehrheit davor Panik entwickelt, worüber man sich ansonsten bestimmt nicht einmal im Traum großartig Gedanken gemacht hätte, obwohl es natürlich nicht von der Hand zu weisen wäre. – Aber was nicht ist, braucht ja auch nicht zu werden!
Insgesamt auf Platz eins dieser Bewertung steht die alltägliche Angst vor den steigenden Preisen (66 Prozent der Deutschen sorgen sich darum).
Hier kann ich mich noch ganz gut hineinversetzen. Die Studie über Naturkatastrophen/Umwelt scheint mir ebenfalls einigermaßen realistisch, die sich an den steigenden Preisen anschließt (59 Prozent), obwohl der Umfrage zufolge offensichtlich nur Westdeutsche dafür empfänglich waren und es den Ostdeutschen mehr oder weniger schnuppe war und noch ist?! – Sie haben und hatten eben andere Sorgen/Ängste, die sich mehr in existentieller Art äußern. Schließlich lässt sich die Arbeitslosigkeit dort am schwersten bekämpfen, und auch die Frage nach dem Lebensstandard im Alter ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Die Aussage, dass das Image von Politikern sich kaum besserte, wonach 51 Prozent der Befragten meinten, dass unsere Führungskräfte mit den Problemen in Deutschland überfordert sind, war ja wohl klar, wobei ich mir hätte vorstellen künnen, dass doch ein Absturz auf der Beliebtheitsskala eingetreten wäre.
Wie dem auch sei, auf diese Art und Weise wissen wir wenigstens, wie wir uns zu verhalten haben. Schließlich wird uns durch diese Meinungsumfrage hieb- und stichfest vorgeführt, was der normale Bürger denkt, meint und wie er handelt. Ist man nun vollkommen anderer Ansicht, fällt man aus dem Raster, dem Schema und … ist somit nicht die Masse?!
Wobei das ja eigentlich doch sehr trüstlich ist, so braucht man sich wenigstens keinem Angst-Muster zu unterwerfen, weil sich die Panikattacken aufgrund der neuesten Studien häufen und man allein schon deshalb der Studie zufolge einen Seelendoktor aufsuchen müsste, weil man von Terrorattacken gepeinigt kein Auge mehr zubringt.
Deshalb meine ich, den Horrormeldungen, die diese Studien verbreiten, sollte man lieber nur ein Augenzwinkern widmen. Denn gegessen wird nie so heiß, wie es gekocht wird.
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