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Über den demografischen Wandel und die Wiederentdeckung der Alten in Deutschland. Nun will sich auch die Politik stärker auf Belange älterer Menschen ausrichten. Nach dem Jahr des Kindes, das der NRW Ministerpräsident für 2006 ausgerufen hatte, steht jetzt ein Jahr der Alten auf der Tagesordnung. Die NRW-Politik hält die Zeit

senioren.jpgÜber den demografischen Wandel und die Wiederentdeckung der Alten in Deutschland. Nun will sich auch die Politik stärker auf Belange älterer Menschen ausrichten. Nach dem Jahr des Kindes, das der NRW Ministerpräsident für 2006 ausgerufen hatte, steht jetzt ein Jahr der Alten auf der Tagesordnung. Die NRW-Politik hält die Zeit für reif, die Probleme der älteren Generation zu einem Schwerpunkt der Landespolitik zu machen. Das Thema demographischer Wandel ist also auch bei den Politikern angekommen.

Grund, sich Gedanken über die Alten in Deutschland zu machen.

Was heißt demografischer Wandel? Im Klartext: Die Alterspyramide steht auf dem Kopf, oder sie ist in arge Schieflage geraten. Es sind also gar nicht mehr die schünen, jungen, dynamischen Menschen, die bisher das Weltbild der deutschen Public-Relations (PR) prägten; müglichst auch noch reich, in Wahrheit aber mehr auf Pump. Nein, jetzt rücken die zurückhaltenden, alten, leicht verwitterten, aber in der Regel ohne Pomp auftretenden ehemaligen “Spitzenleute der Pyramide”, geometrisch gemeint, in die Blickfelder, seien es die aus Politik, PR, Multimedia und insbesondere Handel und Wandel. Die Basis der Pyramide, jetzt mehr oben als unten, drückt schwer.

Die Schlagworte Gerontologie und Geriatrie werden assoziiert.

Als Gerontologie oder Altersforschung wird die Wissenschaft bezeichnet, die sich mit Alterungsvorgängen in allen ihren Aspekten befasst. Die Geriatrie oder Altersheilkunde ist die Lehre von den Krankheiten des alten Menschen.

Die Gerontologen entdeckten, daß es oft versteckte und vielfach auch unbeabsichtigte Diskriminierungen sind, denen ältere Menschen im Alltag ausgesetzt sind. Zum Beispiel der verweigerte Dispositionskredit bei der Bank. Oder Senioren, die beim Auftritt als Zeugen vor Gericht nicht ganz für voll genommen wurden. Das Bewusstsein für derartige Benachteiligungen schärft sich. Alter wird zur Chance für einen Gesinnungswandel. Alter darf nicht als Bedrohung gesehen werden. Die Leistungsbereitschaft und Fähigkeiten der Älteren dürfen nicht unterschätzt werden, was bis heute noch vielfach geschieht. In vielen Lebensbereichen künnen Pensionäre ihre Lebenserfahrung an Jüngere weitergeben.Die Alten rechnen zwar, aber ihre Kaufkraft wird unterschätzt.

Rentenausweis für Dichter, Denker, Denkmalschutz?

Der Begriff Senior, mit seinen vielfachen “Adjektiven” im wahrsten Sinne des Wortes, feiert frühliche Urständ: Seniorenpartei, Seniorenclub (für Sportler, Feurwehrmitglieder, Blutspender) Seniorenportion, Seniorenfahrt, Seniorentarif usw., usw. (Nur zu alt als Organspender, eigentlich schade um die vielen wertvollen nicht brauchbaren alten Gehirne!). In allen südlichen Ländern Europas erhalten Senioren verbilligten Eintritt in Museen, Kirchen, Schlüssern u. ä. Nur in Deutschland ist der Rentenausweis nicht das Papier wert, auf dem er gedruckt ist, keine kulturelle Institution in Deutschland, die für den Wunsch nach ermäßigtem Einlass etwas übrig hätte. Schließlich ist Deutschland das Land der Dichter, Denker, großen Architekten und des übersteigerten Denkmalschutzes.

Leider gehürt der alternde Mensch in Deutschland nicht zu den Objekten um die sich ein überzogener Denkmalschutz kümmert. Als Stimmvieh, zahlendes Mitglied in der Gesellschaft, Verzehrer der Seniorenportion zu überzogenen Preisen in der deutschen Gastronomie und Füllmasse für Ausflugsdampfer und Verkaufsfahrten sind die deutschen Alten jedoch jederzeit herzlich willkommen. Wen sonst künnte man denn über den Tisch ziehen? Die jungen, dynamischen und schünen Menschen? Hier ist eher Ebbe im Beutel. Die Alten leben immer länger und der Beutel ist bei weitem nicht immer üd und leer.

(Teil 2: Über die steigende Krankheitsneigung und das “schüne Sterben” der Alten in Deutschland.)

Photo: jemand via Pixelio

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