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Politik + Sport

Ramadan Rundschau reloaded, Rugby in Frankreich und Belohnung für Bin Ladens Kopf - Bürgerjournalismus weltweit

Dienstag, den 11. September 2007 um 21:23 Uhr von Martin Stahlke
Für einen Blogger aus dem Bahrain gleicht das Leben seiner Landsleute während des Ramadans dem von Fledermäusen. Photo: Screenshot Mahmood.tv

In einer früheren Bürgerjournalismus Rundschau haben wir bereits einmal von der Sammlung verschiedener arabischer Blogger-Ansichten zum bevorstehenden Ramadan berichtet, die Amira Al Hussaini auf der Bürgerjournalismussite Global Voices zusammen getragen hat.

Nun gibt es einen zweiten Teil, der nicht weniger interessant ist. So erzürnt sich „der Pate der bahrainischen Blogosphäre“ Mahmood Al Yousif über jene, die seiner Meinung nach dafür sorgen, dass der Ramadan nicht das ist, was er sein sollte: „Es wird wieder einmal ein Monat der Völlerei, der Lethargie und des Lebens von Fledermäusen: Den ganzen Tag verschlafen und die ganze Nacht feiern.“ Inzwischen sei der Ramadan ein kommerzielles Ereignis, um Menschen auszunehmen, statt den Monat als einen ganz gewöhnlichen Monat zu betrachten, in dem mehr Zeit bliebe in Spiritualität zu investieren. Für die Bloggerin Felix aus Marokko, eine jener, die zwar selbst keine Muslimin ist, sich aber trotzdem an die Fastenzeit hält, ist der Ramadan vor allem eine Herausforderung, die eigenen Charakterschwächen im Zaum zu halten für die Dauer des Monats. Kein Lästern darüber ob die Freundin eines Freundes diesem Freund wirklich gut tut oder nicht, kein Aufbrausen, wenn der Ehemann zum xten Mal die Toilettenrolle falsch herum aufhängt, kein Flirten mit Klienten und ähnliches. Blogger Muscati aus dem Oman macht hingegen auf die Tatsache aufmerksam, dass der Monat des Ramadan immer auch ein Monat mit besonderem Fernsehprogramm ist. Offenbar ähnlich zum deutschen Fernsehprogramm an Feiertagen bieten omanische TV Stationen ein Übermaß an Filmen und Serien. Deswegen gibt es nun das Blog RamadhanTV, das einen guten Überblick gibt (in arabisch).

Ein merkwürdiges Gerichtsurteil erzürnt die chinesische Blogosphäre

Eine Welle der Empörung schwappt durch die chinesische Blogosphäre, erzählt Bob Chen. Grund dafür ist ein Urteil gegen den Chinesen Peng Yu, der dazu verurteilt wurde, der 65 jährigen Chinesin Xu 45876 Yuan (4405 €) zu zahlen. Was war passiert? Der 26jährige Peng hatte beobachtet, wie die ältere Frau vergeblich versuchte in einen Bus einzusteigen, dabei aber von jemandem umgestoßen wurde und auf die Straße fiel – ein gebrochenes Schlüsselbein war die Folge. Peng kümmerte sich um die Dame und brachte sie sogar in Krankenhaus. Dankbarkeit wäre eine denkbare Reaktion der Frau, doch als sie und ihre inzwischen im Krankenhaus eingetroffene Familie von den hohen Kosten der Behandlung hörte, wußte sie plötzlich wer sie geschubst hatte: Peng Yu. Flugs verklagte sie den jungen Mann auf die Zahlung von ungefähr 13100 €, eine Summe der das Gericht zwar nicht ganz folgte, aber in der Sache bekam sie durchaus Recht.

Nun ist die Empörung groß, vor allem aufgrund der merkwürdigen Begründung des Urteils. Das Gericht nämlich glaubt im Verhalten des Mannes einige Ungereimtheiten entdeckt zu haben – Ungereimtheiten aus der Sicht des „gesunden Menschenverstand“ - der hätte zum Beispiel nahe gelegt, den potentiellen Täter zu verfolgen, statt der Frau zu helfen. Da sich Peng nicht im Sinne des gesunden Menschenverstandes verhalten habe, müsse er wohl der Schuldige sein. Verständlich, dass die Chinesen in dieser Urteilsbegründung einen Angriff auf die Rechtssprechung sehen: Shi Hanbing schreibt in seinem Blog, das Urteil verstöße gegen das Gesetz und entweihe es. Dieses Urteil würde dazu führen, dass das Gute in der chinesischen Gesellschaft begraben werde. Ein anderer anonymer Blogger sieht gar einen Todesstoß für die gesamte öffentliche Hilfsbereitschaft, während Blogger Xici Hutong keinerlei Verständnis für die Art und Weise, wie das Urteil gefällt wurde, hat. Wenigstens die Mühe, die Szene einmal nachzustellen hätte sich das Gericht machen können, statt einzig und allein auf die Reaktion nach dem Vorfall zu achten. Peng Yu, so wird berichtet, sagte nach dem Urteil nur eins: „Ich möchte nur irgendwo hin, wo es Gerechtigkeit gibt“.

OhMyNews

Vom zweiten Spiel in der Gruppe A der Rugby Weltmeisterschaft in Frankreich berichtet Nicolas van der Leek.

Dieses Spiel wurde klar und deutlich von der südafrikanischen Mannschaft, Sprinkbok genannt, gegen die Mannschaft aus Samoa gewonnen, die ist bekannt für ihren vor dem Spiel ausgeführten Kriegstanz namens Shiva Tau. Der hat ihnen allerdings nichts genützt, das Ergebnis von 59:7 spricht eine deutliche Sprache. Amüsant zu lesen sind die Beobachtungen van der Leeks über den Samoaner Brian Lima. Der Mann hat mit seinem Einsatz ab der 61. Minute Geschichte geschrieben – denn damit spielte er bereits bei fünf Weltmeisterschaften, mehr als jeder andere. Er wird, so van der Leek, aufgrund seiner knochenbrechenden Spielweise „Der Chiropraktiker“ genannt, doch offenbar hat er sich diesmal selbst ein Bein gestellt: Nach vier Minuten unternahm er einen seiner gefürchteten Angriffe auf einen Gegner und so wie er in diesen hineinrauschte, hätte der nicht wieder aufstehen dürfen – das Gegenteil war der Fall, Lima selbst blieb benommen liegen und musste vom Feld geführt werden.

Eine Reise nach Grönland und eine Buchrezension.

Dona Gibbs berichtet von einer Reise nach Grönland, genauer gesagt in das Dorf Ittoqqortoormit – 500 Leute leben dort und ca. 600 Schlittenhunde. Die Siedlung selbst ist ziemlich jung, sie wurde in den Zwanzigern von der dänischen Regierung erbaut und die Ureinwohner wurden dorthin umgesiedelt, ob sie wollten oder nicht. Ihr interessanter Bericht findet sich hier – allerdings in englisch.

Kein englisch müssen Sie können, um Ronda Haubens Rezension des Buches “Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 9.11.” von Mathias Broekers lesen zu können. Wir haben diesen Artikel für Sie komplett übersetzt.

Agoravox

Cruising in the USA

Jon Newton berichtet von einer Gesetzesvorlage des Staates Californien, die auf den ersten Blick bekannt vorkommt, auf den zweiten allerdings ein wenig mekrwürdig anmutet: Das Telefonieren während des Autofahrens soll verboten werden. Nun gut, das gibt es in Deutschland schon lange. Der genaue Ziel und Ausmaß des Verbotes gibt allerdings zu denken: Es betrifft nur Jugendliche unter 18 (in den USA können schon Sechzehnjährige die Fahrerlaubnis erlangen, dann aber nur unter Auflagen) und verboten werden soll den Teenagern die Benutzung von Mobiltelefonen, Pagern, SMS Geräten und Laptops (sic!) während des Fahrens. Hm, scheint kein schlechter Gedanke zu sein.

Eine neue Belohnung für den Fang Bin Ladens

Mit der zweiten bislang nur angekündigten Videobotschaft Osama Bin Ladens beschäftigt sich der ägyptische Blogger The Big Pharaoh. Diese Botschaft wurde in einem Banner auf einer Website islamischer Fundamentalisten angekündigt und soll das „Testament“ eines der Attentäter des 11. September beinhalten. Genauer gesagt befasst sich The Big Pharaoh mit der Bedeutung Bin Ladens. Wenn man in der arabischen Welt herum fragen würde, ob man wolle, dass Osama Bin Laden das eigene Land regiere, so würden man sicherlich meistens die Antwort „Nein“ erhalten. Fragt man allerdings, ob Bin Laden von den USA gefasst werden solle, dann würde die Antwort ebenfalls „Nein“ lauten. Die meisten Menschen würden seine Aktionen zwar nicht gutheißen, dadurch, dass Bin Laden aber eine solche Wichtigkeit für die USA habe, würde niemand wollen, dass er gefasst werde. Seine Unterstützung resultiere aus der Tatsache, dass er in der Lage ist die USA so zu ärgern. The Big Pharaoh selbst ist müde von der ganzen Wichtigkeit die der Mann, der sich in Höhlen versteckt, bekommt. Jedes veröffentlichte Video ist ein Sieg für ihn und eine Niederlage für die USA und steigert das US-amerikanische Verlangen ihn zu fassen, was wiederum die Aufmerksamkeit für ihn steigert. Also macht The Big Pharaoh einen konsequenten Vorschlag. Eine drastische Veränderung der Belohnung die auf Bin Ladens Kopf ausgesetzt wurde: Von 50 Millionen US Dollar auf 50 Cent.

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  1. Rimma

    am 9. April 2009 um 01:39 Uhr | Link | Kommentar melden

    Just do it: ,

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