Facebook als Kündigungsgrund, Qassam-Raketen und Videos vom Kampfgeschehen - Bürgerjournalismus weltweit
: Facebook und die Folgen für die Arbeitswelt… Über eine Meldung der britischen Press Association berichtet Jon Newton. Demnach hat eine britische Studie festgestellt, dass Social Networking Websites wie z.B. Facebook britische Firmen täglich 130 Millionen Pfund (190 Millionen €) kosten. 3500 dieser Firmen wurden dazu untersucht.
Der Grund dafür ist die verloren gegangene Arbeitszeit – 233 Millionen Stunden werden jeden Monat während der Arbeitszeit im Internet „verschwendet“. Das sind pro Person zwei Stunden täglich, die die Arbeitnehmer darauf verwenden, ihre persönlichen Kontakte zu pflegen, statt zu arbeiten. So jedenfalls drückt sich die britische Anwaltskanzlei für Arbeitsrecht Peninsula aus – um gleich hinterher zu schieben, dass diese Verschwendung von Arbeitszeit durchaus ein Grund zur Entlassung wäre. Und die beschriebene Entwicklung sei erst der Anfang, da erwartet werden müsse, dass die Social Networking Sites noch populärer werden würden und damit noch mehr Arbeitszeit verschwendet werden würde. Die TUC (Trade Union Congress), so etwas wie der britische Gewerkschaftsbund, hat sich erwartungsgemäß gegen die Forderung von Peninsula, surfende Mitarbeiter zu entlassen, ausgesprochen: Vielmehr bedürfe es klarer Richtlinien – so sei zwar klar, dass während der Arbeitszeit nicht auf den Social Networking Sites gesurft werden solle, doch dafür müsse in den Pausen diese Möglichkeit bestehen.
Ähnlichkeiten zwischen Kanada und Australien
Der Blogger AlbertaSpectator aus Calgary in Kanada bezieht sich in seinem Beitrag auf einen Artikel in der überregionalen kanadischen Tageszeitung Globe and Mail. Darin waren anläßlich eines Staatsbesuchs des kanadischen Premierministers Stephan Harper in Australien Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden Ländern festgestellt worden. Eine Vorstellung, die AlbertaSpectator durchaus teilt. Viele Gemeinsamkeiten gäbe es und eigentlich eine Schande, dass diese beiden sich so ähnlich seienden Länder so weit voneinander entfernt lägen. Und Kanada könne durchaus mehr profitieren und lernen von fünften Kontinent: So zum Beispiel die Tatsache, dass in der australische Senat vom Bürger gewählt wird, während in Kanada die Senatsmitglieder vom Premierminister ernannt werden, was zu einer Ansammlung von „Zauderern und Arschkriechern“ führen würde, die nichts besseres zu tun hätten, als die Stiefel des Premierministers zu lecken. Daneben wünscht sich AlbertaSpectator auch einen stärkeren Austausch mit Australien in Sachen Kultur, genauer gesagt im Fernsehprogramm – eine wünschenswerte Abwechslung zum us-amerikanischen Einheitsbrei.

- Eine Installation mit echten Waffen - Sderot ist Hauptziel von Qassam-Raketen. Screenshot via Global Voices.org
Das israelische Sderot, eine Stadt von ca. 24.000 Einwohnern, ist aus traurigem Grund berühmt: Die Kleinstadt, die in unmittelbarer Nähe der palästinensischen Grenze gelegen ist, wird am häufigsten von Qassam-Raketen aus dem Gazastreifen getroffen. Längst gehört der Alarm zum Alltag – es sind auf öffentlichen Plätzen so genannte „life shields“, Unterstände aus Stahl und Beton aufgebaut worden, um den Bewohnern schnelle Schutzmöglichkeiten zu bieten. Was der dauernde Beschuss jedoch mit der Bevölkerung – abgesehen von bislang acht Toten (darunter drei Kinder) und vielen Verletzten – anrichtet, darüber schreibt auf Global Voices Gilad Lotan.
Traumatisiert seien vor allem die Kinder der Stadt, die auf ihrem Schulweg immer wieder von Angriffen überrascht würden; im Mai sei die halbe Stadt evakuiert gewesen. Auf SderotMedia.com werde ein Blick auf die Menschen hinter der Katastrophe geworfen, auch ein Video des letzten Angriffs findet sich dort, aufgenommen zum großen Teil in einer Schule.
Zu wenig Medienpräsenz
Bloggerin Noam Bedein, so der Autor, klage auf der gleichen Site Israel an, gar nichts zu unternehmen – weil es zwar viel Zerstörung gäbe, aber wenig Blutvergießen; nur die Rohe Gewalt würde die Medien aufmerksam werden lassen; Trauma, Stress und Angst ließen sich eben nicht gut verkaufen, selbst wenn, wie es weiter heißt, eine Rakete keine zwei Meter neben einem Kindergarten einschlüge.
Der Versuch, mit dem Dauerbeschuss umzugehen, zeigte sich in diesem Sommer in der Ausstellung „Sderot in the Sderot“ während der in der Stadt niedergegangene Raketen „ausgestellt“ wurden – in der Szenerie, in der sie gefallen waren.
Video-Blog vom Schlachtfeld in Afghanistan
Ebenfalls von einem Kriegsschauplatz berichtet Vaughan Smith, Gründer des Frontline Clubs – Hamid Tehrani postet seinen Videobeitrag, zu dem nicht viel zu sagen ist; der Kampf fand statt am 1. September in der Provinz Helmand, im Süden Afghanistans. Die Soldaten, die wir sehen, sind sowohl britische als auch afghanische, sie kämpfen gegen eine Gruppe von Taliban.
Berggorilla bedroht
Nicht nur Menschen sind durch Krieg bedroht: Auch der ohnehin gefährdete Berggorilla im Virunga Nationalpark leidet unter den Kämpfen im Kongo. Das Gebiet, in dem die Menschaffen heimisch sind, ist inzwischen in Hand der Rebellen. Der Blog Gorilla Protection berichtet über die Situation.
Erbeben in Indonesien
Über das Erdbeben der Stärke 8, das Indonesien traf und Tsunami-Warnungen auslöste, ist bereits auf verschiedenen Blogs zu lesen, die Preetam Rai zusammentrug. Sogar in Singapur waren die Erdstöße noch zu spüren. Wie man sich dort vergewissern kann, dass es sich um eine Erdbeben handelt, schreibt Mr. Miyagi: Man stelle ein Glas Wasser auf den Tisch – wenn sich gleichmäßige Wellen im Glas zeigten, könne man ziemlich sicher sein, dass die Erde bebt.
Shinzo Abe auf wackligem Posten
Seine Position ins Wanken gebracht habe der Premierminister Japans, Shinzo Abe, indem der den USA Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus in Afghanistan auch über den ersten November hinaus zugesagt habe, schreibt Hisane Masaki. Dieser Einsatz sei in der japanischen Bevölkerung nicht gern gesehen, und es sei in Japan sehr ungewöhnlich, die eigene politische Situation wegen außenpolitischen Themen zu riskieren. Doch tatsächlich äußerte sich der Premier: „Ich habe nicht vor, an meinen Verantwortungen festzuhalten“, wenn die japanische Mission nicht über den ersten November hinaus geführt werde.
Partielle Sonnenfinsternis
Während der 11. September für einen Großteil der westlichen Welt unausweichlich mit den Anschlägen auf das World Trade Center verbunden ist, hatte er dieses Jahr für Waldemar Cono Fontes Reyes eine andere Bedeutung: Es war der Tag einer partiellen Sonnenfinsternis, über die er, der zur Zeit in der Antarktis wohnt, berichtet.
Neonazis in Israel II
Über Neonazis in Israel berichtet Yehonathan Tommer wie bereits am Montag. Seinen Artikel „Hass, Feindseligkeit und Entfremdung“ haben wir für Sie übersetzt, Sie finden ihn hier.
Marie Naumann & Martin Stahlke










