Twitter ist mehr als Spaßfaktor

Ein grundlegendes Phänomen in unserer Gesellschaft ist, dass wir scheinbar liberale Freiheit, Entscheidungsautonomie und mannigfaltige Entscheidungsmüglichkeiten in unserer individuellen Lebensgestaltung finden. Scheinbar deshalb, weil wir in Wirklichkeit ständig gesellschaftlichen Zwängen unterliegen. So auch die scheinbare Freiheit im Internet. Voyeurismus im Internet boomt. Dies nicht nur in sexueller Hinsicht. Twitter bedient

juhu.jpgEin grundlegendes Phänomen in unserer Gesellschaft ist, dass wir scheinbar liberale Freiheit, Entscheidungsautonomie und mannigfaltige Entscheidungsmüglichkeiten in unserer individuellen Lebensgestaltung finden. Scheinbar deshalb, weil wir in Wirklichkeit ständig gesellschaftlichen Zwängen unterliegen. So auch die scheinbare Freiheit im Internet. Voyeurismus im Internet boomt. Dies nicht nur in sexueller Hinsicht. Twitter bedient den Onlinevoyeurismus massiv.

Microblogging ist erfolgreiche Kommunikationsform

Das Web 2.0 ist das interaktive, soziale Netz der Zukunft und Gegenwart. Kommunikation funktioniert hier anders. Simplifiziert ausgedrückt kann man die Entwicklung des Internet folgendermaßen ausdrücken: Zuerst wurde das World Wide Web aus der Militärtechnologie Arpanet geboren. Dann kam das alles umfassende Internet. Das Web entwickelte sich seit damals immer mehr zu einer digitalen Kommunikationsplattform, die den (geistigen) Voyeurismus und den Cyberexhibitionismus massiv bedient. Den virtuellen Totalexhibitionismus brachten wohl Twitter & Co. Twitter ist der derzeit angesagteste “Social Messaging”-Dienst des Web 2.0. So fragt Twitter seine Nutzer, was sie gerade so machen und gibt ihnen anschließend maximal 140 Zeichen für die Antwort, die dann sofort für die ganze Welt lesbar ist. Der Ansturm ist enorm. Twitter gehürt in Technorati nach wie vor zu den Top-Suchen.

Twitter ist mehr als: What are you doing?

In einer Studie wurde die Public Timeline von Twitter zwei Monate lang analysiert. Der Social-Messaging-Dienst bedient zwar Exhibitionismus und Voyeurismus, interessant bleibt dennoch, dass auf Grund der Würter/Themenanalyse beispielsweise zum Vorschein kommt, dass Twitter eine extrem hohe Netzwerkkomponente aufweist. Auch werden technische Themen sehr stark über Twitter transportiert. Das bedeutet, dass Twitter nicht nur ein perfektes Social-Web-Instrument ist, sondern auch zum Wissenstransfer bestimmter Themen beiträgt. Was zumindest erstaunlich bleibt, denn ein wesentliches Element von Twitter bleibt der Onlinevoyeurismus. Schenken wir Psychiatern und Sozialpsychologen zumindest ein wenig Glauben, dann ist der Voyeurismus, also der Hang anonym, aber beobachtend, bei anderen im Wohnzimmer zu sitzen, ein menschlicher Charakterzug, der uns hilft mit Dingen fertig zu werden, vor denen wir Angst haben. Dieser Gedanke weitergesponnen würde bedeuten, dass Twitter zu einer Onlinekatharsis unserer Alltagsängste beiträgt.

Web-Auguren sehen das “next big thing”

Wo viel analysierter Content, hoher Traffic und viele User anzutreffen sind, ist auch die Werbebranche nicht weit. Nützlich wird laut focus.de Twitter für das Marketing allerdings erst durch Funktionen, die die wirklich interessanten Dinge herausfiltern. Werden die Web 2.0 Anwendungen nicht nur für Privatzwecke genutzt, sondern sinnvoll für Corporate Blogs oder externe Firmenkommunikation eingesetzt, dann haben sie enormes Marktpotential. Privat ist das Thema “Twitter” einfach ein Spaßfaktor für Web 2.0 Jockeys. In Realtime kann sich der Cybercowboy entblättern. Egal wann, egal was, egal wie. Natürlich ist Google bereits auf den Web-Tsunami Twitter aufgesprungen und integriert so manchen Twitter-User in den Googlenews. Daraus ergeben sich tatsächlich Corporatestrategien: Rascher, effektiver Communityaufbau, bestimmte News künnen über Twitter versandt werden oder aber, kann sehr rasch Expertenwissen zu einem aktuellen Thema, quasi in Echtzeit eingeholt werden.

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