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Vermischtes

Prophetenwitze unerwünscht und Söldner im Irak - Bürgerjournalismus weltweit

Dienstag, den 18. September 2007 um 18:26 Uhr von Redaktion Readers Edition

Proteste gegen den Comiczeichner Vilk. Screenshot via Tagesspiegel.de

„Junge, wie heißt Du?“ „Ich heiße Babu.“ „Es ist üblich Mohammed vor dem eigenen Namen zu nennen. Wie heißt Dein Vater?“ „Mohammed Abu.“ „Was hast Du da auf dem Schoß?“ “Mohammed Katze.”

Dieser Witz, abgedruckt in einer Zeitung in Bangladesh, hat, wie wir von Rezwan auf Global Voices erfahren, in dem größtenteils islamischen Land für ähnlichen Aufruhr gesorgt wie vor kurzem wieder der Comic eines schwedischen Zeichners. Obwohl der Witz nur den Gebrauch von Muslimischen Namen verulke, hätten die islamischen Parteien das anders gesehen und heftig dagegen protestiert – der Prophet sei durch die Zeilen veralbert, ein Katze dürfe nicht Mohammed genannt werden, der Autor müsse sich entschuldigen. Die Zeitung tat es – und veröffentlichte: „Aus Versehen“ (!) sei der Witz publiziert worden, der Autor werde dafür verantwortlich gemacht. Die Blogosphäre reagierte darauf zweigeteilt – teils empört über den Rückzug der Zeitung, teils verständig, da der Zeichner habe wissen müssen, dass man den Namen des Propheten nicht im Witz bringen dürfe…

Spiel mit der Armut auf Madagaskar

Impfungen gegen Hepatitis und Gelbfieber, einen Pass und eine Arbeitsstelle auf den Bahamas versprach ein madegassischer Unternehmer Tausenden – für eine Vermittlungsgebühr von umgerechnet 93,- Dollar, auf Madagaskar, wo der Durschnittslohn einen Dollar pro Tag beträgt, eine unvorstellbare Summe. Über 3.000 hätten ihr Hab und Gut verkauft, berichtet Mialy Andriamananjara (sic), um die Arbeitstelle bei der „Gateway Global Consultants“ zu erhalten – eine Firma, die auf den Bahamas nicht existiert. Der Betreiber dieses üblen Geschäfts mit der Sehnsucht nach einem besseren Leben, ein gewisser Steve Turmel, darf das Land nicht mehr verlassen, ihm wird wohl der Prozess gemacht… Bloggerin Jentsila allerdings wundert sich über die naive Leichtgläubigkeit ihrer Landsleute.

Agoravox

Die US-amerikanische Firma „Blackwater“ ist eigentlich eine Sicherheitsfirma, aber nicht Wenige bezeichnen die Aktivität Blackwaters als Söldnertum. Laut eigener Homepage handelt es sich um die „übergreifendste professionelle militärische, strafverfolgende, Sicherheits- und Friedenssichernde und ’stabilitätsoperierende’ Firma der Welt“. Neben einem umfassenden militärischen Training für die ‘Angestellten’ gehören auch Panzerwagen, Hubschrauber und sogar ein Zeppelin zur Ausrüstung der privaten Firma. Als solche war sie auch im Irak tätig, seitdem sie 2003 als Sicherheitspersonal für den damaligen US-Botschafter Paul Bremer angestellt wurden. Diese Ära scheint nun vorbei zu sein, seit vergangenem Sonntag ist der Firma von der irakischen Regierung die Lizenz entzogen worden. Hintergrund ist eine Schiesserei bei der acht irakische Zivilisten ums Leben kamen und weitere dreizehn verletzt wurden, Blackwater selbst weist alle Schuld von sich.

Kriminelle Nachlässigkeit

Für Matthew Iglesias ist in seiner Betrachtung der Vorgänge der Lizenzentzug eine notwendige Folge. Er zitiert Mark Kleiman, wonach „die Blackwater Söldner nicht einer militärischen Disziplin unterliegen was sie aus den Genfer Verträgen ausschließt. Von strafrechtlicher Verfolgung sind sie ausgenommen“. Das Leute wie diese sich frei im Irak bewegen können und dabei ihrer Tätigkeit nach eigenem Gutdünken nachgehen können sei eine geradezu kriminelle Nachlässigkeit der irakischen Regierung. Doch auch wenn Blackwater sicherlich die am profilierteste private Sicherheitsfirma sei, so gebe es noch andere. Und das Blackwater bislang, und diese anderen Firmen weiterhin frei handeln konnten und können zeige den imperialistischen Charakter des ganzen Unternehmen.

Worldchanging

„Uns geht’s gut“

Da OhmyNews im Augenblick technische Schwierigkeiten zu haben scheint, werfen wir zur Abwechslung wieder einmal einen Blick auf die Umweltseite „Worldchanging“. Hier findet sich der neueste Podcast von Jennifer Leonard, die den Künstler Jonathan Harris interviewt hat und mit ihm über Mythologie, Liebe, Verluste und über seine Arbeit spricht, in der die Kunst auf die Computerwissenschaft trifft unter dem Motto „We feel fine“.

Autofreier Tag in China

Dass China dieses Jahr zum ersten Mal an dem Aktionstag „Autofreier Tag“ (22. September) und der Woche der Mobilität teilnimmt, berichtet Mara Hvistendahl. Autofrei war China vor nicht allzu langer Zeit fast immer, heute sieht das anders aus, innerhalb der letzten drei Jahre hat sich die Anzahl der Autos verdreifacht auf die stattliche Zahl von 20 Millionen, allein in Peking kommen wöchentlich 1.000 Fahrzeuge dazu. Hvistendahl gibt vorsorglich Tipps, wie man den Boom verhindern könne: Hört auf, Autobahnen zu bauen! Baut Magnetbahnen! Versteuert Benzin! Na, darüber würden sich die Chinesen bestimmt genauso freuen, wie der Rest der Welt…

Martin Stahlke & Marie Naumann

Photo: Screenshot via Tagesspiegel.de

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Eine Reaktion zu “Prophetenwitze unerwünscht und Söldner im Irak - Bürgerjournalismus weltweit”

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  1. Readers Edition » Homophobie und Hass gegen andere - Bürgerjournalismus weltweit

    am 20. September 2007 um 03:33 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Wieder einmal hat ein Comic für Ärger gesorgt, dieses Mal insbesondere in der iranischen Blogosphäre Nordamerikas: Ein Zeitung aus Chicago, „The Columbus Dispatch,“ veröffentlichte eine Zeichnung des Irans als Gulli, aus dem massenweise Kakerlaken fliehen. Nicht schön und auch nicht besonders witzig. Entsprechend die empörten Reaktionen, die Hamid Tehrani zusammengetragen hat. Interessant ist auch die Diskussion zu dem Artikel. […]

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