€žJunge, wie heißt Du?€œ €žIch heiße Babu.€œ €žEs ist üblich Mohammed vor dem eigenen Namen zu nennen. Wie heißt Dein Vater?€œ €žMohammed Abu.€œ €žWas hast Du da auf dem Schoß?€œ €œMohammed Katze.”
Dieser Witz, abgedruckt in einer Zeitung in Bangladesh, hat, wie wir von Rezwan auf Global Voices erfahren, in dem grüßtenteils islamischen Land für ähnlichen Aufruhr gesorgt wie vor kurzem wieder der Comic eines schwedischen Zeichners. Obwohl der Witz nur den Gebrauch von Muslimischen Namen verulke, hätten die islamischen Parteien das anders gesehen und heftig dagegen protestiert – der Prophet sei durch die Zeilen veralbert, ein Katze dürfe nicht Mohammed genannt werden, der Autor müsse sich entschuldigen. Die Zeitung tat es – und verüffentlichte: €žAus Versehen€œ (!) sei der Witz publiziert worden, der Autor werde dafür verantwortlich gemacht. Die Blogosphäre reagierte darauf zweigeteilt – teils empürt über den Rückzug der Zeitung, teils verständig, da der Zeichner habe wissen müssen, dass man den Namen des Propheten nicht im Witz bringen dürfe…
Spiel mit der Armut auf Madagaskar
Impfungen gegen Hepatitis und Gelbfieber, einen Pass und eine Arbeitsstelle auf den Bahamas versprach ein madegassischer Unternehmer Tausenden – für eine Vermittlungsgebühr von umgerechnet 93,- Dollar, auf Madagaskar, wo der Durschnittslohn einen Dollar pro Tag beträgt, eine unvorstellbare Summe. Über 3.000 hätten ihr Hab und Gut verkauft, berichtet Mialy Andriamananjara (sic), um die Arbeitstelle bei der €žGateway Global Consultants€œ zu erhalten – eine Firma, die auf den Bahamas nicht existiert. Der Betreiber dieses üblen Geschäfts mit der Sehnsucht nach einem besseren Leben, ein gewisser Steve Turmel, darf das Land nicht mehr verlassen, ihm wird wohl der Prozess gemacht Bloggerin Jentsila allerdings wundert sich über die naive Leichtgläubigkeit ihrer Landsleute.
Die US-amerikanische Firma €žBlackwater€œ ist eigentlich eine Sicherheitsfirma, aber nicht Wenige bezeichnen die Aktivität Blackwaters als Süldnertum. Laut eigener Homepage handelt es sich um die €žübergreifendste professionelle militärische, strafverfolgende, Sicherheits- und Friedenssichernde und ‘stabilitätsoperierende’ Firma der Welt€œ. Neben einem umfassenden militärischen Training für die ‘Angestellten’ gehüren auch Panzerwagen, Hubschrauber und sogar ein Zeppelin zur Ausrüstung der privaten Firma. Als solche war sie auch im Irak tätig, seitdem sie 2003 als Sicherheitspersonal für den damaligen US-Botschafter Paul Bremer angestellt wurden. Diese Ära scheint nun vorbei zu sein, seit vergangenem Sonntag ist der Firma von der irakischen Regierung die Lizenz entzogen worden. Hintergrund ist eine Schiesserei bei der acht irakische Zivilisten ums Leben kamen und weitere dreizehn verletzt wurden, Blackwater selbst weist alle Schuld von sich.
Kriminelle Nachlässigkeit
Für Matthew Iglesias ist in seiner Betrachtung der Vorgänge der Lizenzentzug eine notwendige Folge. Er zitiert Mark Kleiman, wonach €ždie Blackwater Süldner nicht einer militärischen Disziplin unterliegen was sie aus den Genfer Verträgen ausschließt. Von strafrechtlicher Verfolgung sind sie ausgenommen€œ. Das Leute wie diese sich frei im Irak bewegen künnen und dabei ihrer Tätigkeit nach eigenem Gutdünken nachgehen künnen sei eine geradezu kriminelle Nachlässigkeit der irakischen Regierung. Doch auch wenn Blackwater sicherlich die am profilierteste private Sicherheitsfirma sei, so gebe es noch andere. Und das Blackwater bislang, und diese anderen Firmen weiterhin frei handeln konnten und künnen zeige den imperialistischen Charakter des ganzen Unternehmen.
€žUns geht’s gut€œ
Da OhmyNews im Augenblick technische Schwierigkeiten zu haben scheint, werfen wir zur Abwechslung wieder einmal einen Blick auf die Umweltseite €žWorldchanging€œ. Hier findet sich der neueste Podcast von Jennifer Leonard, die den Künstler Jonathan Harris interviewt hat und mit ihm über Mythologie, Liebe, Verluste und über seine Arbeit spricht, in der die Kunst auf die Computerwissenschaft trifft unter dem Motto €žWe feel fine€œ.
Autofreier Tag in China
Dass China dieses Jahr zum ersten Mal an dem Aktionstag €žAutofreier Tag€œ (22. September) und der Woche der Mobilität teilnimmt, berichtet Mara Hvistendahl. Autofrei war China vor nicht allzu langer Zeit fast immer, heute sieht das anders aus, innerhalb der letzten drei Jahre hat sich die Anzahl der Autos verdreifacht auf die stattliche Zahl von 20 Millionen, allein in Peking kommen wüchentlich 1.000 Fahrzeuge dazu. Hvistendahl gibt vorsorglich Tipps, wie man den Boom verhindern künne: Hürt auf, Autobahnen zu bauen! Baut Magnetbahnen! Versteuert Benzin! Na, darüber würden sich die Chinesen bestimmt genauso freuen, wie der Rest der Welt
Martin Stahlke & Marie Naumann
Photo: Screenshot via Tagesspiegel.de
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