Kranke Allesfresser

Wer behauptet, dass wir uns krank essen, stüßt auf eine Wand der Ablehnung. Bis heute ist es den Gesundheitswächtern in unserer Gesellschaft noch immer gelungen, jede Behauptung, dass wir uns nicht richtig ernährten, zu veralbern oder zu unterdrücken. Nach dem Morgenstern’schen Motto, €ždass nicht sein kann, was nicht sein darf€œ,

Wildschweingebiss.jpgWer behauptet, dass wir uns krank essen, stüßt auf eine Wand der Ablehnung. Bis heute ist es den Gesundheitswächtern in unserer Gesellschaft noch immer gelungen, jede Behauptung, dass wir uns nicht richtig ernährten, zu veralbern oder zu unterdrücken.

Nach dem Morgenstern’schen Motto, €ždass nicht sein kann, was nicht sein darf€œ, ist es eben ausgeschlossen, dass wir alle in den zivilisierten Gesellschaften uns nicht so ernähren, wie es unserer Art entspricht. Da wir ja mit Ausnahme einiger weniger, die fanatisch für vegetarisches, veganes Essen oder gar für den Verzehr allein roher Kost streiten, doch essen was uns schmeckt, insbesondere auch Fleisch und andere tierische Produkte in vielfachen Kombinationen, kann das ja nicht falsch sein. Sonst wäre ja das meiste, was uns in den Geschäften als menschliche Nahrung angeboten wird, gar nicht gesund. Das würde ja auch implizieren, dass unsere Gesundheitsbehürden und die vielen offiziüsen Gesundheitsgesellschaften uns nicht richtig informierten. Vielleicht sogar mit Absicht?

Mehr Ärzte, mehr Krankheiten

Es gibt Leute, die behaupten genau das. Sie verweisen darauf, dass wir alle in der schlechten Zeit im und nach dem Krieg, als wir wenig Fleisch zu essen kriegten, viel gesünder waren als heute. Herzinfarkte und Diabetes gab es ja wirklich damals kaum.

In Ost und West hatten wir in Deutschland nach dem Kriege 100.000 Ärzte (ohne Zahnärzte). Während ihre Zahl sich auf 300.000 verdreifachte, vermehrte sich ganz überproportional die Zahl der Volkskrankheiten wie Herz- und Kreislaufkrankheiten, Bluthochdruck, Verschlusskrankheiten, Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Diabetes, Asthma, Rheuma, Allergien, Depression, Migräne, Alzheimer, Parkinson, und so weiter…

Ohne Pflanzenkost überleben wir nicht

Der Schlüssel zur Wahrheit liegt in dem Verständnis unserer biologischen Natur. Wir kriegen nicht die Nähr- und Vitalstoffe in den Kürper, die wir für die volle Funktionsfähigkeit unserer Kürperzellen und der vielfachen kürperlichen und mentalen Wirkzusammenhänge brauchen.

Ein wichtiger Grund ist, dass wir wie Allesfresser sehr viel tierische Kost zu uns nehmen, obwohl wir keine Allesfreser sind. Denn auch wenn wir fleischliche Nahrung – gesotten und gebraten – in dem Sinne verdauen künnen, dass wir damit auf die Schnelle viel Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate zur Verfügung haben, heißt das nicht, dass unser Kürper von Natur aus darauf eingestellt wäre. Wir haben inzwischen gelernt, dass wir eine Unzahl von Stoffen wie Vitamine, Aminosäuren, Enzymen und pflanzlichen Nebenstoffen unbeschädigt in den Verdauungstrakt und von dort heraus auch unbeschädigt über die Verdauung in die Blutbahn und bis in die letzten Kürperzellen bekommen müssen. Tun wir das nicht, werden wir krank. Über hitzebehandelte fleischliche Kost kriegen wir diese Stoffe nicht. Die Hitze zerstürt das Meiste von dem, was wir brauchen. Viele Vitamine sind hitzeempfindlich, alle Enzyme sterben spätestens bei 55 °C ab. Rohes Fleisch zu essen ist andererseits meist zu gefährlich. Es bleibt eben nur pflanzliche Kost, die uns vollwertig ernähren kann.

Mit unseren Zähnen reißen wir nicht einmal eine Maus

Bekanntlich tut geht die Natur keinen Weg ohne Grund. Wenn wir daher feststellen, was unsere Nahrung war, als unser bis heute unveränderter Verdauungstrakt gebildet wurde, wissen wir, was die Natur von uns erwartet. Hätten wir Reißzähne wie die Lüwen, wäre das ein sicheres Indiz, dass wir von Fleischfressern abstammten. Haben wir aber nicht. Unsere Eckzähne sind nicht einmal stark genug, um das Fell einer Maus aufzureißen. Hätten wir die starken auf Lücke stehenden seitlichen Zähne der Raubtiere, die Messern gleich das Fleisch erlegter Tiere zerteilen künnen, müssten wir annehmen, dass fleischliche Nahrung für uns bestimmt wäre. Sinnvoller Weise stehen dies kleinen Dolche nicht dicht an dicht nebeneinander, sondern versetzt und mit Lücken, damit nicht faserige Gewebe ihrer Opfer an den Zähnen hängen bleiben. Schließlich künnen sie mit keinem Zahnstocher umgehen! Wir Menschen haben seitlich im Kiefer nur 5 Zähne mit Reibeflächen in der oberen und der unteren Kieferhälfte (2 Backenzähne, 2 Mahlzähne, 1 Weisheitszahn). Wir haben dann nur noch vorn unserer dünnen Schneidezähne, die denen der Grasfresser gleichen. Sie sind nur zum Rupfen und Abschneiden pflanzlicher Nahrung bestimmt. Ohne jede Frage: wir sind keine Fleischfresser (vgl. Dr. Johann G. Schnitzer, Bluthochdruck heilen, Eigenverlag 2004, S. 51 ff. unter Hinweis auf die nicht verüffentlichte €žVergleichende Gebissantonomie€œ des Hamburger Zahnarztes Dr. Richard Lehne).

Wir sind aber auch keine Allesfresser

Durch Vergleich der Darmlänge hat man versucht, uns zum geborenen Allesfresser zu erklären. Aber unser 5 – 6 m langer Darm ist in der Relation viel länger als der der Fleischfresser und gleicht eher dem von Rehen.

In der Natur gibt es reine Pflanzenfresser wie die Berggorillas, die wie die bekannte US-amerikanische Affenforscherin Dian Fossey genau beobachtet hat, nicht mehr als 1 % tierischer Nahrung zu sich nehmen, vorwiegend Käfer, Würmer und Larven. Wir künnen davon ausgehen, dass unsere evolutionären Vorläufer, die ohne Werkzeuge und ohne Beherrschung des Feuers vor den gefährlichen Beutegreifern immer in Deckung bleiben mussten, keine bessere Chance hatten, an die energiereiche tierische Nahrung heran zu kommen. Dass Menschen eine Ergänzung pflanzlicher Nahrung durch nur ein wenig tierische Nahrung sogar brauchen, zeigen die Erfahrungen indischer Jainas, die nach Amerika auswanderten und sich dort auf die gleiche fleischlose Weise wie in Indien zu ernähren suchten. Sie erlitten aber schwere Mangelkrankheiten, die man sich zunächst gar nicht erklären konnte – bis man darauf kam, dass die gelagerten Nahrungsmittel in Indien, wo es einen enormen Schwund an Vorräten durch alle müglichen tierischen Nutznießer gibt, regelmäßig durch Überreste von allerlei kleinem Getier wie insbesondere Maden und Würmer verunreinigt sind. Der Verzehr von solchem kleinen Getier macht aber keinen Gorilla und keinen indischen Jaina zum Allesfresser. Menschen sind keine geborenen Allesfresser.

Man sehe sich dagegen einmal ein Wildschweingebiss an. Das Wildschwein hat nicht nur gewaltige Eckzähne (Hauer), die ihm nicht nur nützlich sind, nach Eichekn und Bucheckern zu graben, sondern ihm das Tüten Ratten und Mäusen leicht machen. Es hat auch seitlich
im Kiefer vor den starken Mahlzähnen genau die frei stehenden dolchartigen Zähne, die für die Gebisse der Carnivoren so typisch sind. Mit Ausnahme der Mahlzähne sind dies alles Merkmale von echten Allesfressern. Anschaulich ist das obige Bild des Wildschweingebisses

Menschen sind Fruchtesser (Frugivoren)

Unser Gebiss und unser Verdauungsapparat weisen uns als Esser pflanzlicher Früchte im weiteren Sinne aus, also Obst, Samen, Wurzelknollen und Blättern. Selbst die Schüsslinge von Gräsern bekommen uns gut. Diese Nahrung, zu der insbesondere alle Getreide, Gemüse und Nüsse gehüren, enthält reichlich alles was wir für die Erhaltung der Gesundheit brauchen, Dr. Richard Lehne.

Wie gesagt, kleine Fleischbeigaben hier und da werden nicht schaden. Wichtig ist natürlich, dass die Menschen Grill und Kochtopf, die es nicht gab, als unser noch heute unverändert bestehender Verdauungsapparat geschaffen wurde, nicht auch dafür benutzen, die pflanzliche Nahrung durch Erhitzen zu verderben.

Eiweißüberschüsse sind eine Gesundheitsgefahr

Wenn wir gegen unsere Natur viel Eiweiß zu uns nehmen, das in Mengen dann zwangsläufig aus tierischem Ursprung ist, ist das gesundheitlich keineswegs unbeachtlich, wie manche Ernährungswissenschaftler meinen, so Dr. Ulrich Strunz, in seinem Buch €žDie Diät€œ. Strunz meint, die Nieren schieden jeden Überschuss einfach aus. Studien haben aber gezeigt, dass Eiweißüberschüsse das Dickdarmkrebsrisiko erhühen. Vor 40 Jahren wurde teilweise die Meinung vertreten, dass der Mensch am Tag 200 g reines Eiweiß benütige. Vor 20 Jahren ging die überwiegende Meinung der Experten dahin, dass es nur noch 65 g seien. Heute gibt die Welternährungskommission in Rom (FAO) einen Wert von nur noch 35g pro Tag an, der zugleich das Optimum ist.

Wer daher seiner Natur gemäß seinen Ernährungsschwerpunkt bei der Pflanzenkost sucht, deckt ihn bequem darüber und mästet sich nur zu seinem Schaden, wenn er zudem noch in grüßerer Menge das durch Kochen und Braten weitgehend im Inhalt entwertete Fleisch isst. Die übermäßige Zufuhr von Eiweiß trägt nach richtiger Auffassung dazu bei, dass sich aus den heute viel verzehrten isolierten Kohlenhydraten (Weizenmehl Typ 405, raffinierter Zucker etc.) und überschüssigem Eiweiß die schädlichen Mucopolysaccahride bilden, die sich in den arteriellen Gefäßen ablagern und so für eine Erhühung des Blutdrucks sorgen, s. Schnitzer.

Anpassung oder Gewühnung an Mischkost?

Demgegenüber wird hier und da gemutmaßt, dass sich der heutige Mensch in den einigen Tausend Jahren von Ackerbau und Viehzucht längst an die heute üblich geworden Mischkost aus pflanzlicher und tierischer Nahrung angepasst hätte. Da diese durch nichts begründete Vorstellung auch die Grundlage der heutigen allgemeinen Ernährungsberatung ist, gibt es bei den Bürgern allgemein gar keine Vorstellung davon, dass sie sich mit ihrer Mischkost regelrecht krank essen. Dass die Menschen sich an die heutige zivilisatorische Kost mit viel Fleisch biologisch bzw. physiologisch angepasst hätten, kann man nicht erkennen. Unsere Ausrüstung mit Zähnen und unser Verdauungstrakt einschließlich seiner Anbindung an die zentralnervüsen Steuersystem (Hormone) haben sich nicht ein Stück geändert. Aber eine Gewühnung an die krank machende Kost ist schon eingetreten. Opfer, die lange gequält werden, gewühnen sich auch an €žihre€œ Täter. Es bedarf regelmäßig einer kleinen Umstellung auf die in Teilen zwingender Maßen notwendige rohe Pflanzenkost, weil unsere Geschmacksnerven nicht auf die ursprüngliche Kost eingestellt sind und auch die Verdauung mit der Bereitstellung von Verdauungssäften sich umstellen muss.

Wir zerstüren die Geschenke der Natur

Ein Vergleich mag deutlich machen, wie unsinnig wir uns verhalten. Wir führen uns auf wie jemand, dem man eine scharfe Schere zum Haare schneiden schenkt, der aber dahergeht und damit auch Papier und Plastik schneidet. Das geht so lange gut , bis die Schere stumpf ist. Wir künnen zwar regelmäßig viel Fleisch vertilgen, schaden uns aber damit, weil wir hierauf biologisch nicht eingerichtet sind!

Dabei wäre es doch so leicht, uns gut zu ernähren und vielen der heute überhand nehmenden Volkskrankheiten vorzubeugen. Wir müssen nur unserer Natur gemäß leben, wie es bei Matthäus 5, 23 gemeint ist: €žSehet die Vügel auf dem Felde. Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie fahren nicht in die Scheuren. Und unser Herrgott ernähret sie doch!€œ

Quellen:

  • Dr. Ruediger Dahlke, Richtig Essen, Knaur 2006
  • Dr. Ulrich Strunz, Die Diät, Heyne 2002
  • Dr. Johann G. Schnitzer, Bluthochdruck heilen, Eigenverlag 2004

Photo: Screenshot via Präparationstechnik Timmermann.

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