Blackwater, Rassismus und Cholera im Irak - Bürgerjournalismus weltweit

- Blackwater - Sicherheitsdienste im Irak. Screenshot via change-links.org
Mit Salam Adik hat Global Voices einen neuen Mitarbeiter gewonnen, der die Blogs im Irak betrachtet. Adik hat den Großteil seines Lebens in London verbracht und führt auch ein eigenes Blog. Sein heutiges Thema auf GV ist der Blackwater Skandal, und er gibt einen guten Überblick über die Reaktionen und Kommentare zur Kündigung der amerikanischen Sicherheitsfirma, deren Tätigkeit im Irak beendet werden soll, nachdem Mitarbeiter der Firma mehrere Zivilisten töteten.
Bleibt Blackwater im Irak?
„Widerwärtige Blackwater“ schreibt zum Beispiel Imad Khadduri auf seinem englisch-arabischen Blog, und führt aus, dass die Firma aus Kriegsprofiteure und Kriminellen bestünde. Imad übersetzt zudem viel Hintergrundmaterial, so zum Beispiel die Gesetze, die diesen Sicherheitsfirmen quasi eine Lizenz zum Töten gäben, einen Augenzeugenbericht und mehr. Baghdad Treasure sagt gradewegs, wie froh er sei, dass die „Mörder“ endlich verbannt würden und macht die Beobachtung, dass solche Firmen das Ansehen der US Armee extrem schädigten – zu viele würden eine direkte Verbindung zwischen beiden sehen. Raed befürchtet, dass es niemals zum Abzug der Firma kommen wird – und ruft zu Protest-Mails auf. Zappy stellt fest, dass Blackwater im Irak den Amerikanern mehr geschadet hat, als Al-Kaida es sich je habe erhoffen können … ein zynisches „Good Job, Blackwater!“ sei angebracht… Alive in Baghdad hat Reaktionen auf den Tod der Zivilisten auf Video aufgezeichnet: Bilder, die wohl kaum ins Fernsehen kommen.
Blutgruppen und Charakter
Einer Studie der Yonsei-Universität in Korea zufolge könne man anhand von Blutgruppen die Charaktereigenschaften eines Menschen erkennen, ein Thema, das dankbar von der Blogosphäre aufgegriffen wird, wie Hyejin Kim beschreibt. Man stelle sich vor: Blutgruppe A: Verträumt und romantisch. Blutgruppe B: der vergnügliche Optimist. Blutgruppe 0: Führungsqualitäten und voller Selbstvertrauen, Blutgruppe AB: Konsequent in Geduld und Konzentration…
Mönche demonstrieren
Über die Protestmärsche der Mönche in Myanmar schreibt Preetam Rai. Die Mönche kämpfen gegen das Militärregime – hier ein Eindruck der Demonstration:
Über das Schmelzen der Eiskappen und die damit verbundene mögliche Freilegung von ungeheuren Ressourcen im Bereich Öl und Gas sowie über die sagenhafte Abkürzung auf dem Seeweg von Europa nach Asien, gibt es eine ganz gute Zusammenfassung von Timothy James Neale. Natürlich bleibt in dem Artikel die Spannung, die dadurch zwischen Kanada, Russland, Norwegen, den USA und Dänemark entsteht, nicht unerwähnt.
Verhaftung in Beirut
Über Daniel Sharon, einen muslimischen Deutschen, der in Israel aufwuchs und am Donnerstag in Beirut wegen Spionage-Verdachts verhaftet wurde, schreibt Yehonathan Tommer. Der Autor bezweifelt, ebenso wie der Vater des 32-Jährigen, dass er er tatsächlich in Spionage verwickelt ist; Sahron selbst bestreitet seine Schuld ebenfalls – er sei nur deshalb in Beirut gewesen, weil er dort seine Homosexualität ausleben könne. Die Deutsche Botschaft im Libanon sei natürlich längst über den Fall informiert und versuche, so Tommer, zu vermitteln.
Rassismus
Gewissermaßen ein Portrait des Rassismus hat Ramzy Baroud aus Palästina verfasst – wobei der Schwerpunkt seiner Überlegungen nicht in Europa, den USA oder Südafrika liegt, sondern auf den arabischen Ländern.
Auch Agoravox titelt heute mit einem Artikel zu Blackwater – und der Autor Juan Cole bestätigt die Befürchtungen des oben genannten irakischen Bloggers: Der Irak weiche von seinen Forderungen, Blackwaterangestellte des Landes zu verbannen, ab. Das Land befände sich somit wieder in der Position einer Kolonie – wobei Cole darüber selbstzufrieden schreibt: Man könne sich schließlich nicht “gerissene Orientalen die Oberhand gewinnen lassen“…
Cholera Im Irak
Ebenfalls über das kriegsgeplagte Land schreibt Effect Measure – allerdings über die Hygiene-Bedingungen, die nach dem Angriff der Amerikaner immer schlechter würden und zu vermehrten Fällen von Cholera führten. 1500 Fälle seien inzwischen laut WHO bekannt.
Photo: Screenshot via change-links.org










