Fans, Spieler und Politiker gegen Rassismus in Fußballstadien

“Der Einsatz gegen Rassismus und Gewalt ist nur im Schulterschluss aller gesellschaftlichen und demokratischen Gruppen wirklich Erfolg versprechend”, hat der niedersächsische Innen- und Sportminister Uwe Schünemann den neuen TV- und Kinospot “Ein Herz. Ein Ziel.” vorgestellt. Gegen Diskriminierung stark machen sich in diesem Kurzfilm der Werder-Mittelfeldzauberer Diego Ribas da Cunha,

fussi2.jpg “Der Einsatz gegen Rassismus und Gewalt ist nur im Schulterschluss aller gesellschaftlichen und demokratischen Gruppen wirklich Erfolg versprechend”, hat der niedersächsische Innen- und Sportminister Uwe Schünemann den neuen TV- und Kinospot “Ein Herz. Ein Ziel.” vorgestellt. Gegen Diskriminierung stark machen sich in diesem Kurzfilm der Werder-Mittelfeldzauberer Diego Ribas da Cunha, der 96-Extraklasse-Torwart Robert Enke, der Wolfsburg-Ankurbler Marcelo do Santos Marcelinho und das HSV-Elfenbeinküsten-As Guy Demel.
Vor dem Spiel pocht das Herz dieser Bundesligaspieler, die Filmbotschaft ist deutlich: für Fußball, gegen Fremdenfeindlichkeit. Dazu Film-Ideengeber Uwe Schünemann: “Es gibt kein afrikanisches, europäisches, südamerikanisches, helles oder dunkles Herz. Bei allen schlägt es aus derselben Leidenschaft.”

Erste CD für 96-Torwart

Die erste CD bekam Robert Enke. Der niedersächsische Innen- und Sportminister bedankte sich jedoch nicht nur bei dem 96-Nationaltorwart für die Unterstützung, sondern auch bei Werder Bremen, Hannover 96, beim VfL Wolfsburg und Hamburger SV. Die Zusammenarbeit mit diesen Vereinen sei “einmalig” gewesen. Drehort war die AWD-Arena, müglich machten das 96-Präsident Martin Kind und 96-Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier. Unternehmen fürderten das Projekt ebenso wie die Integrationsbeauftragte des Landes Niedersachsen und der Landespräventionsrat. Gekostet hat der Streifen rund 25 000 Euro, produziert wurde er von Team aus Hannover und Frankfurt.
Gezeigt wird “Ein Herz. Ein Ziel” in den nächsten Wochen in den Stadien der vier beteiligten Vereine, von RTL Regional und in den Cinemaxx-Kinos von Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Redaktionell begleitet wird das Thema “Integration und Rassismus” von Hit-Radio Antenne.
Den Kampf gegen Rassismus in und um Fußballstadien hat auch das FARE-Netzwerk aufgenommen. Geplant sind vom 17. bis 30. Oktober in ganz Europa zum sechsten Mal Aktionen von Fans, ethnischen Minderheiten und Vereinen. Fußballanhänger und Mannschaften beteiligen sich mit Flugblättern, Fanszines, Transparenten und Veranstaltungen. Die Fare-Netzwerk-Fürdermittel liegen pro Aktion bei 400 Euro.

Rekordbeteiligung im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr haben sich mehr als 300 Fanclubs, Vereine, Verbände, Migrantengruppen und ethnische Minderheitenorganisationen dem Antidiskriminierungs-Ziel verschrieben. Das war neuer Teilnahmerekord.
Deutscher Fare-Netzwerk-Partner ist der eingetragene Verein “Dem Ball is’ egal, wer ihn tritt” mit Sitz in Gelsenkirchen. Derzeit organisiert dieses Fanprojekt Bolzplatzturniere in Külner Stadtteilen. Das Motto lautet ab 28. September “Küln kickt gegen Rassismus – Fußball für Toleranz”. Partner sind Schulen, Jugendeinrichtungen, lokale Initiativen, Bürgervereine und Kirchengemeinden.
Außerdem gibt es unter dem Fare-Netzwerk-Dach ein Dokumentationszentrum in Bologna. Dort werden Videos, Bücher, Fanmagazine, Webseiten und Fotos gesammelt. Für Studenten, Journalisten, Fußballfans und Migranten wird ein Informations- und Dokumentationsservice angeboten.

Photo: Screenshot via eurpaparl.europa.eu

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