Die Ereignisse in Burma werden vor allem natürlich in der Blogosphäre Asiens aufgegriffen und so liest man auf Global Voices nicht nur die Updates zu dem jüngsten Geschehen, die Preetam Rai aus burmesischen Blogs sammelt, sondern auch Stimmen aus Korea und China.
So berichtet John Kennedy, dass in der Volksrepublik die Nachrichten aus dem Nachbarland manch eine Diskussion über den eigenen Staat entfacht haben – so ist zum Beispiel ein Blogger an die Ausschreitung auf dem Platz des himmlischen Friedens 1989 erinnert und auch die Bemerkungen von verschiedenen Kommentatoren scheinen auch auf China gemünzt Allgemein werde vor allem die mangelnde Berichterstattung durch die Mainstreammedien kritisiert.
Auch in Korea, so schreibt Hyehin Kim, werde an die Demonstrationen gedacht und ein Blogger merkt an, wie merkwürdig und traurig die Situation für die burmesischen Gastarbeiter in Korea sein müsse. Viele andere kritisieren wiederum die Haltung der koreanischen Regierung – warum bliebe Korea stumm, weshalb werde in den Konflikt nicht eingegriffen?
Japans neuer Premierminister
Um die asiatischen Beziehungen will sich Yasuo Fukuda kümmern, der neue Premierminister Japans. Anders als sein Vorgänger Shinzo Abe, einem klaren anti-Nordkorea Hardliner sei Fukuda für seine freidliche Aussenpolitik bekannt und wolle, so schreibt auf OhmyNews Hisane Masaki, seine Politik gegenüber den Nachbarstaaten flexibler gestalten, um Verhandlungsbereitschaft zu signalisieren.
David und Goliath
Das Bild David und Goliath von der palästinensischen Künstlerin Rana Ghassan bewegt Ramzy Baroud zu sehr poetischen und traurigen Reflektionen zu der israelisch-palästinensischen Lage. In dem Gemälde würden starke, positive Emotionen ausgedrückt, die Einsamkeit Davids und zugleich seine Stärke, die für den Autor die Stärke der wirklichen, würdigen Opfer des Krieges ausdrückt: Es seien die Armen, oft die fast wehrlosen Jugendlichen, die ernsthaft und glaubwürdig für ihr Land kämpften.
The Kingdom
In einer seiner etwas umständlichen und langen Filmkritiken gibt sich Brian Orndorf sehr enttäuscht über den neuen Film von Peter Berg €žThe Kingdom€œ. Die Geschichte: eine FBI- Truppe (Jennifer Garner, Jason Bateman, Chris Cooper, angeführt von Jamie Foxx) ist in Saudi Arabien und muss den Kopf eines Terroristenclans finden – kommt einem ja ganz schün bekannt vor die Story. Damit sich der Film aber nicht über Jahre hinwegzieht, ist ein Limit gesetzt, eine Woche haben die Helden Zeit. Und das mit ganz anderen Mitteln, als sie es mal gelernt habenach – und es kommt natürlich auch ein guter Araber vor. Hier ein Vorgeschmack: €žWe shouldn’t be here! We shouldn’t be here!”.
[youtube yavHaoKAJaI]
Vermutlich ist die Benotung von orndorf (d+) berechtigt.
Wie Google Earth unsere Wahrnehmung ändert
Matthew Ingram berichtet von einem Plan der NAVY 600.000 US-Dollar dafür auszugeben, ein 40 Jahre altes Gebäude in der Nähe San Diegos umzubauen. Der Grund dafür ist, dass das Gebäude aus der Luft wie ein Hakenkreuz aussieht. Offenbar wurde der NAVY dies erst nach Fertigstellung des Gebäudekomplexes klar, damals jedoch wurde beschloßen, diese Tatsache zu ignorieren, da die Wahrscheinlichkeit, dass jemand dies bemerken würde, auf einige Hubschrauberpiloten begrenzt war. Im Jahr 2005 aber wurde erstmals darauf aufmerksam gemacht, dass durch die Nutzung des Programms Google Earth die Gebäudeform weltweit sichtbar sei. Nun zieht die NAVY Konsequenzen und baut das Gebäude um.
Transkription eines Gesprächs zwischen Bush und Aznar vor dem Irakkrieg
In der spanischen Zeitung El Pais ist ein Dokument aufgetaucht, dass eine Transkription (in spanisch) eines Gesprächs am 22.2.2003 zwischen US-Präsident George W. Bush und dem damaligen spanischen Ministerpräsidenten José MarÃa Aznar, der Bush in seinen Kriegsplänen und der Durchführung des Kriegs gegen den Irak unterstütze darstellt. Anwesend war auch Condoleeza Rice. Joe Cole berichtete davon gestern bereits und stellte heute eine komplette Übersetzung des Gesprächs Online (in englisch, im zweiten Teil des Artikels). Hier einige Auszüge, wiederum ins Deutsche übersetzt:
[...]
Bush: Saddam Hussein wird sich nicht verändern und wird weiterhin Spiele spielen. Es ist der Moment gekommen um ihn loszuwerden. Was mich angeht, so werde ich ab nun die Rhetorik so weit es geht abschwächen, während wir versuchen Zustimmung zur Resolution zu bekommen. [Gemeint ist eine 2. Resolution im Sinne der Resolution 1441, in der sich die UN auf die Kriegspläne der USA einläßt. Diese kam nicht zustande]. Wenn jemand gegen diese Resolution sein Veto einlegt, gehen wir rein.
[...]
Bush: Wir haben eine unglaubliches Maß an Geduld mit Saddam Hussein gezeigt. Es bleiben noch zwei Wochen. In zwei Wochen sind wir militärisch bereit. Ich denke, wir werden die 2. Resolution durchkriegen. Im Sicherheitsrat haben wir drei Afrikanische Mitglieder [Kamerun, Angola und Guinea], die Chilenen und die Mexikaner. Ich werde mit allen sprechen und mit Putin natürlich. Wir werden Ende März in Bagdad sein. [...] Die Ägypter sprechen mit Saddam Hussein. Es scheint, er habe angedeutet, dass er bereit wäre ins Exil zu gehen, wenn er eine Milliarde Dollar und alle Pläne über Massenvernichtungswaffen, die er müchte, mitnehmen kann. Gaddafi hat Berlusconi erzählt, dass Saddam Hussein bereit wäre zu gehen. [...] Wir künnen ohne Zerstürung gewinnen. Wirt planen bereits einen Post-Saddam Irak, wir glauben, dass es eine gute Basis für eine bessere Zukunft gibt. Der Irak hat eine relativ gute Bürokratie und eine zivilisierte Bevülkerung. Es kann als füderales System organisiert werden.
[...]
Aznar: [...] Es wäre gut, eine grüßtmügliche Zahl an Menschen [die den Krieg unterstützen] zu haben. Haben Sie noch etwas Geduld.
Bush: Meine Geduld ist erschüpft. Ich plane nicht länger zu warten als bis Mitte März.
Aznar: Ich erfrage nicht, dass Sie endlose Geduld haben. Nur dass Sie alles tun, damit es funktioniert.
Bush: Länder wie Mexiko, Chile, Angola und Kamerun müssen realisieren, dass die Sicherheit der USA auf dem Spiel steht und das sie mit einem Sinn für Freundschaft handeln sollten. [Der chilenische Präsident Ricardo] Lagos sollte wissen, dass das Freihandels-Abkommen mit Chile darauf wartet im Senat bestätigt zu werden und eine negative Haltung würde die Ratifizierung in Gefahr bringen. Angola erhält große finanzielle Unterstützung [um Armut zu bekämpfen] und das wäre gefährdet, wenn es nicht unterstützend handeln würde. Und Putin muss wissen, dass seine Attitüde die Beziehungen zwischen Russland und den USA in Gefahr bringt.
Aznar: Tony [Blair] würde gerne bis zum 14. März warten.
Bush: Ich bevorzuge den 10.. Dies ist ein Guter Cop / Büser Cop Spiel. Mir macht es nichts aus, der büse Cop zu sein und Blair kann der gute sein.
[...]
Aznar: Ist es sicher, dass die Müglichkeit besteht, dass Saddam Hussein ins Exil geht?
Bush: Die Müglichkeit besteht, inklusive der Müglichkeit, dass es ein Attentat gegen ihn gibt.
Aznar: Exil mit Garantie?
Bush: Keine Garantie. Er ist ein Dieb, ein Terrorist, ein Kriegsverbrecher. Verglichen mit Saddam, wäre Milosevic Mutter Theresa.
[...]
Aznar: Das einzige was mich beunruhigt, ist Ihr Optimismus.
Bush: Ich bin optimistisch, weil ich glaube, dass ich im Recht bin. Ich bin im Frieden mit mir selbst. [...] Es irritiert mich sehr, die Indifferenz der Europäer im Hinblick auf das Leiden, dass Saddam Hussein den Irakern auferlegt, zu berücksichten. Vielleicht weil er dunkelhäutig, weit weg und Moslem ist, denken viele Europäer, dass alles mit ihm in Ordnung ist.
[...]
Bush: Umso mehr die Europäer mich angreifen, desto stärker bin ich in den USA.
Photo: The Rule of Lords. Bestimmte Rechte vorbehalten
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