Local Heroes (Vol. 11): Karo

Über eine bestimmte Sorte E-Mails wird viel diskutiert und noch mehr geschimpft. An diesem sonnigen Montag will sich die Autorin dieser Zeilen jedoch auf eine Nachricht besinnen, die sie vor einigen Wochen nicht nur in ihrem Myspace-Postfach vorfand, sondern auch via des beliebten Bulletins von einem ihr und auch Ihnen,

karo.jpgÜber eine bestimmte Sorte E-Mails wird viel diskutiert und noch mehr geschimpft. An diesem sonnigen Montag will sich die Autorin dieser Zeilen jedoch auf eine Nachricht besinnen, die sie vor einigen Wochen nicht nur in ihrem Myspace-Postfach vorfand, sondern auch via des beliebten Bulletins von einem ihr und auch Ihnen, Liebe Leser, schon bekannten Künstler namens Cargo City erhielt. Diese lüste weder Missmut noch Unwohlsein aus, sondern weckte die zuweilen typisch feminine Neugier: Unbedingt anschauen! Unbedingt supporten! Tolle Musik! So die Botschaft der Message mit wenigen Worten zusammengefasst.

Natürlich wurde sofort auf die angegebene Seite in den Weiten des Myspace geklickt.

Und siehe da: Da glaubte die Autorin in der heimischen Musikszene schon so einiges an tollen Künstlern unterschiedlichster Stilrichtungen gesehen oder gehürt zu haben und musste nun feststellen, dass ihr diese Perle wahrhaft entgangen ist. Ein zartes und verträumtes Mädchengesicht blickt hier dem Betrachter entgegen. Fast melancholisch wirkt ihr gesenkter Blick. Und was der erste Eindruck erwarten lässt, bestätigt sich sofort beim Reinhüren in die ersten Songs von Karo alias Karoline Schaum. Die 26-jährige Schweinfurterin, die erst seit etwa einem Jahr die Bühnen von Würzburg bis Basel und von Berlin bis Baden erklimmt, kommt einzig mit einer Akkustik-Gitarre und ihrer wunderbar samtigen Stimme daher. Gänsehaut und sofortige Assoziationen an lauschige Abende vor einem imaginären Kamin folgen prompt.

Das Magazin neun7 bezeichnet sie wahrscheinlich gerade deshalb als vielversprechende neue Songwriterin der Region. Vielleicht zu Recht: Denn ihre Entwicklung hat sich seit dem ersten Hochladen einiger Songs auf Myspace im vergangenen Mai nach eigenen Angaben rasend schnell vollzogen. “Ich stehe noch ganz am Anfang und trete erst seit kurzem auf – dafür entwickelt sich alles rasend schnell. Die Lieder sind zum Teil noch nicht fertig und ja, eine Band wäre schün. Alles beizeiten. Ich freue mich über Kontakt zu Musikern und Nichtmusikern, Auftrittsmüglichkeiten und Sachspenden ;) Das wichtigste ist, dass Euch meine Musik gefällt. Alles andere ist ohnehin Nebensache”, schreibt die Deutsch- und Kunstgeschichte-Studentin an der Uni Würzburg auf ihrer Seite.

Ihre Einflüsse lassen dagegen keine Wünsche offen.

Jeff Buckley, Feist, Broken Social Scene oder auch Celine Dion und Ella Fitzgerald ist da zu lesen. Kein Wunder also, dass sich ihr Gesamtpaket nach eigenem Bekunden anhürt wie “niemand sonst und alle gleichzeitig”. Bei so viel Faszination scheint es beinahe nebensächlich, dass sie ihre ergreifenden Stücke bisher allein zu Hause mit Hilfe eines handelsüblichen Mikrofons, ihrer Gitarre, einem Verstärker und einem schon etwas älteren Kasettenrekordermodell aufgenommen hat. “Das soll auch so bleiben”, sagt sie gegenüber neun7, wo sie auch ihren Stil als eine Verknüpfung von 90er Pop und aktuellem Indie-Sound beschreibt, “aber ein bisschen Geld wär auch o.k.”

Doch haben nicht fast alle namhaften Künstler einmal derart klein angefangen? Karo jedenfalls scheint großes Potential zu haben, das ihr ihre mittlerweile stetig wachsende Fangemeinde auch mit zahlreichen Einträgen ins Gästebuch enthusiastisch bestätigt. “Sehr intensiv, sehr berührend”, schreibt die Eine, “hat tiefe, findet man heute leider selten”, tut der Andere kund. Ein besonderes Gespür für Melodie und Stimmung wird ihr ebenso bezeugt wie eine besonders nachhaltige Wirkung auf Zuhürer ihrer Konzerte: “Danke für den schünen Abend! Noch auf dem Weg nach Hause sind mir Blumen aus den Ohren gesprossen.”

Eine echte lokale Heldin versüßt uns also den heutigen Wochenstart. Wünschen wir ihr Glück, viel Erfolg und Kreativität auf ihrem musikalischen Weg…

Zu sehen ist die Dame übrigens demnächst in:

11.10. Disharmonie Schweinfurt
17.10. Café Cairo Würzburg
22.11. Schokoladen Berlin
25.11. Blue Shell Küln

Zur Einstimmung hier “Not In Love Song”:

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