“Ich kann von mir behaupten, durch ein ganzes Panzerregiment Geburtshilfe genossen zu haben…”, so beginnt Thomas Brussigs Buch “Helden wie wir“. Dieser Wenderoman zählt zu den besten auf dem deutschen Büchermarkt. Mit Witz, politischem Hintergrund, sprachlich ausgefeilten Passagen ist es ein Vergnügen dieses Werk zu verschlingen. Mehr als zwei Tage sind dafür nicht nütig, denn einmal angefangen, fällt es schwer es wegzulegen.
Brussig enttäuscht seine Fangemeinde nicht.
Wie in allen seinen Büchern verbindet er gekonnt die Lebensgeschichte eines “Normalsterblichen” mit der großen Weltpolitik – stets in der Wendezeit angesiedelt.
In “Helden wie wir” geht es um Klaus Uhltzscht, “der die Berliner Mauer mit seinem Penis zum Einsturz gebracht hat! Er, der Sachenverlierer, Multiperverse und persünliche Blutspender Erich Honeckers, packt aus und erzählt seine rumreiche Lebensgeschichte, die, wie er selbst meint, nobelpreisverdächtig ist. Eine Lesevergnügen aller erster Ordnung”, steht auf dem Einband geschrieben.
Mehr noch. Dieses Buch lädt dazu ein, es mehrmals zu lesen. Mehrere Stellen künnen leicht auswendig gelernt werden, so sehr brennen sich die Bilder ins Gedächtnis. Der Protagonist, der die Stasi observierte, über mehrere Seiten sich selbst zum Hühepunkt bringt, es mit der dicken fetten Wurstfrau treibt oder sich in einer Linie mit Lenin und Einstein sieht.
Einige Hänger hat das Buch dennoch. Aber diese künnen nichts an dem kurzweiligen Vergnügen trüben, die Brussig dem Leser bereitet. Ähnlich wie im Film “Forrest Gump” wirft der Autor den Helden in scheinbar belanglose Alltagssituationen, die aber bei näherer Betrachtung sich im politischen Umfeld bewegen.
Gerade deshalb ist dieses Buch allen Besserwessis, Wendehälsen, Spätgeborenen und immerfort jammernden Ossis empfohlen. Der Kinofilm kam leider bei weitem nicht an das Buch heran.
Thomas Brussigs Buch erschien bereits 1995 im Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt und erreichte 1998 schon seine 13. Auflage. ISBN: 978-3596133314. Der Autor wurde 1965 in Berlin geboren. Nach Abitur und Grundwehrdienst in der Nationalen Volksarmee begann er 1990 ein Soziologie-Studium, wechselte aber 1993 an die Filmhochschule “Konrad Wolf” in Potsdam-Babelsberg. Mittlerweile hat er sich als angesehener Autor etabliert und seine Werke werden in 28 Sprachen übersetzt. Zu seinen Romanen zählen auch “Am kürzeren Ende der Sonnenallee” und “Wie es leuchtet“.
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