Ein Mann, der heiße Eisen mit kühlen Kopf anfasst, der scharfe Fragen stellt, während er scharfes Essen würzt, und der sich niemals eine einfache Antwort gefallen lässt. So sieht sich Johannes B. Kerner wahrscheinlich selbst, und deshalb lud er jetzt die neuerdings “umstritten” genannt werden müssende Fernsehansagerin Eva Herman in seine klandestine kleine Schwatzshow. Keinesfalls wollte Kerner damit Schlagzeilen machen, keineswegs schielte er auf Quote und keineswegs wurde er unruhig, als ein Kirchenführer, dessen Name inzwischen auch schon wieder vergessen ist, aus Protest gegen die Teilnahme der umstrittenen Teilzeitbuchautorin irgendeinen Kirchenkongress vorzeitig verließ, von dessen Durchführung ohne diesen Zwergeneklat kein Mensch Kenntnis erlangt hätte.
Kerner ließ Herman eingeladen, um sie dann im Laufe seiner “Gesprächsrunde” richtig schün üffentlichkeitswirksam auszuschließen. Das sollen Maischberger oder Will erstmal nachmachen! Zuvor, reportiert die Platschquatschagentur eine sicherlich von Kerner hüchstselbst redigierte Mitteilung: “Zuvor hatte der Moderator fast 50 Minuten lang die 48-Jährige immer wieder gefragt, ob sie ihre Äußerungen zu den familiären Werten im Nationalsozialismus heute so wiederholen würde.” Ertappt! Er hatte ihr! Einfach mit Fragen die Maske vom Gesicht gerissen! Kerner im Kampf gegen das Vergessen!
Herman sei mehrfach ausgewichen und habe zudem noch ergänzt: “Wenn man nicht über Familienwerte der Nazis reden dürfe, künne man auch nicht über die Autobahnen sprechen, die damals gebaut wurden.” Als ob das noch nicht perfide genug ist, habe die Ex-NDR-Frau verkündet, “dass man nicht mehr über deutsche Geschichte sprechen künne, ohne sich zu gefährden.”
Wer sowas behauptet wird, nein, nicht erschossen. Sondern sofort vor die Tür gesetzt. QED.
Jedenfalls bei Kerner, der wie ein Mann mit der gänzlich unerwarteten Situation umging und aus dem Drehbuch seinen am letzten Wochenende mehrfach von ihm selbst zurechtredigierten Satz ablas: “Ich entscheide mich für die anderen drei Gäste und verabschiede mich von Eva Herman.” Welch ein Mut. Was für ein Mann. So aufrecht. So moralisch. So marktgängig.
Quelle: politplatschquatsch.blogspot.com
(Anmerkung der Redaktion: Die heute aufgezeichnete Sendung sollte laut netzeitung.de schon heute Abend um 22.45 Uhr mit dieser Szene ausgestrahlt werden.
Das Video der Sendung ist inzwischen via ZDF Online abrufbar.)
zum Thema:
Glaub kaum das das die Herman stüren wird. Solch medienwirksame Werbung für ihr Buch und das vüllig ohne irgendwelche Kosten!