Fragen Sie Al Gore!

Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, einem Nobelpreisträger die Frage zu stellen, die einem unter den Nägeln brennt? Seit heute ist das ohne weiteres müglich – die Fragenaktion der EnBW allerdings läuft schon länger. Mit “Sie fragen. Al Gore antwortet” wirbt der Badenwürttembergische Energiebetrieb seit etlichen Tagen. Unter der

youpec.jpg Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, einem Nobelpreisträger die Frage zu stellen, die einem unter den Nägeln brennt? Seit heute ist das ohne weiteres müglich – die Fragenaktion der EnBW allerdings läuft schon länger. Mit “Sie fragen. Al Gore antwortet” wirbt der Badenwürttembergische Energiebetrieb seit etlichen Tagen. Unter der Adresse www.climate-congress.de (man wird sogleich auf die Seiten der EnBW weitergeleitet) kann man Fragen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz einsenden. Mit etwas Glück, heißt es dort, würde man dann ausgewählt, Al Gore persünlich eine Frage zu stellen, die Fahrtkosten und Übernachtung in Berlin würden übernommen.

Welches ist die beste Frage?

“Mit etwas Glück”? Wird ausgelost? Nein, es wird getreu dem Web 2.0 auch die Müglichkeit zur Abstimmung gegeben und Einblick geboten in die bereits eingegangenen Fragen. Da tauchen sanft provokative auf, wie nach der amerikanischen Autoindustrie oder welche danach, wie man entscheiden solle, Artenschutz oder Klimaschutz? Schließlich sei zu befürchten, dass mit der verstärkten Nutzung von Biotreibstoffen die Biodiversität gefährdet würde. Auch nach Al Gores Träumen wird gefragt: “Was wäre eine Erfindung zum wirkungsvollen Klimaschutz, deren Patent Sie gerne hätten?”

Und da Gore sicherlich auch immer noch davon träumt, eines Tages Präsident zu werden, bleiben Fragen nach der internationalen Politik ebenfalls nicht aus. Auch ganz praktische Fragen – “Was kann eine einzelne Person tun, um einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten?” – finden sich.

Grüßtenteils sind die Fragen alle gemäßigter Art.

Man kann sich fragen, weshalb hier zum Beispiel die Frage nach der Kritik an Gores Film fehlt, die in letzter Zeit aufkam und offenbar nicht unberechtigt, wenn man sich auf die Entscheidung eines britischen Gerichts verlassen kann? Unwohl wird einem auch bei der Tatsache, dass man die bisherigen Abstimmungsergebnisse nur dann erkennen kann, wenn bereits abgestimmt wurde. Das ist an sich zwar nicht ungewühnlich, doch wird eine Antwort vorgegeben, wenn man nicht selbst wählen müchte: Nämlich jene, die mit den Worten endet: “Co2 kann deshalb kaum zur globalen Klimaerwärmung beitragen. Oder irre ich mich in den physikalischen/chemischen Eigenschaften dieses Gases?”. Diese Frage steht (daher?) auch unter den Top fünf.

Für Al Gore wäre sie natürlich gefundenes Fressen. Und die EnbW hätte eine Steilvorlage, um ihre CO2 Alternative, die “grüne” Kernkraft, zu präsentieren.

Photo via klimaschützer.de

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