Unser Altkanzler Dr. Helmut Kohl ist es nicht geworden, obwohl er vielleicht für einige Mitmenschen nach Willy Brandt 1971 durchaus der richtige Kandidat gewesen wäre. Der irische Rocksänger Bono, der seit Jahren nicht nur durch seine Band U2 für Schlagzeilen sorgt, kann sich auch nicht freuen. Was gestern in den Medien noch heftig spekuliert wurde, ist seit heute elf Uhr Gewissheit: Unter den 181 nominierten Kandidaten und 46 vorgeschlagenen Organisationen fiel die Wahl des Nobel-Instituts – nach Bankier Mohammed Yunus aus Bangladesch im letzten Jahr – auf den ehemaligen US-Vizerpäsidenten Al Gore und den UN-Klimarat IPCC.
Die Begründung für diese Entscheidung passt in die sich langsam weltweit herauskristallisierende Stimmungslage zum Thema Klimawandel, weshalb die Schwedische Akademie auch betont: “Gore und der IPCC haben schon sehr früh die Gefahren der globalen Klimaänderung erkannt. Wir müchten mit unseren Entscheidung die Aufmerksamkeit für dieses Thema weiter erhühen”, so der Chef des Nobelkomitees, Ole Danbolt Mjøs bei der Bekanntgabe in Oslo. Sowohl Gore als auch die Organisation seien bemüht, “grüßeres Wissen über den vom Menschen verursachten Klimawandel aufzubauen und zu verbreiten“.
Doch neben den vielen Gratulanten, die sich heute im Laufe des Tages sicherlich einfinden werden, gibt es durchaus auch Zeitgenossen, die diese Entscheidung auch kritischer sehen, was ein erster Blick in das eigens eingerichtete Forum auf spiegel.de zeigt.
Bürger-Stimmen zur Entscheidung
Von “eine sehr gute (politische) Entscheidung” über die Frage, wie weit man den Friedensbegriff denn noch fassen müchte, bis hin zu “Nein, (das) ist keine gute Wahl. Er ist lediglich ein glänzender Selbstdarsteller, der seine politische Schlappe im Sog der fraglichen Klimapolitik aller Gutmenschen dieser Welt vergessen machen müchte.”, war heute Mittag schon alles zu lesen.
Dennoch, zumindest der Chef des Welt-Klimarates, Rajendra Pachauri hatte bereits am Mittwoch im Interview mit der taz schon zu hoffen gewagt und zugleich den engen Zusammenhang zwischen Klima und Frieden unterstrichen.
“Al Gore sollte die Auszeichnung bekommen. Er hat mit seiner Aufklärungsarbeit sehr viel bewirkt. Diese Diskussion zeigt, wie direkt die Verbindung von Sicherheit und Klimaschutz ist: Wenn wir nichts unternehmen, wird die Not der Armen immer grüßer, es wird ungeahnte Flüchtlingsstrüme geben. Wenn wir jedoch gegen den Klimawandel kämpfen, engagieren wir uns auch für den Frieden.” Seine heutige Reaktion im norwegischen Fernsehen war deshalb von sichtlicher Überwältigung geprägt: “Dieser Preis geht an die internationale UN-Gemeinschaft und alle Staaten, die uns unterstützen.”
Das Preiskomitee würdigte die Arbeit des Klimarates entsprechend
“Durch die wissenschaftlichen Berichte, die der IPCC in den letzten zwei Jahrzehnten herausgegeben hat, hat er einen breiteren Konsens für den Zusammenhang zwischen menschlichen Aktivitäten und der globalen Klimaerwärmung herbeigeführt.”
Die Würfel sind also gefallen. Nach der Oscarverleihung für seinen vieldiskutierten Dokumentarfilm “Eine unbequeme Wahrheit“, hat Al Gore ein weiteres Mal für einen Grund gesorgt, um weltweit für Aufsehen im positiven wie im negativen Sinne zu sorgen. Für die Einen ist er einer der führenden Umweltpolitiker weltweit, ein Mensch, der durch seinen starken Einsatz den Kampf gegen den Klimawandel stärkt, für die Anderen springt er dagegen nur zum Selbstzweck auf einen fahrenden Zug auf. Und auch die Entscheidung für den IPCC dürfte nicht unumstritten sein. In der Diskussion um wissenschaftliche Seriüsität oder vermeintlichen Dienst an der Wirtschaft, wird es auch hier wahrscheinlich zu gespaltenen Reaktionen kommen.
Doch urteilen Sie, liebe Leser, selbst:
Ja, es werden mal wieder von irgendwelchen Meinungsmachern aufgezäumte
Rosse wie bekloppt durch’s aufgeregte Dorf gejagt.
Kampagne! halt. Wem nützt sie diesmal?
Aufgeregtheiten – instrumentalisiert für u.a. auch Firmennutzen!
Hatten wir beim Ozon-Loch, damals in den Ardennen…, auch schon mal.
Wenn rechtzeitig die Ersatz(Substitutionstreibmittel-)-Patente aufgekauft sind,
ist der Reibach gar nicht mehr zu vermeiden. Allein bei den Kühlmitteln das Monopol.
In welcher Freimaurerloge eigentlich residuiert Gore? Dieselbe wie Hillary,
die aus der Whitewater-Finanzskandal-Affäre weiß wie unschuldig damals
gehievt wurde – bis heute nicht weiter verfolgt?
Ich geb es auf, es sind eh immer dieselben Gestalten, die den Sprengstoffpreis
kriegen. Bei Wikipedia gibt es sogar eine Tabelle über die Religionszugehürigkeit
der Sprengstoff-Preis-Träger/innen auf der Diskussionsseite dazu. Wenn sie dort
noch geduldet ist. Man weiß es nicht …
Turbo