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Politik + Klimawandel

Umweltblogs, Kalter Krieg und Wahlen in Ontario - Bürgerjournalismus weltweit

Freitag, den 12. Oktober 2007 um 21:22 Uhr von Redaktion Readers Edition

Kabila wurde im Krieg zur Waise - aber gerettet. Photo: Global Voices

Dass der Friedensnobelpreis an Klimaschützer ging, passt in den Trend der Zeit – und so findet sich heute auf Global Voices ein Überblick über Umwelt-Blogs in der Republik Kongo, Ghana und Südafrika. In Kapstadt hat Juliana Rotich den Post von Carbon Copy gefunden, der sich freut, dass jetzt erneuerbare Energien ihren Weg auf die Stadtpläne gefunden hätten – in Form von solarbetriebenen Straßenlaternen. Auch Carl von Greencars betont, welchen Unterschied solche Projekte machten – schließlich verbrauche eine Straßenkreuzung ebenso viel Strom wie ein großes Haus mit drei Schlafzimmern. Außerdem seien die Ampeln sicherer, weil sie vor Stromausfall geschützt seien. Das träfe für unsere Gefilde wohl eher nicht zu… froh kann sein, wer heute einen Regenschirm dabei hat, während er auf die Bahn wartet.

In Ghana bloggt African Architecture and Design über ein „grünes“ Bauprojekt in der Hauptstadt Accra, mit Bambusverkleidungen und recycelten Ölfässern als Schindeln.
Ein Warnung vor Gutgläubigkeit spricht Antidote aus – bevor man der Werbung von großen Firmen, die ihr Umweltbewusstsein unterstreichen, glaube, solle man sich sehr genau informieren. Zwar sei z.B. Toyota marktführend in Sachen Hybrid-Autos – aber den größten Gewinn mache die Firma doch sicher mit Jeeps und Trucks… Das Blog Gorilla Protection, deren Betreiber sich auch während des Krieges um die gefährdeten Berggorillas kümmern, vermeldete gestern den Tod eines seiner Ranger. Aber es gibt auch Photos eines geretteten Gorillababys namens Kabila (s.o.).

Regen überflutet chinesische Stadt

Durch Hangzhou fließt der Qiantang Fluß, der jedes Jahr die weltweit größte Gezeitenwelle trägt, schreibt John Kennedy. An viel Wasser ist die Stadt wohl gewohnt, doch der größte Regenschauer seit einem halben Jahrhundert – ein knapper Meter in drei Stunden – habe dann doch für Aufregung gesorgt. Weshalb, kann man auf den Photos im Blog von Zhou Jianguang erkennen. Für die Reichsten der Reichsten war das Wetter mit Sicherheit kein Problem – Bob Chen schreibt über die Blogreaktionen auf die Veröffentlichung der Listen mit den wohlhabendsten Chinesen, darunter Yang Huiyan, die stolze 16,2 Milliarden Dollar ihr eigen nennen kann. Im Alter von 26 Jahren.

80 Peitschenhiebe

„Was passiert, wenn man einen verzweifelten Diktator, einen korrupten religiösen Führer, Stimmen der Opposition und eine verwundetes Volk mischt?“, fragt ironisch D B Shbrawy und findet die Antwort in den ägyptischen Blogs: Eine verquere Vereinigung von Hosni Mubarak, der muslimischen Al Azhar Universität und ihren freiheitsbeschränkenden Verdammungen. Ein Al Azhar Scheich hatte vor Publikum, darunter Mubarak, behauptet, man müsse jene, die Gerüchte verbreiteten, mit 80 Peitschenhieben bestrafen. (Er bezog sich auf etliche Journalisten, die wegen Falschmeldungen über Mubarak in Haft genommen worden waren.)

OhmyNews

Ein zweiter Kalter Krieg

Die Gefahr eines zweiten Kalten Krieges sieht Michael Webowski nahen. In seinem Kommentar bemerkt er, dass die Stimmung zwischen Russland und den USA angespannter sei, als vor 18 Jahren, als der eiserne Vorhang fiel. Nie zuvor sei soviel Geld für Waffen auszugeben und auch das amerikanische Vorhaben, eine Raketenabwehr-Station in Europa zu errichten, wertet der Autor als Affront, während Russland mit dem 24-Stundenflug um die Welt seien Muskeln spielen lasse. Dazu kämen verbale Attacken. Was dagegen mit Europa geschehe – das sei die Große Frage; Werbowski sieht einen deutlichen Rückzug weg von den USA.

UEFA – Champions League

Eine sehr genaue Analyse der einzelnen Gruppen der Champions League, die am 9. Oktober bekannt gegeben worden waren, schreibt Asad Yawar. Der Autor geht nicht nur auf die einzelnen Gruppen ein, sondern auch auf die Spielkraft der Mannschaften und ihre Hintergründe.

Ein behindertes Haustier?

Kein Problem!, weiß Karen Lesley Evans und verfasst eine liebevolle Beschreibung ihres Collies „Blue“, bei dem im Alter von wenigen Monaten festgestellt wurde, dass er nichts höre. Das mache zwar einiges schwierig, aber das fehlende Hören könne ohne weiteres durch Handsignale ersetzt werden, man müsse nur deutlich winken.

Agoravox

Hillarys Verhältnis zur Folter

Ein Zitat Hillary Rodham Clintons beunruhigt so manchen Liberalen in den USA zur Zeit. Demnach hat sich Clinton, die sich ja derzeit um den Posten als Präsidentschaftkandidatin der demokratischen Partei bewirbt, dem Thema Folter gegenüber sehr zurückhaltend geäußert. So berichtet Matthew Yglesias. Man müsse erst wissen, was überhaupt geschehen sei (bezogen auf zum Beispiel Abu Ghraib) und dieses Wissen stünde erst zur Verfügung, wenn ein neuer Präsident (oder Präsidentin) ins Weiße Haus einziehe, so Clinton. Yglesias ist diese Position, angesichts der bereits jetzt schon vorliegenden Kentnisse zu schwach und er fragt sich, ob sein Eindruck, Hillary würde eine zu freundliche Nähe zu der bisherigen Administration pflegen, täuscht. Zudem fragt er sich, ob die republikanischen Wähler ähnlich positiv über Folter denken würden, wenn eine demokratische Präsidentin dafür verantwortlich wäre.

Wahlen in Ontario

Ontario ist geographisch gesehen zwar nur die viertgrößte Provinz Kanadas, aber 39 % aller Kanadier leben dort, unter anderem in der mit Abstand größten kanadischen Stadt Toronto und der Bundeshauptstadt Ottawa. Das macht kommunale Wahlen in der Provinz äußerst bedeutsam. Der Blogger BlogTO berichtet vom Ausgang dieser Wahl, die am 10. Oktober stattfand - und genau genommen hat sich nichts geändert. Die seit 2006 im Bund abgewählte Liberal Party gewann 42 %, bekommt aber aufgrund des dortigen Mehrheitswahlrecht 70 Sitze von 110, die im Bund regierende Progressive Conservative Party kommt auf 32 % und 25 Sitze sowie die sozialdemokratische New Democratic Party auf 17 % und 11 Sitze. So bleibt alles beim Alten, die Sitzverteilung vor der Wahl war nicht viel anders. Bemerkenswert jedoch sind zwei Dinge: Der große Erfolg der Grünen, die zwar keinen Sitz erlangen konnten, aber für kanadische Verhältnisse sensationelle 8 % (+ 5,2%) erreichen konnten und der Verlust seines Sitzes für John Tory, den Provinz-Parteichef der Progressive Conservative Party.

(Marie Naumann & Martin Stahlke)

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