Weblins: Ein Interview mit Christine Stumpf

Im realen Leben geht ein Käufer in einen Shop und schaut sich die Auslagen an. Oft ist ein Laden gut gefüllt und man trifft hier und da Menschen, die am gleichen Regal das Gleiche suchen. So kommen die Zwei vielleicht sogar ins Gespräch. Und ganz selten tauschen sie sogar ihre

Auf Internetseiten trifft man nun Weblin'sIm realen Leben geht ein Käufer in einen Shop und schaut sich die Auslagen an. Oft ist ein Laden gut gefüllt und man trifft hier und da Menschen, die am gleichen Regal das Gleiche suchen. So kommen die Zwei vielleicht sogar ins Gespräch. Und ganz selten tauschen sie sogar ihre Telefonnummern aus.

Onlineshopping ist €žEinsam€œ

Sind diese Zwei jedoch gerade in einem Onlineshop unterwegs, sehen sie nicht wer so alles gerade im selben Shop nach Waren stübert. Onlineshopping ist eine €žeinsame€œ Sache. Zwar künnten sie den Instant Messenger üffnen und schauen ob aus der Kontaktliste jemand gerade online ist und Lust hat mit in den Onlineshop zu €žgehen€œ doch auch das ist vermutlich nicht so interessant und recht umständlich. Das dachte sich auch die Firma €žZweitgeist GmbH€œ und bastelte an der Idee, dass man sich mithilfe eines eigenen, frei beweglichen Avatars durch die Internetwelt bewegen kann und viele andere sichtbare Avatare unterwegs trifft. Dieser €žzweite Geist€œ wurde langsam verbreitet und die Firma gab diesen Avataren den Namen: €žWeblin€œ.

Weblin’s huschen durch eine offene Tür ins Internet

Auf www.medienhandbuch.de sagte Christine Stumpf (Mitgründerin des Weblin): €žEin Weblin ist sozial, es macht das Internet lebendig, es funktioniert nur mit und durch die Menschen, die mitmachen. Mit jedem Weblin surft ein Mensch. Sich mit Second Life (SL) zu vergleichen wäre nicht korrekt. Wir meinen, dass Weblin die Brücke vom Second Life ins First Life ist. Mein Kollege Jan Andresen sagt immer, bei SL hat jemand vergessen die Tür zu schließen, und die Avatare sind ins Internet gelaufen. SL ist eine abgeschlossene Welt, wie Online Games auch. Weblins dagegen sind frei, sie bewegen sich auf beliebigen Webseiten.€œ Viele Internetmedien berichteten über die Technik dahinter, den Marktwert, die Werbemüglichkeiten. Doch was sagen die Nutzer dieser €žniedlichen Zweitgeister€œ im Internet?

Eine Woche als Weblin unterwegs

Ohne das Haus zu verlassen, machte sich die Autorin als €žWeblin€œ auf den Weg und interviewte andere Weblins. Unterwegs traf sie eine Mutter zweier Kinder, einen Banker und einen selbstständigen IT-Fachmann. Es mutete an wie im realen Leben. Außerdem sprach sie mit Christine Stumpf (Mitgründerin des Weblin).

Interview mit Christine Stumpf

AR: Was tun Sie gegen Missbrauch von Weblin’s?
Christine Stumpf: Wir haben einen Chat Filter eingebaut, wenn jemand verbotene Worte benutzt werden diese nicht im Chat dargestellt, sondern mit ***** ersetzt. Wir kontrollieren jeden Werktag die in den letzten 24 stunden hochgeladenen Bilder. Wenn jemand verbotene Bilder hochgeladen hat werden diese gelüscht und der Nutzer hat sein Recht verwirkt, eigene Dateien hochladen zu dürfen. Er darf fortan nur noch Weblin- eigene Avatare verwenden. Außerdem werden wir ein System einführen, so dass User selbst missbrauchende User “melden” künnen. Wenn genügend User einen User “gemeldet” haben, wird entweder der Avatar zurückgestellt, bis er vom Support kontrolliert werden konnte und der User darf bis dahin nur mit Weblin-Standard-Avatar surfen, oder dem User wird das Rederecht entzogen, bis der Support den “angezeigten” Chat kontrolliert hat. Vielleicht wird es auch “verdiente”, engagierte User geben, die hühere Autorität als andere haben, und die schneller jemanden administrieren künnen.

AR: Wie schützen Sie die Userdaten?
CS:
Der User kann selbst entscheiden, ob die Seiten, die er besucht, vom System erkannt werden dürfen und auf der Seite Topcloud angezeigt werden. Wenn der Haken in Einstellungen/Verbindungen/Daten für Topcloud übermitteln nicht gesetzt ist, dann greift folgender Privacy- Mechanismus:
Die besuchte URL wird one -way HASH codiert (verschlüsselt), dieser Schlüssel ist nicht rückwärts auflüsbar. Nur der Schlüssel wird an den Server übertragen. Der Server bekommt von allen Usern Schlüssel zugesendet. Er vergleicht diese miteinander. Wenn zwei Schlüssel gleich sind, weiß der Server, diese beiden User sind im selben Raum, ohne zu wissen wo.

Zum Schluss erzählte Frau Stumpf noch eine Anekdote über einen Weblin- Nutzer: €žMichael, ein weblin-User hat meist einen Avatar Jeans, T- Shirt, casual eben. Eines Tages kommt er im Anzug und ich frage ihn: Michael, bist du das? Er antwortet, €žja bin ich, ich wollte heute mal zu www.porsche.de :-) €œ. Er hatte sich extra €žumgezogen€œ, da er meinte: €ž Bei Porsche muss man sich doch anständig kleiden€œ.

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