SudaneseDrima gibt den Lesern auf GlobalVoices einen spannenden und erschreckenden Einblick in die Themen der sudanesischen Blogosphäre. So berichtet zum Beispiel die Bloggerin SudaneseReturnee, die, wie es ihr Name schon verrät, nach Jahren im Ausland kürzlich nach Juba im Süd-Sudan zurückkehrte, wie die permanente Anwesenheit des Todes den Umgang mit Leben und Sterben verändert hat. Einige Tage nach ihrer Rückkehr saß sie mit einigen Freunden zusammen, als sich großer Lärm und Krach erhob – Ein Verkehrsunfall war geschehen, mit schrecklichen Folgen: Zwei junge Männer lagen tot auf der Straße, von dem Aufprall schrecklich deformiert. Und während SudaneseReturnee durch den Anblick und die bald durchsickernde Tatsache, dass die beiden Toten auch noch Brüder sind, einen kleinen Schock erleidet, stellt sie fest, dass für alle anderen der Umgang mit dem Tod vüllig normal zu sein scheint – ein ganz normaler Tag in Juba.
Drima, The Sudanese Thinker erzählt von einem ähnlich schockierenden Erlebnis: Bei einer Veranstaltung, bei der der Gouverneur des Bundesstaates Süd-Kurdufan anwesend war, drückte ein Mann einem Kind ein Paket in die Hand mit der Bitte es zum Podium zu bringen. Noch bevor das Kind das Podium erreichte, explodierte das Paket. Die gute Nachricht: Das Kind überlebte, wenn auch mit zerfetzter Hand.
Mit einem ähnlichen gewaltsamen Thema beschäftigt sich die Bloggerin Little Miss Dalu, nämlich mit der Beschneidung weiblicher Genitalien. In verständlicher Wut schreibt sie: “Ich habe diesen Eintrag mit ‘FGM [Female genital mutilation] als sexuelle Gewalt’ betitelt, da ich glaube, dass die Beschneidung weiblicher Genitalien ein Akt der Gewalt gegen die weibliche Sexualität ist. Der Akt objektiviert sie, ihr Kürper wird geschändet und ihre Sexualität wird verletzt (zum Schweigen gebracht, beseitigt, als unwichtig angesehen). Ihr Kürper wird auf ein Objekt für das Vergnügen eines anderen (Ehemann) reduziert. Es geht um Kontrolle, in der Verkleidung der ‘Wahrung der Reinheit’.”
Michael Clough gibt einen sehr brauchbaren Überblick über die Situation in Australien, wo Prime Minister John Howard verkündete, am 24. November fänden die allgemeinen Wahlen für das australische Unterhaus, das Repräsentantenhaus, und die Hälfte des Oberhauses, den Senat (Die Senatoren werden jeweils für sechs Jahre gewählt, alle drei Jahre finden Wahlen für die Hälfte der Sitze des Senats statt.) statt. Und obwohl Australiens Wirtschaft boomt und die Arbeitslosigkeit seit vielen Jahrzehnten nicht mehr so niedrig war, sind John Howards Aussichten, zum fünften Mal wieder gewählt zu werden, schlecht. Die von Kevin Rudd angeführte Labor Party liegt letzten Umfragen zufolge mit 18 Prozentpunkten vorne. Die Gründe dafür sind, so Michael Clough, mannigfaltig. So erließ Howards Regierung im letzten Jahr zum Beispiel extrem unpopuläre Gesetze, die die Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen neu regelten. Eine sehr erfolgreiche Kampagne gegen diese Gesetze seitens der Gewerkschaften konnte die Regierung inhaltlich nicht entkräften. Natürlich ist auch das militärische Engagement Australiens im Irak eines der Hauptthemen – Howard spricht sich dafür aus, “den Kurs zu halten”, während Labor für einen Rückzug ist. Und auch die Umweltpolitik ist ein Schlüsselpunkt: Während sich Howard nach wie vor weigert das Kyoto Protokoll zu unterschreiben, verspricht Rudd das Gegenteil für den Fall eines Wahlsieges. Im heißen und ausgetrockneten Australien ist die Sorge vor den Folgen des Klimawandels groß.
Um ganz andere Bereiche des Lebens geht es im Beitrag von Waldemar Cono Fontes Reyes. Er demonstriert eindrucksvoll, was während eines langen eisigen Winters in einer Forschungsstation inmitten der Antarktis passieren kann. Nein, hier geht es nicht um depressive Stimmung – ganz im Gegenteil. Kunst steht dort auf dem Programm. Die Readers Edition hat den kompletten Beitrag über die kreativen Ergüsse der Crew für Sie übersetzt und eine kleine Bilderserie dazu bereitgestellt. Zum Artikel gelangen Sie hier.
Anfang Oktober wurde die US-Amerikanerin Jammie Thomas zu einer Schadensersatzzahlung von 220.000 US-Dollar zugunsten der RIAA (Verband der Musikindustrie in den USA) verurteilt – ihr Vergehen war die unerlaubte Verbreitung von 24 Musiktiteln über die Tauschbürse Kaazaa, jedenfalls wurden diese 24 Musikstücke in ihrem “Shared Ordner” des Programms auf ihrem Rechner gefunden. Nun, so erzählt Jon Newton, haben sich Thomas und ihr Anwalt dazu entschlossen, das Urteil anzufechten. Zwei Dinge sind es, auf die sich die Hoffnung der allein erziehenden Mutter zweier Kinder dabei stützt: Zum einen habe der Richter ihres Prozesses auf unkorrekte Art in die Geschworenenentscheidung eingegriffen, in dem er diese davon unterrichtete, dass schon die Existenz der Musikdateien in einem “Shared Ordner” gleichbedeutend mit der Verbreitung der Dateien sei. Diese Schlußfolgerung aber ist in der US Rechtsprechung bislang keineswegs so klar, wie es seitens des Richter den Geschworenen mitgeteilt wurde. Zum anderen ist es aber vor allem die Schadenshühe, die Thomas drücken müchte: Wenn man davon ausginge, so ihr Anwalt, dass die Kläger pro Titel bei einem Onlinepreis von knapp einem Dollar 70 Cent erhielten, ergäbe das eine Schadenssumme von 16,80 US-Dollar. Gemäß einiger Referenzverfahren aus anderen Branchen bedeute dies, dass der maximale Schadensersatz bei 151 US-Dollar liege.
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