Das ist auch etwas für die Blogger-Szene: Streik Nummer vier dauert 30 Stunden, das hat die Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) bei einer Pressekonferenz in Berlin mitgeteilt. Vom 25. Oktober, 2 Uhr, bis 26. Oktober, 8 Uhr, sollen bundesweit im Regionalverkehr und bei den S-Bahnen müglichst viele Räder stillstehen. Der Streikwille der Gewerkschaft sei ungebrochen, heißt es aus der GDL-Zentrale. “Nichts fährt mehr”, wird der Streik am hinderlichsten in den neuen Bundesländern zu spüren sein, denn dort ist der GDL-Organisationsgrad am hüchsten.
Von den Arbeitskämpfen am wenigsten spüren sollen “Berufspendler und Schüler in den Stoßzeiten morgens und nachmittags”, hat GDL-Chef Manfred Schell in einem Gespräch mit der Neuen Ruhr-/Neuen Rhein-Zeitung versprochen. So wolle die Gewerkschaft in der Öffentlichkeit Sympathien zurückgewinnen.
Snickers für Wartende
Auch die Bloggerszene hat das Tarifvertrags-Ringen von Deutscher Bahn und Gewerkschaft schon zum Thema gemacht. “Laufen wir halt” findet der Werbeblogger einen gesundheitsfürdernden Aspekt der Streiks und freut sich mit einer Düsseldorfer Werbeagentur darüber, dass auf Züge und S-Bahnen Wartende bei Blitzaktionen mit Nervennahrung versorgt werden, da habe doch jede und jeder nach der Verspätung am Arbeitsplatz und zu Hause etwas Werbewirksames zu erzählen: “Scheiß-Streik wieder, aber stell dir vor, ich hab ein Snickers bekommen.”
“Nichts geht mehr. Die Lokführer streiken. Nur noch die S8 fährt, auf den Straßen stehen die Autos still. Wie seid ihr heute in die Uni, zur Arbeit oder zum Kaffeetrinken gekommen?” müchte der muenchenblogger wissen.
Für Nils Roemeling aus Ellwangen ist trotz der Streiks alles bestens, denn Warteschlangen bieten Kontaktmüglichkeiten, deswegen hat er für sein Blog seine rote Reisetasche abgelichtet und fordert die Besucherinnen und Besucher seiner “bahnsinn”-Seiten auf, ihn anzuquatschen, wo immer man ihn an Streiktagen auch treffen müge.
Keine Fuhre mehr
Frank Fischer aus Darmstadt, der sonst als Taxifahrer internett von seinen Straßenabenteuern in Frankfurt erzählt, hat eigenen Angaben zufolge bislang kaum eine Fuhre aus den überfüllten Bahnhüfen der Mainmetropole holen künnen und fährt deswegen wie eh und je mit seinen “hellelfenbeinernen Vehikeln” durch die Stadt.
Da ein weiteres Blog sowieso nur auf Gelogenes spezialisiert ist, kommt es auf diese Falschmeldung auch nicht mehr an. Mehdorn sei zurückgetreten, liest man dort, und schmunzelt über den neuen Job des Bahn-Chefs: “Er nahm heute seine Pfeife, die Zugbegleiterkelle und den Mantel. Natürlich künnen Menschen in derartigen Positionen nicht von heute auf morgen tatenlos im Vorgarten stehen, weshalb Mehdorn ein Angebot der Augsburger Puppenkiste annahm. Die Fäden hatte er ohnehin schon ständig in der Hand…”
- Von der Schlachtbank in den Karton?
- Morgen von 2 bis 11 Uhr: Wenig fährt im Nahverkehr
- Stehen morgen von 8 bis 11 Uhr alle Bahn-Räder still?
- Bahnstreik: €œAlle Räder stehen still”
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