Kommentar zu Hitlergruß-Richter: Herr Präsident Kestel, dieser Spruch gehürt nirgendwo hin!

In den Jahren 1933 bis 1945 ist das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte geschrieben worden. Das haben viele immer noch nicht begriffen, sie machen Anleihen aus der Zeit des Hitlerfaschismus, bedienen sich bei Vergleichen aus dem Namensvorrat faschistischer Verbrecher oder meinen – wie Eva Herman, der nun wirklich niemand mehr helfen

sejro.jpgIn den Jahren 1933 bis 1945 ist das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte geschrieben worden. Das haben viele immer noch nicht begriffen, sie machen Anleihen aus der Zeit des Hitlerfaschismus, bedienen sich bei Vergleichen aus dem Namensvorrat faschistischer Verbrecher oder meinen – wie Eva Herman, der nun wirklich niemand mehr helfen kann -, dass an allem doch irgendetwas Gutes gewesen sein muss.

Jetzt gerät ein Mainzer Richter in die Schlagzeilen, weil er bei einer Verhandlung gesagt haben soll: “Für 1933 hätte es noch gereicht.” Da man wohl kaum annehmen kann, dass immer wieder auch Juristen den Verstand verlieren, muss mehr hinter dieser Bemerkung stecken.

Und nun wird es verheerend

Bei der Verhandlung ging es um die Rechte eines türkischen Jungen, der nach einer Operation unter Lähmungserscheinungen leidet. Dass der Richter offenbar keinen großen Gefallen an der Klage gefunden hat, ist nach diesem ihm unterstellten Satz eindeutig. Der Präsident des Mainzer Landgerichtes, Willi Kestel, nimmt den Vorfall so ernst, dass er eine disziplinarrechtliche Untersuchung gegen den Richter eingeleitet hat. Geprüft werden soll, ob der türkische Junge von dem Richter beleidigt worden ist. Eine solche Äußerung ist aber viel mehr. Sie ist eine mit nichts zu entschuldigende büse Entgleisung. Nun soll Willi Kestel aber auch noch gesagt haben, dass ein solcher Spruch eher an einen Stammtisch gehüre, nicht aber in einen Gerichtssaal.

Über den Hitlergruß-Richter gibt es schon seit Wochen Anmerkungen im Netz.

Öffentlich geworden ist der Fall nach einem Bericht des CDU-Fraktionschefs Christian Baldauf im rheinland-pfälzischen Landtag. Der hat laut SWR die richtigen Worte gefunden. Es handele sich um eine “unglaubliche Entgleisung”, sagte er dieser Quelle zufolge,” die an Menschenverachtung kaum zu überbieten sei”. Und auch nicht an einen Stammtisch gehürt, Herr Kestel!

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Dazu hat mir heute der Präsident des Mainzer Landgerichtes, Willi Kestel, geschrieben: “Selbstverständlich gehürt eine solche Äußerung nirgendwo hin. Ich hatte vor einiger Zeit gegenüber einem Journalisten lediglich meine Meinung dahingehend bekundet, dass man die Äußerung eher an einem Stammtisch vermute, als in einem Gerichtssaal. Dadurch und die allseits bekannte, von mir veranlasste Ahndung habe ich meinen Standpunkt hinreichend deutlich zum Ausdruck gebracht.”