Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps

Da ist er also der Nebelung, Windmond, auch gemeinhin November genannt. Unter dem runden Dutzend der Monate mit Sicherheit nicht der Beliebteste. Verletzbar und sensibel wie er ist, bemüht er sich, ob dieser offen zur Schau getragenen Antipathien, auch sichtlich seinem Klischee zu entsprechen und bietet gar düster Wolken und

nov5.jpgDa ist er also der Nebelung, Windmond, auch gemeinhin November genannt. Unter dem runden Dutzend der Monate mit Sicherheit nicht der Beliebteste. Verletzbar und sensibel wie er ist, bemüht er sich, ob dieser offen zur Schau getragenen Antipathien, auch sichtlich seinem Klischee zu entsprechen und bietet gar düster Wolken und nassfeuchte Winde feil. Sehr beeindruckend! Doch nicht beeindruckend genug, um darüber gramgebeugt das Wochenende auszulassen. Der Herbstdepressions-Widerstand ist aktiv und lockt mit unzähligen Alternativen. Hier eine kleine Auswahl der reizvollsten Angebote:

Lübeck:

Schon am Mittwoch starteten in Lübeck die “49. Nordischen Filmtage”. Noch bis zum Sonntag sind hier rund 120 Filme aus Skandinavien und dem Baltikum zu sehen. “Insgesamt bewerben sich 16 Spielfilme um die begehrten Preise, darunter den mit 12.500 Euro dotierten NDR-Förderpreis.” Aus dem Anlass des bevorstehenden 100. Geburtstag von Astrid Lindgren gibt es neben den aktuellen Produktionen eine Retrospektive, in der an sie erinnert werden soll. Jenen möglichen nörgelnden Zwischenraunern, welche den nordischen Film per se als düster, schwer verdaulich oder melancholisch einordnen und diesen Tipp angesichts novembriger Gemütslagen als schlechten Scherz abtun möchten, sei gesagt, dass der 49. Jahrgang des Festivals an diesem Image energisch rütteln will. Niemand anders als eine Dame von der Künstlerischen Leitung mit dem aussagekräftigen Namen Linde Fröhlich verspricht, “dass dieses Mal auch gelacht werden darf.”

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Kröpelin:

Stammleser dieser Kolumne werden letzte Woche enttäuscht seufzend den obligatorischen Veranstaltungshinweis aus Kröpelin vermisst haben. Anscheinend musste die Party-Metropole Mecklenburgs an diesem Wochenende dann doch mal kurz verschnaufen. Doch dafür wird dieses Mal umso schonungsloser in die Vergnügungskiste gegriffen. Anlass ist das 100. Jubiläum der Kröpeliner Feuerwehr. Schon am 2. November ist es offiziell, die Kröpeliner Feuerwehr wird 100. Jahre alt. Gefeiert wird jedoch erst am 3. November. Die Tagesordnung lässt sich sehen: Ab 10.00 Uhr Empfang für Gäste und Gratulanten im Gerätehaus der Feuerwehr in der Schulstraße und am Abend das traditionelle Stiftungsfest für die Kameraden und deren Gäste im Raben. Na dann, viel Vergnügen und herzlichen Glückwunsch!

Freiburg:

Berlin hat bekanntermaßen einige Exportschlager mit denen der Rest der Republik in regelmäßigen Abständen beglückt wird. Einer auf den man mit einiger Berechtigung stolz sein darf ist die “Russendisko”. Nun kann man diese sogar im hintersten Winkel der Republik genießen. Die KGB-Bar in Freiburg präsentiert am Freitag, den 2. November, unter dem Motto “Hoch lebe Völkerverständigung” ab 19 Uhr, das legendäre Event mit Konzerten und DJ Musik im Waldsee. Aus Berlin wurden Yuriy Gurzhy von “Russendisko” und Robert Soko von “Balkan Beats” geladen, um Freiburg mit osteuropäischer Musik zu begeistern.

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Getreu dem alten Leitspruch: “Von der Sowjetunion lernen, heißt feiern lernen!”

München:

Auf ein anderes Ereignis der abseitigen Spitzenklasse machte mich münchenblogger aufmerksam: Die Po-WM. Nun informierte die Internet-Illustrierte spiegel-online, wie gewohnt sachlich-diskret, dass alle Entscheidungen schon gefallen sind. Dennoch, nach Fußball und Rudern eine Weltmeisterschaft, die wir noch gebraucht haben. Für die Statistiker: Die für Deutschland an den Start gegangenen Hinterteile der Bambergerin Kerstin Hafenrichter und des Nürnberger Tom Schaller mussten leider ungekrönt wieder abreisen. Gold ging an Kristina Dimitrova (Bulgarien) und Andrei Andrei (Rumänien). Ein beispielhafter Achtungserfolg für unsere jüngsten EU-Beitrittsländer.

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Kassel:

Auf der anderen Seite des kulturellen Anspruchs kann am Sonnabend, dem 3. November in der Kunsthochschule Kassel das 3. Symposion der documenta urbana genossen werden. Genauer: “seit einigen Jahren beschäftigen sich Künstlergruppen, unabhängige Initiativen, Ausstellungen und Workshops vermehrt mit architektonischen und urbanistischen Themen. Junge Planungsbüros nehmen Ideen auf und entwickeln neue Gestaltungskonzepte. Die Planung taucht in den Zusammenhang von Kunst und Planung ein, vermittelt die Tendenzen einer neuen Urbanismusdebatte und zeigt mögliche planerische Umsetzungen.” Weitere Informationen findet man hier.

Essen:

Andererseits könnte man natürlich auch November November sein lassen und der reißerischen Ankündigung des ruhrgebiet-für-lau-Blogs folgen und “mit der Kettensäge meditieren”. Gemeint ist hier ein Event des VideoFilmClubs Essen. Besagter Club stellt seine Jahresproduktion vor. Neugierig machende Titel wären u. a.: “Die 2. Möglichkeit ist immer die bessere” und “Lothar rennt”. Stattfinden tut das Ganze am 4. November 15 Uhr in den Domstuben.

Natürlich gibt es auch noch reichlich Veranstaltungssammlungen, die eingehend geprüft werden sollten.

Die Ausgehtipps für das Leipziger Wochenende 1. bis 4. November

Konzerthighlights für den November in München

Und der traditionelle fudder-Partyplaner “Wo rockt’s?”

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Und dann kommen wir natürlich noch zum Unvermeidlichen: Weihnachtsmärkte! Als Kulturfolger der beharrlichsten Sorte setzen sie sich jahreszeitlich bedingt an zentralen Punkten des urbanen Lebens fest und fordern bedingungslos unsere Aufmerksamkeit. Ich kann nicht anders und stelle nun den liebreizendsten von ihnen vor. Dieses Mal hätten wir den “Winterwundermarkt – Der Weihnachtsmarkt der anderen Art”. Das Blog “Attendorner Geschichten” hat nicht nur messerscharf erkannt, dass es “Weihnachtsmärkte wie Sand am Meer gibt”, sondern auch trocken konstatiert, dass “die meisten sich verdächtig gleichen”. Doch nun soll alles anders werden. Ein mir bislang gänzlich unbekanntes dynamisches Trio namens Katja Bruse-Albus, Barbara Epe und Sonja Lebbe wollen am 3. und 4. November von 11 bis 19 Uhr beweisen wie Weihnachtsmarkt auch sein kann. Und zwar: “Klein, aber adventlich, gemütlich, familiär und qualitativ hochwertig”. In liebevoll geschmückter Umgebung werden 13 Aussteller aus Attendorn und Olpe in der Remise des Hauses Albus auf der Griesemert hochwertige Waren anbieten. Mit skeptischer Euphorie wünsche ich dem Unternehmen bestes Gelingen!

Und wenn man sich dann doch der Depression hingeben will und nur noch den richtigen Anstoß braucht, dem empfehle ich einen Ratschlag aus dem sonst so stummen Niedersachsen. Das Buckblog zeigt uns, wie lang das geliebte iPod noch zu leben hat. Bei ipodmechanic.com kann jeder iPod-User von der “iPod Deathclock” ausrechnen lassen wann sein kleiner Begleiter den Geist aufgibt.

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Zum Schluss sei noch mit Verve auf ein Ereignis hingewiesen, welches bei aller Herbst-Lethargie unser Engagement erfordert. Am 8./9. November wird höchstwahrscheinlich über die Verschärfung der TK-Überwachung und die Vorratsdatenspeicherung entschieden. Um noch in letzter Minute den Druck zu erhöhen und den Entscheidungsprozess zu beeinflussen, werden am 6. November zwischen 17:00 und 19:00 bundesweite, dezentrale Protestkundgebungen stattfinden. Zahlreiche placeblogs machen hierauf aufmerksam. Dieses Thema geht uns alle an. Ob in Augsburg, Kassel oder sonstwo. Kommt zahlreich und lautstark!

In diesem Sinne – ein schönes Wochenende!

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