Wie in der gestrigen Placeblog-Rundschau schon angesprochen, steuern wir ungebremst auf den Martinstag zu. Ein Feiertag, der mir erstmal nicht allzu viel sagte. Doch eine Feierlichkeit, die darin mündet Gänse zu verspeisen, kann nicht so schlimm sein und gilt es daher zu entdecken. Also frisch ans Werk: Warum gibt es den Martinstag eigentlich und wie begeht man ihn am besten?
Zurück geht alles auf Martin von Tours (geboren um 316/317, gestorben am 8. November 397 in Candes bei Tours) einem der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Das Leben des heiligen Martins begegnet uns noch in der Gegenwart in einer Reihe von wirkungsmächtigen Mythen. Da wäre beispielsweise der Klassiker mit dem Teilen seines Mantels für einen Bedürftigen. Aber auch verschiedene andere, weniger bekannte Taten werden ihm zugeschrieben, wie verschiedene Totenerweckungen und ähnliche Wunder.
Es ist also keine Überraschung, dass Martin im Laufe der Zeit zum Superstar des europäischen Katholizismus avancierte. Bis heute ist Martin der Schutzpatron Frankreichs, der Slowakei und des Eichsfelds. Daneben wird er als Landespatron des Burgenlandes und als Patron der Stadt Mainz sowie als Patron des Mainzer Doms verehrt.
Die zweifellos wichtigste Legende, welche zu jenen verlockend duftenden Gänsebraten führte, entstand in Folge eines Versteckspiels des vor der Verantwortung flüchtenden Martins. Auf der Flucht vor der Ernennung zum Bischof von Tours versteckte er sich in einem Gänsestall. Leider schnatterte das Federvieh ob dieses Eindringens gar laut, verriet den zukünftigen Heiligen und besiegelte dadurch ihr Schicksal. Der frisch ernannte Bischof schien anscheinend nur gegenüber Menschen Milde walten zu lassen und schob als Bischof kurzerhand die verantwortlichen Gänse in die Bratröhre. Diesem Entschluss verdanken wir somit einige Wochen vor dem Weihnachtsfest einen kleinen Vorentscheid in Sachen Geflügelgenuss.
Neben dem traditionellen Gänseessen sind aber noch weitere Traditionen verbreitet. So das Martinssingen, auch unter der Bezeichnung Schnörzen, Gripschen oder Dotzen bekannt. In den protestantischen Gegenden wird der Martinstag im übrigen schon am 10. November begangen. Das Singen wird üblicherweise von Kindern übernommen, welche meist für den Martinszug gebastelte Laternen dabei haben und in Gruppen von Haus zu Haus ziehen. Dort singen sie dann eines der traditionellen Martinslieder. Von den Zuhörern wird dann erwartet, Süßigkeiten, Obst, Gebäck oder andere kleine Präsente bereitzuhalten, die den Kindern als Belohnung für ihren Gesang übergeben werden.
Kommt uns das alles nicht irgendwie bekannt vor? Klassiker des Gesanggutes sind hierbei u. a. : “Ich geh mit meiner Laterne”, “Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind” und “Eine feste Burg ist unser Gott”.
Eine reichhaltige Sammlung relevanten Liedgutes findet sich auf der Hausfrauenseite. Die, alle restlichen Fragen beseitigende Informationsquelle findet sich unter martin-von-tours.de
Soweit die Theorie. Nun zum Serviceteil: Wo findet sich die beste Martinstagsfete in meiner Umgebung? Hier wären einige zusammengetragen:
Eutingen:
Am Martinstag, den 11. November, findet in Eutingen an der Unterkirche St. Josef ein Martinsumzug statt. Beginn ist um 17 Uhr.
Pforzheim:
In der Pforzheimer Innenstadt findet am Sonnabend, den 10. November ein großer Martinsumzug zu Ehren des heiligen St. Martin statt. Der Umzug beginnt um 17 Uhr an der Herz-Jesu-Kirche. Der anschließende Laternenlauf durch die Innenstadt wird von St. Martin mit seinem Pferd begleitet. Doch damit nicht genug: Im Wildpark Pforzheim ein Martinsumzug mit Kinderpunsch und Glühwein statt. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Wildparkstüble.
Bad Bodendorf:
Wir wissen nicht was es in den vorigen Jahren in Bad Bodendorf zu trinken gab, dieses Jahr will man es in jedem Falle wissen: “Am Martinsfeuer schenken die Messdiener von ‘St. Sebastianus’ in diesem Jahr, wie bereits angekündigt, erstmals Glühwein aus. Für die Kleinen gibt’s Kinderpunsch, die Großen können einen selbst zubereiteten Glühwein auf Grundlage von Ahrwein genießen.” Exzess hin, Orgie her – in der Pfalz weiß man um die Gefahren ungebremster der Ausschweifung: “Der Ausschank erfolgt in gebührendem Abstand zum Feuer am Weg zum Sportlerheim des SC Bad Bodendorf.”
Kröpelin:
Hätte sehr gewundert, wenn Kröpelin hier nicht dabei gewesen wäre. Man verweist selbstbewusst auf den anscheinend bewährten Gänsemarkt der Familie Heinz in Schmadebeck. “Am 10. November ab 13.00 Uhr kann man hier wieder Gänse erwerben. An diesem Tag werden auch Suppen dargereicht und man kann sich gemütlich bei Kaffee und Kuchen treffen. Dann findet auch das traditionelle Martingansessen statt, 26 gebratene Gänse kommen dabei auf den Tisch, dazu Rotkohl, Klöße und Salzkartoffeln. Zur guten Laune gibt es noch Unterhaltung durch die Gruppe Saitenwind. Der Besuch lohnt sich.”
Eisingen (Bayern):
Am Sonntag, den 4. November um 17 Uhr findet der alljährliche St. Martins-Umzug des Krabbelstubenteams statt. Treffpunkt: Katholische Kirche. Gemeinsam laufen wir mit den Laternen um die Kirche, singen Lieder zum Martinsfest und lassen uns anschließend Glühwein, Kinderpunsch und köstliches Gebäck schmecken. Der Erlös vom Verkauf kommt den Kindern der Krabbelstube zugute. Bitte Tassen für den Glühwein mitbringen!
Berlin:
Die Gemeinde der St. Kamillus Kirche am Klausenerplatz lädt zum St. Martinsumzug mit anschließenden Treffen am Martinsfeuer im Garten der Kita ein.
Attendorn:
In den Wochenendtipps der “Attendorner Geschichten” findet sich folgender Hinweis: “Sowohl am Samstag als auch am Sonntag werden viele Anbieter die Innenstadt in einen Basar verwandeln und zum Martini-Markt laden. Besonders der Sonntag lädt alle Besucher zum Shoppen ein, denn an diesem Tag haben auch die Geschäfte des Einzelhandels von 13.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.”
Staelen (NRW):
Das niederrhein-tipps-Blog hat eine ganz exklusive Variante des Martinsingens im Angebot: Die “7. St. Martins Rock-Night”. “Auf einer gigantischen Bühne, die keinen Vergleich mit ganz großen Open-Air-Rockevents scheuen muss, präsentieren sich gleich vier Bands im Stundentakt. Ein Klangerlebnis der besonderen Art, gespickt mit einer gigantischen Light-Show und diversen Pyroeinlagen. Am unteren Niederrhein sucht diese Veranstaltung ihresgleichen. Als Anheizer der Veranstaltung wird Ali Paletti die Stimmung zum Kochen bringen. Die am Niederrhein als Party Band bekannte Gruppe hat in den letzten Jahren schon etliche Veranstaltungen zum Brodeln gebracht und wird sicher auch hier wieder die richtige Wahl sein. Dieses Mal wartet man mit besonderen Leckerbissen auf: ‘The Queen Kings’, Europas beste Queen Coverband. Weiterhin dabei die Band Al Gusto mit Ihrem Premium Rock Programm, einer bunten Mischung aus Rock und Pop Hits. Die Band ist insbesondere auch durch ihr Joe Cocker Special bekannt, bei dem der Leadsänger dem Original zum verwechseln nahe kommt.”
Da kann nur noch frohes Singen und genussvolles Schmausen gewünscht werden!
Photo Quelle/ Copyright: wikipedia; wikipedia; tbee, cc creative commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 2.0 (via flickr) ; floovo, cc creative commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 2.0 (via flickr); ninaaa, cc creative commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 2.0 (via flickr)
Pingback: Wir in Bad Bodendorf » Blog Archive » De hellije Zante Mertes wor enne joode Mann