Wahre Soundexplosionen flogen der Redakteurin und ihrer Kamerafrau Dani um die Ohren. Magdeburg tobt und am Ende gab es nicht nur einen strahlenden Sieger… Was war passiert? Wie in der letzten Woche angekündigt, geht es am heutigen Montag durchweg etwas härter zu. Die Autorin samt ihrer traditionellen Begleitung war für Euch wieder einmal in deutschen Landen unterwegs. Um genau zu sein, ging es diesmal in die Factory nach Magdeburg, wo insgesamt zwölf Bands um den Titel “Local Heroes 2007” rockten was das Zeug hält. Und das mit gehörigem Mehrwert…
Denn die Finalisten der 13 Landesentscheide sorgten für mehr als lediglich ordentlich facettenreiche Knalleffekte im musikalischen Sinn. Auch am Ende des achtstündigen Rockmarathons hinterließ nicht nur die Entscheidung der hochkarätigen Jury, sondern auch die Wahl des Publikums bei allen Beteiligten vor und hinter der Bühne viele überraschte Gesichter.
Niedersachsen und damit die Formation Odeville ging letztlich als strahlender Sieger aus dem seit 18 Jahren bestehenden Wettbewerb hervor und staubten neben dem Samplersonderpreis, auch den Electronic-Presskit-Sonderpreis und den Madsen-Support-Preis ab. Nach mehr als einstündiger Beratung, bei der unter anderem auch Angelo Kelly ein Wörtchen mitzureden hatte, standen die vier Jungs stolz vor dem äußerst zahlreich und zudem sehr durchhaltefähigen Publikum, welches aus fast allen Teilen der Republik für ihre “Helden” angereist war. Sichtlich perplex nahmen sie die großzügigen Preise aus den Händen von Moderatorin Raffaela Jungbauer entgegen. Mit einer progressiven Mischung aus Hardcore, Synthi, Emo und Pop erzeugten sie in nur 20 Minuten Spielzeit einen spannenden Klangteppich, der auch optisch durch Performance und Lichteffekte überzeugte. Das Publikum in der rund 1000 Personen fassenden Location “Dominion Club” wurde perfekt in die energiegeladene und schweißtreibende Bühnenshow der Jungmusiker miteinbezogen.
“Was nützt die Welt ohne Musik”, so das überlieferte Motto der Combo aus dem Raum Stade. Sänger Hauke Horeis wagte nicht nur ein gekonntes Switching zwischen verschiedensten Instrumenten, sondern auch den Sprung in die tobende Menge.
Skepsis zu Beginn – grenzenlose Freude am Ende
40:60, so die Spielregeln des Traditions-Contests: 40 Prozent Stimmanteil gehörten den Anhängern im Saal, 60 Prozent der Fachjury aus der Medien- und Musikbranche. Doch was wäre ein anständiger Wettbewerb, wenn sich nicht auch die Zuschauer vollends bestätigt fühlen könnten. Und so ging der diesjährige Publikumspreis, verbunden mit der Beteiligung an einem Sampler, der über 15.000 Mal erscheinen wird, an Counterfeit aus Sachsen-Anhalt.
Zu deren Überraschung erhielten die Jungs zudem ebenfalls einen Sonderpreis von EMG, der ihnen künftig die digitale Vermarktung ihrer Songs ermöglicht.

Die vierköpfige Gruppe hatte so gar nicht mit dieser Ehre gerechnet. Kurz nach ihrem Auftritt in der qualitativ hoch angesiedelten Konkurrenz war die Stimmung doch eher skeptisch. Trotz einer 50-Kopf starken Fanbase, die eigens zu diesem Finale mit anreiste, sahen sie sich zunächst nicht als klare Sieger aus diesem Rennen hervorgehen. “Wir hoffen, wir werden wenigstens Dritter”, so das Gefühl in der Truppe. Dass es dann ausgerechnet der begehrte Publikumspreis wurde, erfüllte sie im anschließenden Gespräch sichtlich mit Stolz. Umso mehr, als dass die Prognosen vor und hinter den Kulissen doch in weit voneinander entfernte Richtungen gingen. “Demian, das war die geilste Band des Abends”, waren sie sich sicher. Die letztlich immerhin den dritten Rang in der Gesamtwertung einnehmen konnten und sich mit Sicherheit ebenso über ihre Platzierung freuten wie Injustice, die sogar mit einem Sonderpreis der Jury nach Hause gehen durfte. Das Label EMG nutzte die Gunst der Stunde und überreichte der Truppe spontan einen Bandübernahmevertrag. Ein Plattendeal, der für gehörigen Vorschub in der Karriere der jungen Künstler sorgen könnte.
Wettstreit unter den Fans – Lagerfeuerromantik hinter den Kulissen
Zu den eindeutigen Publikums-Favoriten des Abends gehörten unter anderem Vogelfrey aus Hamburg, die wohl die lautstärkste Fangemeinde aufweisen konnte. Ordentlich gekleidet waren sie die heimlichen “Helden in Strumpfhosen”. Ein Scherz? Bei Weitem nicht, ihre außergewöhnliche Mischung aus mittelalterlichen und harten Rockklängen – kurz und bündig Mediaeval Metall genannt – , verbunden mit stilechten Bühnenoutfits, zog so manch Besucher interessiert vor die Centerstage.
Davon auf den Plan gerufen, meldeten sich auch die Addiction-Freunde lauthals zu Wort. Ein Wettstreit, den beide Parteien bis zum bitteren Ende mitauszutragen versuchten. Dieser Publikumskampf blieb jedoch der einzige an diesem rundum gelungen Abend. Konkurrenzverhalten hinter der Bühne – Fehlanzeige. Auletta aus Rheinland-Pfalz, die erst am dritten November von ihrer Teilnahme erfahren hatte und den Reigen, der mit zweimal 10.000 Watt auf die Zuschauer hereinbrach, eröffnen durfte, feierte gemeinsam mit Homesick Community aus Bayern, Ray Barracks aus Hessen, Shy Guy at the Show aus Baden-Württemberg, den Crossbones aus Nordrhein-Westfalen und Barkaz aus Brandenburg gemeinsam ein großartiges Event.
“Local Heroes 2007″ – eigentlich hätten wohl alle Teilnehmer diesen Titel verdient. Immerhin setzten sich die Hoffnungsträger der jungen deutschen Musikszene gegen 1500 Bands in bundesweit 200 Einzelwettbewerben durch. 70.000 Musikbegeisterte hatten neben zahlreichen Juroren die Qual der Wahl. Die Veranstalter Aktion Musik/Local Heroes e.V. hätten diese Entscheidungen wohl nicht alleine treffen wollen. Spiel, Innovation und Eigenständigkeit – die Kriterien der 14-köpfigen Jury waren hoch, die letztlich ein einstimmiges Urteil fällen konnte. Rückblickend trugen jedoch alle 12 Formationen ihr Quäntchen zum Gelingen der aufwändigen Show bei. Auch wenn leider eine Band aufgrund interner Differenzen nicht die Chance hatte, ihr Bestes in Magdeburg zu zeigen.
“Passt scho’”, das bayerisch klingende Resümee aus dem teils weit gereisten Publikum bringt es stellvertretend für die Autorin, die Euch in den nächsten Tagen noch mit teils skurrilen Videoszenen überraschen wird, auf den Punkt. Ende gut – Alles gut: Die Local Heroes 2008 können kommen. Denn wie heißt es so schön: “Ihr spielt die Musik!”
Erste Eindrücke, wie es den zahlreichen Fans so ergangen ist, sind hier zu finden…
Selbiges gilt auch für die hoffnungsvollen Nachwuchsbands. Zu ihnen geht es hier…
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