Kaum zurück aus dem wunderschönen Magdeburg und dem local heroes Bundesfinale 2007, ereilte die Redaktion auch schon die nächste Nachricht in Sachen guter Musik, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Aus Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt, die am vergangenen Samstag mächtig gerockt hat, geht es diesmal direkt in DIE Hauptstadt schlechthin, Berlin.
Coaching in Theorie und Praxis
Dort richtet sich das Augenmerk der Nachwuchsmusikszene dieser Tage auf das Projekt “PopCamp – Meisterkurs für Populäre Musik“, das jährlich fünf ausgewählte Bands aus den Bereichen Rock, Pop und Jazz auf ihrem Weg in die Professionalität begleitet und im dritten Jahr nun ganze 15 Gruppen unter ihren Fittichen hat. Musikförderung und Coaching – richtig, das ist nicht neu. Sogar im fernen Unterfranken an der Bayerischen Musikakadmie in Hammelburg wird das aufs Feinste gepflegt. Doch etwas Besonderes ist das Berliner Treiben dann doch. Bereits am kommenden Sonntag nämlich starten die fünf neuen Bands des 2007er Jahrgangs nach der ersten Phase im vergangenen September an der Bundesakademie in Trossingen nun in ihre zweite Arbeitseinheit in der Landesmusikakademie in Berlin, die bis zum 24. November dauern wird. Eigene Probenräume und Dozenten nach Wahl sind für die jungen Nachwuchskünstler, die heuer insbesondere nach ihrer Live-Tauglichkeit für das Spitzenförderprojekt des Deutschen Musikrates von einer hochkarätigen Jury, der unter anderem Kosho von den Söhnen Mannheims oder auch Eva-Marie Petzinger, verantwortliche Musikredakteurin bei VIVA, ausgewählt wurden, inklusive.
Unverholen höre ich nun so manch Zeitgenossen hinter vorgehaltener Hand sagen: Darauf kommt es doch an: Informationen über Musikrecht, Marketing, Kommunikation und Medientraining in allen Ehren. Aber wer live nicht besteht, der kann eigentlich gleich wieder nach Hause gehen. Doch hinter dem Biz steckt ja bekanntlich noch viel mehr. Und was andernorts hinter verschlossenen Türen stattfindet, wird diesmal nach außen getragen. Der PopCamp Talk am kommenden Dienstag widmet sich einem heißen Eisen der Branche, das obige Zeitgenossen wahrscheinlich sogleich bestätigen wird: “Live-Entertainment – Die Rettung der Musikwirtschaft?!” diese These wird ab 20.00 Uhr mit Professor Udo Dahmen, Vizepräsident des Deutschen Musikrates und Direktor der Popakademie Baden-Württemberg und Dieter Schubert, Geschäftsführer von A.S.S. Concerts auf dem offenen Podium ausdiskutiert werden.
Aber was nutzt schon die blanke Theorie, wenn man Musik lieber live genießen möchte…
Bis zum 23. November jedenfalls sollten die fünf neuen Kandidaten dann endgültig fit für die Bühne und durch das PopCamp ordentlich auf Vordermann gebracht worden sein, wobei sie das dank ihrer Empfehlungen eigentlich auch schon vorher waren. Denn ab 20.30 Uhr werden sie sich im Kesselhaus der Kulturbrauerei Berlin live vor den kritischen Augen des Publikums präsentieren müssen. Unter dem Motto “Vielfalt statt Mainstream” geht es dann hoffentlich zusammen mit Gammalapagos, die Indie Electronica Rock aus Leipzig zum Besten geben, nulltarif, die Mainstream Pussyprock mit deutschen Texten aus Stuttgart zeigen, Kenshiro, My New Zoo und SoWeiss, mit Salon-Pop aus Berlin ordentlich zur Sache.
Schließlich steht das PopCamp, welches in Trägerschaft der Projektgesellschaft des Deutschen Musikrates, den viele wahrscheinlich eher mit dem Stichwort “Jugend musiziert” verbinden und unter Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durchgeführt wird, für individuelle und bedarfsgerechte Förderung und Begleitung auf dem Weg nach oben. Auf die etwas rhetorisch klingende Frage “Wer braucht schon Newcomer auf der Bühne?” wird sich die Antwort sicher nicht erst auf dem Landeskongress zur Popmusikförderung in Niedersachen finden lassen. Wir sind nämlich schon jetzt mehr als nur gespannt, wie weit es die Bands bis jetzt schon gebracht haben und wohin ihre Reise noch gehen wird…
Was die Fünf bisher so erlebt haben und was sie in näherer Zukunft noch erwartet, das seht Ihr hier:
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