GDL-Drohungen,Terror-Flugzeuge und Knüppeltraining: Deutsche Schlagzeilen

Berichte von Kommentaren trennen, ist eine journalistische Regel in Deutschland, die schon immer verletzt worden ist. Das beweist auch heute ein Blick auf die Internet-Seiten großer Tageszeitungen. Das “Hamburger Abendblatt” titelt beispielsweise “GDL droht mit unbefristeten Streiks”. Da stellt man sich doch gleich die Frage: Wem? Drohungen mag niemand –

damis.jpgBerichte von Kommentaren trennen, ist eine journalistische Regel in Deutschland, die schon immer verletzt worden ist. Das beweist auch heute ein Blick auf die Internet-Seiten großer Tageszeitungen.

Das “Hamburger Abendblatt” titelt beispielsweise “GDL droht mit unbefristeten Streiks”. Da stellt man sich doch gleich die Frage: Wem? Drohungen mag niemand – in diesem Fall weder die Bahnkunden noch die Bahn – und schon bekommt diese Schlagzeile einen negativen Beigeschmack, wird die Forderung der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) ins tarifpolitische Abseits gestellt.

Zehn Prozent mehr hat Mehdorn angeblich angeboten, stimmt aber gar nicht, denn die Lokomotivführer sollen nach dieser Tariferhöhung länger arbeiten. So bleiben unter dem Strich 4,5 Prozent. Das ist die Nachricht, die kaum zu der Schlagzeile des “Hamburger Abendblattes” passt.

“Terror-Flugzeuge” abschießen

Terror-Flugzeuge” hat laut “Welt” Bischof Mixa erfunden – dass die dann – wie von diesem Kirchenmann befürwortet – auch abgeschossen werden dürfen, ergibt sich aus dieser Wortschöpfung schon fast zwangsläufig. Flugzeuge, in denen unschuldige Menschen um ihr Leben bangen, weil Terroristen an Bord sind , wird es nach Mixa nie wieder geben. Also: Jagdbomber aufsteigen lassen – und draufhalten!

Verhaut Daum seine Spieler?

Als Kölner mag man Düsseldorf nicht, ist zwar eine Verallgemeinerung, aber weder als Trainer noch als Spieler des 1. FC Köln verliert man gern gegen Fortuna Düsseldorf. Ist aber passiert und Christoph Daum hat dem “Express” zufolge seiner Mannschaft nach der Niederlage am anderen Rhein-Ufer ein “Knüppel-Training” verordnet. Über Glasscherben laufen hat es bei diesem Trainer schon gegeben – aber jetzt verhaut er seine Spieler auch noch?

Beim Schlagzeilenmachen Fantasie haben, ist die eine journalistische Sache, sich in der Wortwahl nicht vergreifen, eine andere. Die strikte Trennung von Kommentar und Bericht dagegen ist schon immer ein frommer Wunsch gewesen – und fromme Wünsche gehen selten in Erfüllung.

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