Arme Kinder verkaufen Anzeigen

Katastrophale Zahlen enthält er, der “Kinderreport Deutschland 2007“, mit dem das ehrenwerte Kinderhilfswerk kürzlich klarmachte, wie dramatisch schlecht die Lage der Jüngsten in unserem Lande wirklich ist. Seit 1965, als selbst die Kinder der Reichsten keine Playstation, keinen Farbfernseher und keinen Döner “mit alles” kannten, sind die Autoren des Berichtes

aring.jpgKatastrophale Zahlen enthält er, der “Kinderreport Deutschland 2007“, mit dem das ehrenwerte Kinderhilfswerk kürzlich klarmachte, wie dramatisch schlecht die Lage der Jüngsten in unserem Lande wirklich ist. Seit 1965, als selbst die Kinder der Reichsten keine Playstation, keinen Farbfernseher und keinen Döner “mit alles” kannten, sind die Autoren des Berichtes sicher, hat sich die Situation erdrutschartig verschlimmert. Jetzt müsse man einen “Negativrekord” melden, assistiert die Illustrierte “Spiegel“. “Vor 42 Jahren war demnach nur jedes 75. Kind unter sieben Jahren zeitweise oder dauerhaft auf Sozialhilfe angewiesen”, rechnet die Wochenzeitschrift in ihrer Online-Ausgabe vor, “2006 war es jedes sechste Kind.”

Das bedeute, dass sich die materielle Armut von Kindern etwa alle zehn Jahre verdoppelt habe.

Dieselbe Steigerungsrate vorausgesetzt, wären bereits in 30 Jahren mehr deutsche Kinder arm, als es überhaupt gibt. Bis heute sei die Zahl der auf Sozialhilfe angewiesenen Jungen und Mädchen auf mehr als 2,5 Millionen gestiegen, warnte der Präsident des Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, ein Ex-Vollbart und Ex-Politiker, der seinerzeit dadurch bekanntgeworden war, dass er sich splitternackt hatte für ein Wahlplakat ablichten lassen.

Sowohl bei Krüger, der sich einst selbst als “ehrliche Haut” verkaufen wollte, nur leider nicht genügend Käufer fand, als auch bei den Verfassern des “Berichtes” als auch beim selbsternannten “Nachrichtenmagazin” Spiegel sind allerdings wohl zufällig Archiv und Google kaputt. Denn die Zahl der armen Kinder und Jugendlichen ist seit Sommer 2006 offensichtlich keineswegs “unablässig gestiegen” wie Krüger behauptet. Sondern allenfalls gleich hoch geblieben.

Damals bereits berichtete der Kinderschutzbund von rund 2,5 Millionen armen Kindern und Jugendlichen im Land – der “Negativrekord”, von dem “Spiegel” und Krüger fantasieren, ist eine Coverversion des selbigen aus dem Sommer vor einem Jahr. Kann man so natürlich nicht sagen. Wäre ja keine Nachricht. Und nur um Nachrichten geht es schließlich.

Quelle: politplatschquatsch.blogspot.com

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