Das letzte Novemberwochenende schleicht auf patschig-kalten Pfoten heran und hat jede Menge Kurzweil im Gepäck. Daher will ich mich nicht länger mit der Vorrede aufhalten und mich flugs ans Austeilen machen.
Bielefeld:
Die Kunsthalle Bielefeld zeigt noch bis zum 13. Januar die lohnenswerte Ausstellung “1937. Perfektion und Zerstörung”, die sich mit den Ereignissen in Deutschland und der Welt vor dem 2. Weltkrieg und ihren Auswirkungen auf die Kunst beschäftigt. In Nazi-Deutschland wurde die Avantgarde in der Ausstellung “Entartete Kunst” ausgegrenzt und verspottet. Zur gleichen Zeit sah es auch in anderen Ländern für die Kunst und die Künstler nicht gut aus. Amerika beutelte die Wirtschaftskrise und Präsident Roosevelt und in der Sowjetunion ließ Stalin unzählige Menschen umbringen, darunter auch viele Künstler. Er entwickelte die Idee von der Sowjetkunst, die die Avantgarde des Konstruktivismus und Suprematismus verdrängte. Die Ausstellung widmet sich jener bedrückend und düster wirkenden Periode vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Weitere Informationen sind hier zu finden.
Essen:
Essens kreative Klasse lädt vom 22. bis 24. November zur Nabelschau. Buch und Zeitungsverlage, Architekturbüros und Designstudios, Galerien, Modemacher, Künstler, Musiker, Fotografen, Filmemacher, Werbe- und Eventagenturen, DJs und VJs, Lichtplaner und Inneneinrichter geben Einblick in Ihre Welt.
Das komplette Programm findet Ihr hier.
Eine weitere reizvolle Idee von ruhrgebiet-für-lau.de ist das “1. Kinder-Literaturfestival Ruhr – Mit Vollgas in die Zukunft”.
“Wie sieht das Auto im Jahr 2050 aus, und welchen Kraftstoff tankt es? Gibt es eine Zahnputzmaschine? Und wie sieht dein Roboter aus, der morgens für dich in die Schule geht? Und vor allem, woher kommt der Strom, der sie alle antreibt? Stell dir vor, alle Kernkraftwerke sind abgeschaltet. Wie gewinnen wir neue Energien? Wie können Wasser, Wind und Sonne uns helfen, ein bequemes Leben zu führen und dabei die Umwelt zu schonen?”
Fragen über Fragen. Auf diese Weise wollte die Initiatorin Melanie Kinder und Jugendliche zum Schreiben inspirieren. 20 Geschichten wurden ausgewählt und werden im Buch “Mit Vollgas in die Zukunft” vorgestellt. “Die drei originellsten werden geehrt, außerdem gibt es viel Rahmenprogramm mit Lesungen, Theateraufführungen, Schreibwerkstätten, Literatur-Workshops, Buchillustration, Comiczeichnen und LiveMusik.” Die Auftaktveranstaltung findet am 23. November 2007 ab 15:30 Uhr statt.
Eine ganz andere Stimulation der Sinne, wird, wie das weinähr-blog berichtet, auf dem Kloster Arnstein geboten: Die Auferstehung von “Orpheus und Eurydike”. “Der Verkehrsverein Obernhof-Arnstein lädt ein zu einer besonderen Jubiläumsveranstaltung, zur 60. Obernhofer Vollmondnacht am Samstag, 24. November, um 20 Uhr im Refektorium von Kloster Arnstein. Sie entführen dabei ihre Zuhörer in die mysteriösen und phantastischen Sagenwelten des alten Griechenlands bis hinab zum Totenfluss Styx, um in Fährmann Charons Nachen mit ihnen überzusetzen in das düstere Reich von Hades, dem Bruder von Göttervater Zeus, und dessen schöner Gattin Persephone, Demeters dunkler Tochter. Eurydike und Orpheus sollen an diesem Abend wieder auferstehen. Die Texte umspannen einen Zeitrahmen von fast 3500 Jahren. Der ägyptische Pharao Echnaton und der römische Dichter Ovid werden die alte Zeit vertreten, Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn und Antje Vollmer die unsrige. Jupp und Hilde Fuhs, das Shamrock-Duo, werden Orpheus mit leisen Harfen- und Psaltertönen und ergreifenden Liedern musikalisch begleiten auf seinem dramatischen Lebensweg – von den blauen Gestaden der ägäischen Inseln über Ägypten bis hinab ins Totenreich, dann nach Thrakien und schließlich zu den Inseln der Seligen -, werden die Sage in ihre unverwechselbare Musik einbetten und so die alten Gestalten der griechischen Mythologie zu klingendem Leben erwecken.”
Bernau:
Antisemitismus in der DDR – ein so heikles wie unbeachtetes Thema ist Anlass einer Wanderausstellung, die vom 25. November bis 9. Dezember in Bernau zu besichtigen ist.
“Das hat es bei uns nicht gegeben”, so antworten noch heute viele Bürger der ehemaligen DDR, wenn sie zum Thema Antisemitismus befragt werden. Der Glaube an den Mythos des antifaschistischen Staates, der eine Auseinandersetzung mit dem “Erbe des Nationalsozialismus” nicht mehr nötig hatte, sitzt noch immer tief. Die “Amadeo Antonio Stiftung” hat sich mit ihrer Recherche das Ziel gesetzt “innerhalb der ostdeutschen Bevölkerung eine Debatte über Antisemitismus anzustoßen. Für das Projekt recherchierten Jugendliche unter Anleitung von Fachkräften in acht ostdeutschen Städten zu diesem Thema. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer Wanderausstellung präsentiert.”
Welschneudorf:
Am Sonntag, den 25. November, veranstaltet die Katholische öffentliche Bücherei (KöB) ihre alljährliche Weihnachtsbuchausstellung. Besucher können zwischen Büchern, Spielen und anderen Medien wählen und dabei nach Weihnachtsgeschenken Ausschau halten. Der Förderverein der Grundschule und des Kindergartens (KEKS) bietet zur gleichen Zeit einen Basar mit Adventskränzen und Deko-Artikeln zur Weihnachtszeit an. Außerdem gibt es Kalender für das nächste Jahr. Für Unterhaltung und Überraschungen für die Kinder und Kaffee und Kuchen für alle ist ebenfalls gesorgt. Der Ort der Veranstaltung muss aus organisatorischen Gründen kurzfristig festgelegt werden und wird rechtzeitig bekanntgegeben.
Bad Bodendorf:
Und das ist noch längst nicht alles aus dem heiteren katholischen Sozialleben. “Eine Abordnung der Frauengemeinschaft der katholischen Pfarrgemeinde ‘St. Sebastianus’ Bad Bodendorf beteiligt sich am Regionaltag der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands am Mittwoch, den 21. November, im Infozentrum der Benediktinerabtei Maria Laach.” Die um 14 Uhr beginnende Veranstaltung steht unter dem Motto “Charismen leben – Kirche sein”. Referentin ist Erika Höfling, ehemalige Diözesanvorsitzende der kfd. Wir wollen nicht auslassen den Hinweis der Veranstalterinnen zu übermitteln, jeweils ein eigenes Kaffeegedeck mitzubringen.
Köln:
Auf ein Ausgehtipp ganz anderer Ausrichtung sei hiermit hingewiesen: “Trude Herr und Willi Millowitsch – zwei unvergessene Kölner Volksschauspieler werden in dem musikalischen Schwank ‘Zwei Kölsche Engel’ auf die Bühne zurückkehren. In ‘Zwei Kölsche Engel’ wird Sophie Russel als Trude Herr und Oliver Hoff als Williy Millowitsch auf der Bühne stehen.

Beide müssen sich ihre Flügel verdienen, um endlich in den Himmel zu kommen. Sie arrangieren sich mit der neuen Lage und lernen ihr Köln noch mal für sich neu kennen und ihre Schwächen zu schätzen. Das Ganze ist verpackt in bekannten Melodien wie z.B. ‘Die Stadt’, ‘Die Unschuld’ oder auch ‘Weil ich so sexy bin’ von Trude Herr und Willy Millowitsch wird seine Evergreens wie z.B. ‘Ich ben ne Kölsche Jung’, ‘Wir sind alle kleine Sünderlein’ oder auch ‘Das Herz von Köln’ mit einbringen.”
Dresden:
Im Sächsischen kann man an diesem Wochenende in den Genuss eines empfehlenswerten Literaturfestivals kommen. Am 20.November startet das “Festival zeitgenössicher Literatur” in Dresden. Auftakt ist um 20 Uhr mit der Titanic Boygroup in der Schauburg. Das komplette Programm des Festivals, das bis zum kommenden Sonntag stattfindet, ist auf der Website zum Festival zu finden.
Kröpelin:
Und natürlich wieder Kröpelin! Dieser Tage preist man Blues und Boogie im Gutshaus Altenhagen an. Die Blues- und Boogie-Musiker Harro Hübner und Klaus Fiola Müller stellen am kommenden Freitag im Gutshaus Altenhagen ihr neues Programm vor. Ab 20.30 Uhr sind dort die Lieder von der neuen CD der “Boogie Busters” zu hören. Laut eigener Homepage, “wer noch immer der Meinung ist, in
Deutschland gäbe es keine guten Bluessänger, der sollte sich unbedingt Harro Hübner anhören”, ein ganz besonderer Leckerbissen.
Na, wenn das nichts ist!
Jena:
Für die ausgerufenen 2. Thüringer Bloggerwanderung wurde an dieser Stelle ja schon anständig Werbung gemacht. Anscheinend war der Wanderung aber nicht allzu großer Erfolg beschieden. Daher entschloss man sich nun der Jahreszeit angepasst zu verfahren und lädt zum beschaulichen Glühweintrinken ein. Erstvorschlag ist aktuell der 8. Dezember 16:00 Uhr vor dem Markt 11 (direkt am kleinen Weihnachtsmarkt).

Bad Weinähr:
Und zum Schluss noch ein paar Tipps für die etwas ruhigere Runde:
“Mensch ärgere dich nicht”, heißt es am kommenden Sonntag, den 25. November, ab 14.30 Uhr im Weinhaus Treis. Zu einem Turnier mit dem beliebten Gesellschaftsspiel laden die Alten Herren der TuS Weinähr ein. Das Startgeld beträgt für Erwachsene 3 Euro, für Kinder 1 Euro. Zu gewinnen gibt es 50 Euro als 1. Preis und viele weitere Sachpreise.

Oder der kleine Wissenstest für den aufstrebenden placeblogger. Seit Kurzem gibt es auf www.regioquest.com ein lustiges Städtequiz. Dabei kann der Besucher sein Wissen über eine Stadt seiner Wahl in den Kategorien “heute”, “Historie”, “Sport” und “für Kids” testen. Angesichts so schockierender Lücken wie beispielsweise dem Fehlen von Kröpelin oder Bad Bodendorf in der Auswahl kann das Quiz jedoch nur als extrem ausbaufähig bewertet werden.
Der Wegweiser durchs Partywochenende: der fudder-Planer.
Als abschließende Bemerkung sei hier noch eine kleine Posse vom zähen Widerstand hedonistischer Rebellen in den Ausläufern der Peripherie präsentiert.
Bernau ist offenbar doch “grooviger” als ich bislang glaubte. Hier tobt das Leben, hier wackelt der Barnim, kurz: “eine angehende Weltstadt die niemals schläft”. Erstaunlicher Weise gibt es aber tatsächlich Einige, die sich nicht so richtig darüber freuen können. Die Stadtverwaltung kann das Schlafbedürfnis ihrer Untertanen allerdings noch immer nicht so richtig nachvollziehen und verschanzt sich hartnäckig hinter einer, vom Betreiber des Musikzeltes eingereichten Lärmprognose In der Nacht vom 17. zum 18.11.2007 hat ein Anwohner des Orchideensteg, gegen 3:30 Uhr vom “Rhythmus der Nacht” geweckt und “inspiriert”, mal nachgemessen und berichtet Folgendes:
“Die Messungen haben ergeben, dass es eine Lärmbelastung im Stundenmittelwert von 41,2 dba und 41,5 dba ergab. Damit wurde gesetzliche Vorgabe von max. 40 dba überschritten. Es wurden in den Messreihen Höchstwerte von 44,8 und 60,0 dba (um 5:10 Uhr) erzielt.”
Die Stadt Bernau verteidigt den “Flatrate-Party-Tempel” u.a. damit, “dass das Musikzelt das einzige Angebot dieser Art für Jugendliche der Region ist. Bei dieser Fläche handelt es sich, wie schon erwähnt, um eine Gewerbegebiet. Wo sonst als in einem Gewerbegebiet, also einem Gebiet ohne unmittelbares Wohnumfeld, sollte eine solche Möglichkeit für Jugendliche geschaffen werden.”
Vollständig nachzulesen auf bar-blog.
in diesem Sinne – fight for your right to party!
Mehr zum Thema:
Placeblogs: Regional, Stadt-, Lokal und Kiez-Blogs
- Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps (15.11.)
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- Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps (4.10.)
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