Unter deutschen Dächern…

Oswald Metzger schaut die falschen Fernsehsender und er liest zudem auch noch die falschen Zeitungen. In denen steht sowas hier – klar, dass selbst ein Grüner da unsachlich wird. Fernsehdoku, Abendprogramm, Sozialreportage. Die Familie lebt seit acht Jahren von Sozialhilfe, das Jugendamt, das Sozialamt und das Landratsamt von Bad Homburg

dokua.jpgOswald Metzger schaut die falschen Fernsehsender und er liest zudem auch noch die falschen Zeitungen. In denen steht sowas hier – klar, dass selbst ein Grüner da unsachlich wird.

Fernsehdoku, Abendprogramm, Sozialreportage. Die Familie lebt seit acht Jahren von Sozialhilfe, das Jugendamt, das Sozialamt und das Landratsamt von Bad Homburg kümmern sich um alles: Von der Renovierung der verwahrlosten Wohnung bis zur Betreuung der Kinder. Die ARD-Doku vom vergangenen August fängt mit einer großartigen Szene an: Mutter Michaela lässt sich von der Sozialarbeiterin erklären, wie man den Kühlschrank reinigt: “Niemand hat mir gezeigt, wie das geht.”

“Soeben ist die Wohnung, auf Kosten des Sozialamtes, für 3500 Euro saniert worden”, berichtete spiegel.de am 9. August dieses Jahres. Während die Arbeiter letzte Hand anlegen würden, schauen Martin und Michaela rauchend und aus sicherer Distanz zu. “Die haben davon mehr Ahnung als wir.” In die Freude über die neue Einrichtung mischen sich auch kritische Töne, heißt es dort weiter: “Es hat lange gedauert, bis die Möbel kamen.”

Man schaue zu, höre hin und traue seinen Augen und Ohren nicht.

“Das sollen die neuen Armen sein?”, fragt sich da Autor Henryk M. Broder. Immerhin stünden in der Küche der Familie drei Kühlschränke: einer für Tiefgefrorenes, einer für Wurst und Käse und einer für den Schokoladenvorrat der Kinder. Die Aufgabe der Sozialarbeiterin bestünde nun darin, Mutter Michaela den sparsamen Umgang mit elektrischen Geräten zu erklären, um die monatliche Strom-Rechnung zu reduzieren, beschreibt er weiter.

Deswegen müssten Martin und Michaela, wenn auch widerwillig, jeden Morgen um sechs Uhr aufstehen, um zusammen ihre Kinder in den nur wenige Gehminuten entfernten Kindergarten zu bringen. Danach würden sie heim gehen und mit ihren Haustieren spielen, zwei Mäusen, bis sie sich gegen 16 Uhr wieder auf den Weg in den Kindergarten machten, um die Kinder abzuholen. Die Mutter hierzu: “Die Kinder sind mir wichtig, ich bin froh, dass ich sie habe, sie bringen einen zum Lachen.” Nur der jüngste mache ihr Sorgen. “Der ist jetzt in der Phase, der tut klauen.”

Die Fürsorger, Sozialarbeiter und Kinderbetreuer seien sympathische und empathische Menschen.

Sie träfenn sich regelmäßig, um den Fall der Familie zu besprechen, wird berichtet. Sie hätten für alles Verständnis und böten für jedes Problem eine Lösung an – sogar wie der Garten hinter dem Haus gestaltet werden könne.

Den ältesten Sohn bringen sie zum Logopäden und bemühen sich um eine größere Wohnung für die Familie. Dank erwarten die Helfer nicht und den bekommen sie auch nicht. “Nicht ein einziges Mal zeigen Martin oder Michaela einen Anflug von Dankbarkeit. Sie nehmen alle Leistungen wie selbstverständlich hin.” Immerhin, so der Reporter, könnten sie auch differenzieren. Das Jugendamt, sagte Michaela damals, funktioniere “gut”, das Sozialamt dagegen nicht, da gebe es eine Bearbeiterin, “die ist arbeitsfaul, wenn man der was schickt, muss man drei Wochen warten, bis man das Geld kriegt”.

Quelle: politplatschquatsch.blogspot.com

Hier ein paar Einblicke in die Dokumentation von Rütger Haarhaus in drei Teilen:

Mehr zum Thema:

- Fernsehen und Wirklichkeit
Kommentar zu einem Politiker der Grünen: Warum nur ist Oswald Metzger nicht Schlachter geworden?

Kommentare

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  1. Woher sollen es die beiden besser wissen, schon ihre Eltern haben ihnen vorgelebt, wie man es nicht macht.

    Dies zieht sich wie ein roter Faden durch die “unteren Schichten” unserer Gesellschaft. Die Eltern leben Ihren Kindern keine oder die falschen Werte vor. In der Schule und Beruf haben diese Kinder dann keine Chance mehr.
    (Das ohne gesonderte Förderung diese Kinder dann das Niveau ganzer Klassen runterziehen, da die Lehrer auf den schwächsten Rücksicht nehmen sollen schafft dann weitere Probleme…hier könnte man trefflich über Hauptschulen sinieren)
    Ein frühes Eingreifen/Durchgreifen ist politisch nicht korrekt und wird wahlweise mit einem “Pfuibah” als NS- oder DDR-Ideologie plattgemacht.

    Ja, gebt diesen armen Menschen jede Menge Förderung, aber bitte in Form von zweckgebundenen Gutscheinen für gesundes Essen, Bücher, Kleidung, Fortbildung, Klassenfahrten, (gebrauchte) Möbel. Wir können es uns wirklich leisten.

    Aber ich will nicht, dass mit “meinem Geld” 3 Kühlschränke gekauft werden, wo einer reicht und ich will auch nicht Zigaretten, Alkohol und Premiere-TV bezahlen.
    Und ein bischen Zupacken könnten die Damen und Herren bitte auch, wenn die Wohnung schon kostenlos renoviert wird.
    Das Anspruchsdenken dieser Menschen ist erstaunlich, unverschämt.

    Ja, man sollte von einer Minderheit nicht auf die Mehrheit der Hartz-IV-Empfänger schliessen. Sowie man auch nicht von den wenigen Einkommensmillionären auf die Ober-, Mittelschicht schliessen sollte um so Neid zu schüren.

    Liebe Gutmenschen, findet Ihr das wirklich richtig, was da läuft?