Notes of a dirty black man! auf DEUTSCH!

Letzte Woche las ich unter einem Bild im Netz einen schönen Spruch: “Ihr lacht über mich, weil ich so anders bin – ich lache über Euch, weil Ihr alle gleich seid!”. Der hat was. Der kratzt an der Narbe und versucht sich einzugraben. Gut so. Nur eben die halbe Wahrheit!

rotesa.jpgLetzte Woche las ich unter einem Bild im Netz einen schönen Spruch: “Ihr lacht über mich, weil ich so anders bin – ich lache über Euch, weil Ihr alle gleich seid!”. Der hat was. Der kratzt an der Narbe und versucht sich einzugraben. Gut so. Nur eben die halbe Wahrheit!

Matthias Horx (Zukunftsforscher, muss niemand kennen) meint: “Denn in uns Menschen wohnt der unausrottbare Widerspruch zwischen Ich und Wir, Zugehörigkeit und Differenz. Menschen neigen zu Gleichem, Vergleichbarem – und sei es nur, um sich davon unterscheiden zu können. Im Kern sind wir schwatzhafte Wesen, deren Hirne sich gern mit Ähnlichem beschäftigen. Dazu gehören in aufsteigender Reihenfolge: Sex, Erfolg und Essen. In den komplexeren Sphären des Großhirns: Politik, Kultur und Sinn.”
Dann sitzt der geschulte Zuhörer und Breitlatscher vor der Six (die Absintherie in der Leipziger Innenstadt) am Samstag Abend, leise rieselt das Hirn aus verkalkten Mauern, allerorten ringsumher schwarzer Jungspundcatwalk mit zu wenig Kohle, um sich drinnen ein Getränk zu ordern, verstopfen der Gehwege und arrogantes Herumblicken. Und Dialoge, die aus dunkel gewandeten Hohlräumen, kajalbemalt ans Flackern der Großstadt dringen:

“Yeah, Scheiße, ich bin jetzt aus der Schule rausgeflogen, hab meiner Biolehrerin das Nasenbein gebrochen. Weißte, die hat was gegen meine rechte Gesinnung gesagt, blöde Zecke die!”

“Genau, und ich erst, weißte, mein Zimmer ist jetzt auch echt ganz rechts!”

Aha, mag der Satiriker hier denken, Humor ist dieser Generation also gegeben. Rechte Zimmer, so rechts ab vom Flur. Hmm, vielleicht gleich neben der Toilette, kommt ja auch hin und wieder Braunes runter. Aber so war’s nicht gemeint, nein. Die beiden vom wahren Leben bis dato Unberührten meinten das völlig ernst und waren auch noch stolz drauf. Taschengeld von Mami und Papi und Omi und Opi – und Opi war bestimmt in der Wehrmacht – da erzählt er aber selten was von – “Darf er ja heute auch nicht so in der Öffentlichkeit.”.

Vielleicht, kleiner Trottel, schämt er sich ja auch für das Getane, vielleicht hat er ein paar schlimme Sachen gesehen, die er seinem Großkotzenkel niemals wünschen würde. Vielleicht ist Opi ein erwachsener Mann, der einfach altersleise geworden ist. Naja – Hauptsache, der Enkel hat etwas zum Dagegensein. Und wer bietet sich da besser an, als die betroffen kerzenschwingenden Gutmenschen, linksliberal und doppelzüngig. Lautes Aufheulen garantiert – in Mittweida natürlich nicht, oder in Großenhain, oder Pirna, überhaupt in der Sächsischen Schweiz – da haben wir doch kein Problem!

Zurück zum Klumpfuss der schwarzen Szene, Freunde – den Dummen, Bekloppten und Egogestörten. Sei Eure Individualblödheit Euch unbenommen! Jede Subkultur ist schließlich nur ein auf Klitzeklein herunter gebrochenes Fetzchen der Gesamtgesellschaft – mit eben genau demselben Anteil Schranznasen, Tölpel und Deppen. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Szene es zulässt!

Mein lieber gehörnter Gott da unten, der Du ums Feuer tanzt und dir über das hier oben gespielte Programm Locken um die Genitale lachst. Muss das wirklich sein? Klar ist Sinn und Zweck Deiner Anwesenheit die Massen mit möglichst viel Unfug, Humbug, Kokolores, Schmarren, Mumpitz, Nonsens, Bockmist, Allotria, Stuss und Zinnober zu verstopfen, Bedürfnisse zu wecken und ihnen die Lebenszeit zu klauen, die sie dann verbrauchen müssen, um eben diesen völlig von der Logik verlorenen Werten nachzugeben. Früher haste das etwas plumper gemacht, Meister – da wolltest Du noch die Seele. Hahaha! Fällt doch heutzutage niemand mehr drauf rein – Seele, so ein Quatsch – was soll das denn sein! Und für die zwei/drei Gläubigen gibt’s in der Schule FAUST, zum Nachblättern und zum aus der Schlinge springen. Anleitung zum mit dem Teufel leben. Da reicht aber auch die Fernbedienung!

Was soll’s, es novembert wieder.

Der Leipziger Weihnachtsmarkt mit seinen Konsumistenhorden wartet wieder vier Wochen mit lustigen Geschichten aus dem Leben der Anderen auf mich. Ich werde wieder einmal das Leipziger Rathaus in Terracotta verkaufen – gleich gegenüber vom Spizz (Barfußgäßchen!) – und Holzspielzeug für die Kinder aus der Südvorstadt und aus Schleußig. Ich werde wieder Glühwein trinken und mich mit Menschen unterhalten, die so völlig anders sind als ich – und irgendwie doch so gleich. Und darüber berichten, ungefiltert und in einfachen Worten, damit’s auch jeder lesen kann! Und hin und wieder schicke ich Dir ‘ne Mail, großer Gehörnter – hier im Netz haste ja tausende, Millionen, Fastillarden Adressen – immer irgendwas mit Deiner Telefonnummer 666 dran – und weise Dich darauf hin, das mit diesen beiden Stumpfen vom Samstag Abend echt kein Staat zu machen ist.


DEUTSCH

Lass es uns heute Abend

Einfach mal Deutsch tun

Wir hattens Französisch schon zu Genüge

Und Griechisch und Spanisch

Na ja – und manchmal auchn

Bisschen mit der Peitsche

Du weißt schon

Was ich meine

Lass uns heut Abend

Diskutieren dabei

Und schuldig drein schauen

Und desillusioniert nicht

Aus den Puschen kommen

Lass uns davor ein Formular ausfüllen

Und die Verantwortung verschieben

Lass uns den Aufschwung herbeireden

Während ich mich abstrampele

Und dabei alle

Deutschen Automarken

Herunterbete

Lass uns stolz sein

Während ich mit der Zunge

An dir herumspiele

Auf den Papst

Und auf unsere Fußballer

Und auf Schuhmacher

Und auf die Witt

Lass uns längst vergessene Hymnen

Schreien

Während du kommst

Und ich irgendwie unbefriedigt

Aber befriedet

Noch ein

Kleines Stückchen

Fremdgehe

Und auswandere

In Gedanken

Euer Volly Tanner macht jetzt das Brett zu! Und erst am 03.12.07 wieder auf, weil da LASST MEIN VOLK ZIEHEN! in der Leipziger Moritzbastei erscheint, mit folgendem Zitat ganz am Anfang, einem Zitat von Victor Gollanz (1893 – 1967): “Nein, niemand kann behaupten, er habe nichts gewusst. Und nun frage ich Dich selbst, Leser, was hast Du dagegen unternommen? – Nichts? – Warum?”

In diesem Sinne, NON SERVIAM!

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