Readers Edition http://www.buergerinfo09.de



Politik + Klimawandel + Nachhaltigkeit

Indiens Premier Singh: “Wollen an Lösung mitarbeiten”

Sonntag, den 2. Dezember 2007 um 13:40 Uhr von Redaktion Readers Edition
Eigener Verantwortung bewusst: Indiens Premierminister Manmohan Singh; Photo: markhillary

Mit großen Hoffnungen beginnt am Montag die Klimakonferenz auf Bali. Delegationen aus 185 Ländern werden auf der indonesischen Ferieninsel erwartet, um über ein Nachfolgeabkommen des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls zu verhandeln. Darunter auch eine indische. Ohne die Kooperation der aufsteigenden Wirtschaftsmacht Indien ist jede Einigung auf Bali wirkunglos, so viel scheint sicher.

Wie China hat auch Indien das Kyoto-Protokoll unterzeichnet, wie China unterliegt es dabei aber keinerlei Beschränkungen. Dies soll sich nach Meinung der versamelten Politik- und Umwelt-Gemeinde nun ändern. George W. Bush hat mehrfach signalisiert, dass er unter gar keinen Umständen mit ins Klima-Boot springen werde, sollten Indien und China dort fehlen. Ähnlich hatte sich zuvor auch schon der jüngst abgewählte Premierminister Australiens, John Howard, geäußert.

Immenses Bevölkerungswachstum

Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) gehen bereits 4,15 Prozent der globalen CO2-Emissionen auf das Konto Indiens. Zum Vergleich: Deutschland ist “nur” für 3,19 Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich. Und die indischen Werte werden in den kommenden Jahren rapide nach oben schnellen. Die Wirtschaft des Landes wuchs in den vergangenen drei Jahren jeweils um über acht Prozent. Hinzu kommt ein beängstigendes Bevölkerungswachstum. Schon jetzt ist der Subkontinent mit ca. 1,13 Milliarden Einwohnern überbevölkert. Derzeit wächst die Einwohnerzahl um 1,6 Prozent und damit um über 18 Millionen Menschen per annum.

Am vergangenen Freitag bekräftigten die Inder zunächst ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Im Rahmen des gemeinsamen Gipfels mit Vertretern der Europäischen Union sagte Premierminister Manmohan Singh, dass die Länder “eine Verpflichtung zur Kooperation” hätten. “Die ganze Menschheit ist von den unterschiedlichen Auswirkungen der Erderwärmung betroffen. Gemeinsam können Europa und Indien zu einer Lösung beitragen. Das war der wichtigste Punkt in unseren Gesprächen”, so Singh: “Wir suchen eine Lösung, die die Armut in den Entwicklungsländern nicht manifestiert.”

“Industrieländer müssen mehr tun”

Gleichzeitig wies Wissenschaftsminister Kapil Sibal in einer Rede vor dem indischen Unterhaus Lok Sabha aber auf die besondere Verantwortung der Industrieländer hin. Indiens Treibhausgas-Emissionen pro Kopf gehörten zu den geringsten weltweit, so Sibal, die Industrieländer müssten ihre Anstrengungen hingegen intensivieren. “Wie dem auch sei, Indien ist als Unterzeichner des Kyoto-Potokolls diesem und anderen internationalen Abkommen verpflichtet”, so der 59 Jahre alte Minister am Freitag. Auf Bali wird es nun ernst: Ob die Menschheit die Kurve rechtzeitig kriegt, wird auch von den Konzessionen abhängen, zu denen Indien im Kamf gegen den Klimawandel bereit ist.

(S.W.)

Photo Quelle/ Copyright: markhillary, cc creative commons, Namensnennung 2.0, (via flickr)

Mehr zum Thema:

Greenpeace Klima-Experte: “Chancen für Durchbruch in Bali sind gut!”

Kurz vor Bali: Wie weit muss Klimaschutz gehen? - Teil 1

Kurz vor Bali: Wie weit muss Klimaschutz gehen? - Teil 2

  • diesen Artikel drucken
  • E-Mail This Post/Page
4.1
  • derzeit 4.13 Sterne
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
 
 

Schlagwörter

Share it!

Eine Reaktion zu “Indiens Premier Singh: “Wollen an Lösung mitarbeiten””

Kommentare für diesen Artikel als RSS-Feed abonnieren.

  1. Readers Edition » Die Botschaft von Bali: Grün gewinnt

    am 4. Dezember 2007 um 03:12 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] - Indiens Premier Singh: “Wollen an Lösung mitarbeiten” - Greenpeace Klima-Experte: “Chancen für Durchbruch in Bali sind gut!” - Kurz vor Bali: Wie weit muss Klimaschutz gehen? - Teil 1 - Kurz vor Bali: Wie weit muss Klimaschutz gehen? - Teil 2 […]

Einen Kommentar schreiben

Kommentare für diesen Artikel als RSS-Feed abonnieren.

Hinweis: Alle Kommentare werden moderiert und müssen freigeschaltet werden.

Erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>

Als Kommentator akzeptieren Sie die Teilnahmebedingungen der Readers Edition.