Von der Klimakonferenz in Bali, die heute beginnt, berichten nicht nur die “Großen”, auch die “Kleinen” sind aktiv, die Blogger, die Umweltaktivisten, Forscher, Kritiker und Neugierige. Unter den großen Bürgerjournalismusforen hat es sich Global Voices zur Aufgabe gemacht, regelmäßig zu und von der Konferenz zu berichten – doch GV wäre nicht, was es ist, wenn die Redakteure (in diesem Falle Juliana Rotich) nicht auch einen Blick auf die Blogs zu werfen: Ihre Sonderseite zum Thema Klimawandel gibt einen schönen Überblick über die Bemerkungen, Bilder und Videos diverser meist englischsprachiger Blogger.
So kritisiert zum Beispiel Rory auf Carbon Smart die USA nicht nur für deren Umweltpolitik (da ist er sicher nicht der einzige), sondern auch dafür, dass sich deren Regierung in dieser weltweit wichtigen Sache so benimmt, als wüssten allein sie, was richtig sei. Doch auch die Gemeinschaft der 15.000 Klimaforscher kritisiert der Blogger – er könne nicht anders als darüber nachzudenken, wie viel Energien bei der Planung und Ausstattung dieses Kongresses eingeflossen seien, die man im Kampf gegen die Umweltverschmutzung hätte sinnvoll einsetzen können.
It’s getting hot in here!
Auf die Schönheit der Welt, die unbedingt zu schützen sei, weist dagegen das “Solartaxi-Blog” hin, betrieben von Louis Palmer, der zur Klimakonferenz in Bali fahren durfte. Seine phantastischen Photos sind überzeugend.
Auf dem Jugend-Klima-Blog “It’s getting hot in here“, einem offenen Blog, an dem nach eigenen Angaben bereits über 100 Autoren beteiligt sind, findet sich ebenfalls eine Sonderseite zu Bali: Natürlich aus Sicht der Jugenddelegationen, die an der “Youth Conference” teilnehmen, insgesamt über 80 Leute. Wir dürfen gespannt sein auf die Berichte, Videos und Bilder der 50 Nachwuchsklimaschützer – die sich auch auf der Site Bali-Buzz tummeln, die regelmäßige Updates erfährt mit Nachrichten sowohl aus der Blogosphäre als auch über die klassischen Medien. Gemeinsam ist ihnen, so schreibt laurennut aus Bali, die Frustration gegenüber den Regierungen, die zu langsam oder gar gar nicht agieren. Auf der Seite Avaaz.org wird deswegen aufgerufen, sich selbst an die Regierungen zu wenden – mit der Petition, die direkt an die jeweiligen Landesvertreter auf der Konferenz geht, ein leichtes. Sie finden sie hier.
Klimachaos
Viel weniger konkret, doch mindesten ebenso interessant sind die Überlegungen, die Lloyd Alter auf Treehugger gesammelt hat. Er fragt “Was steckt im Namen” und verweist auf zwei Artikel von Friedman und Wayne Roberts, beides Journalisten, die sich Gedanken zum Begriff “Global Warming” gemacht haben und beide zu dem Schluss gekommen seien, dass er letzten Endes viel zu harmlos, ja fast niedlich, sei. “Climate Chaos” (Klimachaos) oder “Global Starving” (Globales Verhungern) seien wohl prägnanter, wird Roberts zitiert. Kommentatoren sind in dem Blog aufgerufen, ihre Vorschläge zu machen.
Uns ebenfalls zu beteiligen, dazu ruft seit nunmehr über 35 Jahren Greenpeace auf – inzwischen auf Youtube, aber immer noch umweltfreundlich per Flaschenpost:
[youtube m-M4AeTK2Hk]
Und dass diese Nachricht weitergegeben wird, lässt sich auf diversen Videos erkennen:
[youtube _6pptoOQEGc&watch_response]
[youtube 07KMvCMLebg]
TRACKBACK: Während auf der indonesischen Insel Bali heute die Klimakonferenz der Vereinten Nationen mit einem dringenden Appell zu neuen Klimaschutzmaßnahmen eröffnet worden ist, haben sich die Marktforscher von IDC in Wien auf dem ersten “Green IT Day” mit dem Beitrag der Informationstechnik zur Rettung des Weltklimas beschäftigt. Ziel war es, IT-Managern das Thema “Green IT” näher zu bringen und Möglichkeiten zum energieeffizienterem Einsatz von Computertechnologien aufzuzeigen.