Gestern wurde in Bali die Klimakonferenz eröffnet, und auch heute wollen wir verfolgen, wie die Blogosphäre auf das Geschehen reagiert und es beschreibt. Meist lesen wir kritische Stimmen, wie zum Beispiel von Sascha Pippenger auf “It’s getting hot in here”: Er postet das Video des Anstoßes und fragt zu recht, weshalb eigentlich Yvo de Boer in seiner Rede auf die Beständigkeit fossiler Brennstoffe verweist. Die Vermutung liegt nahe, dass auch diese Konferenz beeinflusst sein wird von einer Verquickung verschiedener industrieller Interessen und Machenschaften, befürchtet der Autor des Blogs und fragt sich, ob ein Klimaregime, dass eng mit der Öl-Industrie verbunden ist, wirklich das beste ist, was wir aufzubieten haben?
Die gleichen Gedanken macht sich Anna, eine Vertreterin der Australischen Jugenddelegation auf der Bali-Konferenz, die recht fleißige Blogger sind. Hier das Statement de Boers (auf englisch):
[youtube PysGA3TTiDc]
Indonesien auf Platz drei der Umweltsünder
In eine ähnliche Richtung zeigen die Bemerkungen von Glenn Hurowitz, die auf GRIST postet. Sie bemerkt, dass Bali der perfekte Hintergrund für die Konferenz sei – weil kein anderer Ort die Gefahren durch Untätigkeit besser verkörpere als gerade Indonesien. Zwar könne man dort nicht von industrieller Umweltverschmutzung sprechen, aber dennoch sei das Land auf Platz drei der weltweiten Umweltsünder: Daran Schuld sei vor allem die Brandrodung, die in perfider Weise eingesetzt werde, um Raum für Palmölplantagen zu schaffen, angeblich ein umweltfreundlicher Rohstoff. Tatsächlich aber sorgten die massiven Eingriffe, die für den Anbau nötig seien, für bis zu neun Mal mehr schädliche Gase als Öl. Sich für den Schutz der Wälder einzusetzen, sei demnach wesentlich mehr, als “nur” für ihren Erhalt zu sorgen – man könnte auf diese Weise auch den Schadstoffausstoß weltweit erheblich verringern.
Eine Chance für Entwicklungsländer
Auch Evan Branovsky hofft auf einen Beschluss, der die hemmungslose Abholzung verhindern könnte – für Haiti eine echte Chance, nicht nur die Umwelt zu schützen, sondern durch den Verkauf von Wäldern im Rahmen des Emissionshandels als CO2-Speicher auch ein wenig Geld einzunehmen. Ähnliche Handel könnten sicherlich auch Afrika zugute kommen – wie desolat die Situation dort ist, kann man auf dem Chinadialogue nachlesen: Annan Cato schreibt über die Situation auf dem Kontinent, der weltweit am geringsten an der Umweltverschmutzung beteiligt ist, und der doch am meisten unter dem Klimawandel zu leiden hat, wie die jüngsten Flut- und Hungerskatastrophen beweisen.
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