Volly Tanner sprach mit Max Weißenfels, dem Schlagzeuger der Leipziger Band CUTTERFLY über Ziele, Strömungen und Probleme in der etwas härteren Musik…
VT: Hallo Max, schön mit Dir zu reden. Du bist ja der Schlagwerker von CutterFly. Wie bist Du denn, der Du doch noch sehr jung bist, auf diesen Posten gerutscht?
Max: Hi Volly
Nun ja: Schlagzeug spiele ich ja nun schon nahezu seit ich denken kann
Mit sechs Jahren schenkten meine Eltern mir zu Weihnachten das erste kleine Kinderdrumset. So kommt es, dass ich schon seit meinem 13. Lebensjahr in verschiedenen Bands spiele (Goodfellas, PeterStruwwelSextett, Eisenheinrich…). Meine damalige Hauptband waren die Leipziger von Goodfellas. Allerdings drifteten mit der Zeit die musikalischen Vorstellungen auseinander; zumal ich mich immer mehr am Songwriting beteiligte und sich ab dem Zeitpunkt leider immer mehr herausstellte, wie unterschiedlich der Musikgeschmack und die Zielsetzung zwischen mir und den anderen waren.
Einzige Option stellte letztendlich die freundschaftliche Trennung dar. Danach musste ich mir nun aber, Herzblutmusiker der ich bin, dringend eine neue Band suchen. Allerdings stellte es sich schnell heraus, dass es in Leipzig recht schwer werden würde, eine Band zu finden, die meinem Geschmack nahe kommt. So beschloss ich recht schnell eine eigene Band zu gründen und durch einen glücklichen Zufall lernten Andre, unser erster Gitarrist, und ich uns in genau dieser Zeit kennen. Schnell war uns klar, dass wir gemeinsam in einer Band spielen wollten. Er kannte unseren jetzigen zweiten Gitarristen, der auch schnell Gefallen an unserer Bandidee fand. Den Sänger fanden wir in Nobby, mit dem ich nun schon seit meinem 13. Lebensjahr bei Goodfellas Musik spielte. Nach einiger Zeit stieß auch noch unser Bassist Roland hinzu, den ich aus einer Bandfreundschaft zu seiner alten Band Shaype her kannte. So bildeten sich CutterFly also quasi um Andre und mich. Wir sind also die Gründer der Band.
Zumal ich nebenbei bemerkt auch noch nicht einmal der Jüngste in der Band bin, sondern Andre, der gerade einmal 16 Jahre jung ist
VT: Wie würdest Du denn Euren Stil bezeichnen? An wem orientiert ihr Euch?
Max: Dies ist immer die schwierigste Frage, die uns gestellt wird. In unsere Musik lassen wir eine Menge verschiedenster Elemente einfließen. Grob gesagt könnte man es als “MelodicMetal” bezeichnen. Will man es aber genauer wissen, so lassen sich eine Vielzahl unterschiedlicher Stilelemente nennen. Die Gitarrenriffs erinnern beispielsweise oftmals an klassische Metalcorebands, wie Killswitch Engage oder As I Lay Dying. Allerdings versuchen wir es harmonisch etwas interessanter zu gestalten, als eben genannte.
So kommt es auch nicht selten zu Harmoniewechseln, die man aus dem Jazzbereich kennt. Hier können Andre und ich unsere Erfahrungen, die wir in stark musikspezialisierten Schulen – Andre besucht das Rudolf-Hildebrandt Gymnasium; ich besuchte den Musikleistungskurs auf dem Thomasgymnasium – gesammelt haben, einfließen lassen. An leichten Industrial-Einschlägen hört man auch Andres und meine Vorliebe für Rammstein heraus. Auffallend ist weiterhin, dass wir fast ausschließlich mit Gesang arbeiten. Dies dient in unseren Augen dazu, sich von den 187.965.374 Metalcorebands abzuheben
Hier kommt uns die prägnante und immer wiedererkennbare Stimme unseres Sängers entgegen.
“Mit Schubladen tun wir uns schwer”
Vorbilder gibt es einige, die aber natürlich bei jedem individuell ausgeprägt sind. Einigen können sich alle auf Bands wie As I Lay Dying oder Story Of The Year. Andre und ich, die wir ja die Songs schreiben, sind zudem auch noch an Jazz und klassischer Musik (wie z.Bsp. Bachs Choräle aus dem Barock, Chopins, Liszts und Debussys romantische Klaviermusik…) interessiert. Dies kann man denke ich z.Bsp. in einigen Streicherarrangements heraushören. Mit Schubladen tun wir uns daher sehr schwer und haben noch keinen allumfassenden Begriff gefunden. Allerdings kann man mit dem Begriff “Metal”, so denke ich, nichts falsch machen
VT: Metal ist ja im Moment ein richtiger Hype, selbst extremere Bands, wie Dimmu Borgir landen in den Charts. Siehst du da einen Trend, weg von Plasticbands, hin zu Wut und Handmade?
Max: Ich denke, dass, wenn es einen Trend in diese Richtung geben sollte, er sich schon seit etwa 20 Jahren vollzieht. Damals fingen Metallica und Slayer an, harte Musik, abseits der Massenmedien zu spielen und fuhren damit riesige Erfolge ein.
In den 90er Jahren kam dann die Nu Metal-Welle. Bands wie Korn und Limp Bizkit liefen im TV auf Dauerrotation. Sogar die Videos von Soulfly und Sepultura waren ständig zu sehen. Es gab Mädchenbands, die fast ohne Gesang, nur mit Gebrüll die Massenmedien zu begeistern wussten. Bestes Beispiel hierfür ist die Band Kittie. Will damit sagen, dass es auch damals schon in war, “extrem” zu sein. Da muss man nur einmal ein Livekonzert von Slipknot gesehen haben. Mit eben diesen endete allerdings auch der Hype. Schließlich spielten Slipknot auch schon mit vielen härteren Elementen aus Death und Trash.
Diese Entwicklung setzte sich dann fort. Es kamen Bands wie Killswitch Engage, As I Lay Dying und ihre deutschen Pendants wie Caliban und Heaven Shall Burn. Auch jene sah man noch im TV. Wenn auch schon sehr selten. Man muss allerdings parallel die traurige Entwicklung des Musikfernsehens und auch anderer Medien, wie vielen Musik Zines betrachten. In den 90er Jahren war es noch normal, dass man auf einem Musiksender auch Musik sehen konnte. Heute wird man auf jenen Sendern nur noch mit Handyklingeltönen und Realityshows überflutet. Für Musik ist kaum noch Platz. Höchstens ein paar wenige hoch platzierte Chartbands haben das Glück gesendet zu werden; hauptsächlich aber auch nur, weil das Majorlabel einen ordentlichen Etat für die Promotion besitzt.
Die restlichen Musiker mussten sehen wo sie bleiben. Die Entwicklung des Musikmarktes läuft dadurch zwingendermaßen auf das Livespielen hinaus. Die härteren Bands können sich nur noch durch immenses Touren über Wasser halten. Denn CDs kauft ja auch kaum noch jemand; und selbst wenn, dann sieht der Musiker selbst nur knapp einen Euro pro verkaufter CD!! Der Rest geht an Verlage, Labels, Gema etc pp. Dies geht z.Bsp. auch den von dir genannten Dimmu Borgir so. Aber meiner Meinung nach sollte man da auch differenzieren zwischen “Wut” und “Handmade”. Denn handgemachte Musik liegt auch schon länger wieder im Trend. Da muss man sich nur Bands wie The Strokes, The Kooks und alle anderen “The”-Bands anschauen. Jüngstes Beispiel sind da die Plain White T’s. Allerdings besitzen eben genannte auch einen hohen Grad an Massenkompatiblität. Dies ist im Metal, also durch “Wut”, wie du schreibst, natürlich wesentlich schwerer zu erreichen. Mir fallen da spontan höchstens Rammstein ein, die ja früher auch einen enormen Wutfaktor hatten.
Immer noch unzählige “Plastebands”
In Amerika, wo ja vieles extrem ausfällt
, kann man allerdings einen Trend, wie von dir beschrieben sehen. Dort sind z.Bsp. zur Zeit unzählige europäische Black- und Deathmetalbands angesagt. Bands wie die polnischen Behemoth, die deutschen Necrophagist, Vader und viele andere touren 200 Tage im Jahr allein in den Staaten. Dort würde ich dir also deiner Behauptung zustimmen. Im Großen und Ganzen sehe ich diesen Trend aber in Deutschland eher nicht. Wenn, dann gibt es diese Entwicklung schon seit Jahren. Plastebands gibt es aber meiner Meinung nach immer noch Unzählige. DSDS, Popstars, Starseach und Stefan Raabs derzeitiger Wettbewerb sind nur einige Beispiele für Casting Shows in denen, meiner Meinung nach “Plastebands” herangezüchtet werden und auch mehr oder weniger erfolgreich sind.
Hinzu kommt der riesige HipHop-Hype, welcher derzeit in Deutschland verbreitet ist. Zwar bin ich nicht unbedingt abgeneigt von dieser Musik, aber muss doch sagen, dass es extrem traurig ist, was sich da derzeit auf dem Markt breit macht. Wer braucht denn noch das 187te Bushidoplagiat aus Berlin?! Dies ist auch ein Trend, der auch von den Plattenfirmen ausgeht, die in HipHop-Acts natürlich auch weniger Geld fließen lassen müssen. Schließlich sind die Produktionskosten viel niedriger, als bei einer ganzen Band. Des Weiteren sind die Acts quantitativ gesehen natürlich produktiver und somit gewinnbringender. Es ist also wieder einmal eine Frage des Geldes. Dies aber nur mal nebenbei angerissen, um meine Meinung, dass es in Deutschland schon noch eine Riesenmenge an Konservenprodukten gibt, zu verdeutlichen.
VT: Wohin führt aber Euer ganz spezieller Weg?
Max: Nun, das hängt auch damit zusammen, wie sich die Entwicklung der Musikindustrie fortsetzt. Unser persönliches Ziel ist es, von der Musik leben zu können. Dies heißt nicht, dass wir Stars werden wollen (was heutzutage mit Musik in unseren Gefilden ja auch schier unmöglich ist). Aber schön wäre es schon, viel zu touren, viele Menschen in verschiedenen Ländern kennen zu lernen, ihnen eine schöne Zeit mit unserer Musik zu verschaffen und nebenher mit unserer Lieblingsbeschäftigung unser täglich Brot zu verdienen. Nobby (unser Sänger) und ich konnten mit unserer alten Band ja schon eine kleine dreiwöchige Tourerfahrung im Ausland sammeln und schwärmen seitdem über das Tourleben
Schön wäre es natürlich, extrem viele Menschen mit der Musik zu erreichen. Ich denke da an Bands wie die Scorpions oder Rammstein, die sogar im Ausland größte Erfolge verbuchen konnten/können. Ein solches Level (vor allem an musikalischer Eigenständigkeit) muss natürlich erst einmal erreicht werden und davon sind wir durch unser 14-monatiges Bestehen natürlich noch ein ganzes Stück entfernt. Zur Zeit sind als deutscher Export allerdings auch eher Bands wie Tokio Hotel angesagt. Jedoch denke und hoffe ich, dass darauf auch wieder eine Zeit für Bands wie uns folgt. Unser Ziel ist es also bis dahin einen komplett eigenständigen Sound zu fahren und zum richtigen Zeitpunkt alles auf eine Karte zu setzen, um dadurch mit der Band den größtmöglichen Erfolg einzufahren. Bis dahin gilt es, sich ranzuhalten und viel zu üben
.
VT: Und wie sieht’s mit einer CD aus? Ist da schon was in den Tüten?
Max: Ja! Wir haben vor kurzem eine 5-Track-EP fertig aufgenommen. Nun sind wir beim Mischen. Eventuell wird das Ganze noch in Berlin gemastert. Das steht noch nicht ganz fest. Denn es ist auch eine Frage der Zeit. Schließlich muss die CD noch dieses Jahr fertig werden, um sie beispielsweise noch rechtzeitig bei der Gema und GVL anzumelden. Ab Dezember dieses Jahres wird das Produkt also käuflich zu erwerben sein und Teile der CD auch auf Myspace hörbar sein
!
VT: Bester Max, kannst Du noch mal kurz Deine Leute vorstellen? Vor allem, da Ihr ja noch nicht von Eurer Musik leben könnt, was sie im wahren Leben machen?
Max: Na klar! CutterFly besteht aus fünf Leuten. Der jüngste im Bunde ist André. Er geht mit seinen zarten 16 Jahren grade mal in die zehnte Klasse auf dem Rudolf-Hildebrandt Gymnasium
. Der Zweitjüngste bin ich mit 18 Jahren. Im Sommer hab ich mein Abitur auf dem Thomasgymnasium bestanden und absolviere zur Zeit meinen Zivildienst. Roland (b) und Martin (2.git) sind unsere beiden Studenten. Martin befindet sich im Alter von 21 im Hauptstudium für Informatik. Roland, 22 Jahre jung, zog es hingegen zu einer eher seltenen Studienrichtung, der Meteorologie. Der Bandälteste ist Nobby. Er arbeitet, wie es sich für einen richtigen Metaller gehört, in einer Metalgießerei
Nebenher besucht er zur Zeit auch noch eine Berufsschule in Freital.
Unser gemeinsames großes Hobby ist die Musik. Daher gehen hier viele auch noch anderen Tätigkeiten, außerhalb von CutterFly nach. So nehmen sowohl André, als auch ich neben dem normalen Unterricht am Hauptinstrument auch noch Klavierunterricht. Nobby hat begonnen, Gesangsunterricht zu nehmen. Hinzu kommt auch, dass sich einige von uns noch in anderen Bands verwirklichen. So spielt Roland in der Popband Sonoris Breeze Bass. Ich spiele bei Nitrolyt Bass und in einigen Rock-, Blues- und Jazzbands Aushilfen am Schlagzeug. Auch André ist zur Zeit damit beschäftigt, eine weitere Band aufzubauen.
VT: Bei Dir war ja Musik schon immer Lebensmittelpunkt – auch durch Deine Mutter Simone Weißenfels, was macht sie denn gerade?
Max: Meine Mutter ist vor ein paar Wochen grad von ihrer diesjährigen kleinen Chinatournee wiedergekommen. Einmal im Jahr ist sie für meist etwa drei Wochen im größten Land der Erde und dort als Pianistin unterwegs. Des Weiteren geht sie auch in heimischen Gefilden verschiedensten Projekten von Klassik bis frei improvisierter Musik nach. Unter anderem arbeitet sie hier mit Künstlern und Musikern wie Manfred Hering, Sebastian Weber, Wolfram Dix, Adelheit Vogel u.v.a. zusammen. Nebenher unterrichtet sie auch noch die lieben Thomaner im Klavierspiel
VT: Im Metal, speziell im etwas extremeren Black Metal gibt’s ja zur Zeit Tendenzen von rechten Strukturen unterwandert zu werden. Habt Ihr bei Euren Konzerten schon Ähnliches erlebt?
Max: Ja, von diesem Phänomen hab ich auch schon gelesen. Allerdings sind wir persönlich – und ich denke ich spreche da im Grunde für die gesamte Leipziger Untergrundmusikszene – damit nie in Kontakt geraten. Natürlich frage ich nun auch nicht jeden Konzertbesucher nach seiner politischen Einstellung, aber ich denke wirklich, dass wir dieses Klientel nicht bedienen. In unserer Musik ist im Grunde ja auch nichts, womit sich Rechtsextreme sofort identifizieren würden. Weder ist sie durchgehend aggressiv, noch sind in den Texten auch nur kleinste Einschläge in diese Richtung erkennbar bzw. reininterpretierbar. Von dieser Problematik sind wir also, so denke ich, nicht betroffen.
VT: Ihr seid ja hier in Leipzig beheimatet und in den hiesigen Medien wird ja immer gerne von der Szene gesagt, dass sie zu sehr in sich selber herumwuselt. Wie siehst Du denn den Leipziger Musikerzustand? Ist’s wirklich so langweilig, wie die Popdiskutanten immer gerne herunterschreiben?
Max: Nun, darüber lässt sich diskutieren. Wobei ich erst einmal vorweg nehmen will, dass ich stolz auf die hiesige Musikszene bin. Es gibt hier eine Unmenge an guten Bands aus verschiedensten Genres. Als da wären aus dem Metal ganz oben zu nennen Disillusion und die Dark Suns. Aber auch Bands wie Porcelain, Blossom, und Gran Erupto und die noch nicht lange existierenden Zen Zebra haben ein unglaubliches Potential.
Es gibt noch unzählige weitere, die ich hier nennen könnte. Auch in der Jazzmusik beherbergt Leipzig einige Größen, beispielsweise Stefan König, Wolfram Dix, Ines Agnes Krautwurst oder Manfred Hering. An guten Musikern mangelt es der Musikszene nicht. Auch untereinander haben alle ein gutes Verhältnis. Ich selbst sehe mir am liebsten Konzerte aus der Umgebung von “kleineren” Bands an und staune immer wieder. Heute geh ich beispielsweise in die Halle 5 zu den befreundeten Fallout und Lastchapter. Allerdings ist es wahr, dass die Musikszene sich hier wenig für fremde Bands, die aus einer anderen Region kommen, interessiert. Das ist ein Manko der Musiker hier. Allerdings gibt es Städte, wo das noch viel schlimmer ist. In Berlin beispielsweise kann man froh sein, wenn ein paar Freunde zu den Konzerten kommen. Hier ist das Konkurrenzdenken stark ausgeprägt.
Ruhrpott und Bayern für fremde Bands offen
Hinzu kommt die Intoleranz von einigen Musikfans. So kommt es nicht selten vor, dass sogar einheimische Bands hier vor verschränkten Armen und spärlichem Applaus spielen. Bestes Beispiel ist die sehr gute Berliner FemalFrontetMetalband Orphan Hate. Es gibt natürlich aber auch Regionen, in denen die Musikszene für Neues und Fremdes viel offener ist. Hierzu zählt beispielsweise der Ruhrpott und Bayern. Häufig wird man hier mit offenen Armen empfangen und die Besucher haben Spaß bei den Konzerten. Dies spiegelt sich natürlich auch im Umsatz wieder. Während man in Berlin beispielsweise oft zahlen muss, damit man spielen darf, gibt es in Westdeutschland oft noch gut bezahlte Gagen. Leipzig würde ich in etwa in der Mitte dieser beider Extreme ansiedeln.
Als Fazit denke ich, kann man sagen, dass wir schon stolz auf unsere Musikszene sein können. Langweilig ist hier nichts und auch fähige Musiker und gute Konzerte gibt es hier sehr oft. Einiges kann man sicherlich besser machen. Allerdings ist es mir unverständlich, wie viel Kritik manche Musikdiskutanten ausüben. Schließlich gibt es da noch viel schlimmere Städte, als Leipzig.
VT: Woran denkst Du liegt das? Haben die Diskutanten einfach keine Ahnung oder gibt’s da andere Interessen?
Max: Ich denke, es liegt ganz einfach daran, dass die Mehrheit der Menschen nicht mit dem zufrieden ist, was sie schon haben. Anstatt sich zu freuen, was man schon hat, denkt man nur daran, was man noch braucht und haben möchte. Dies kann man auch zu den Musikkritikern sagen. Das finde ich aber auch gar nicht schlimm. Schließlich muss sich die Menschheit ja auch in allen Dingen kontinuierlich verbessern. In der Musik geschieht dies natürlich auch durch Musikdiskutanten. Des Weiteren muss man ja auch sagen, dass in den Kritikpunkten oft Wahres steckt, was durchaus verbessernswert ist. Ich würde also auf keinen Fall behaupten wollen, dass diese Menschen keine Ahnung haben. Es gibt ja auch für jede Musikrichtung spezialisierte Kritiker. Allerdings kam es leider häufiger vor, dass einfach der “falsche” Kritiker zum falschen Konzert ging. So erinnere ich mich beispielsweise noch, nach dem letzten Papa Roach Konzert in Leipzig, eine Kritik in der LVZ gelesen zu haben, in der die Band derartig niedergemacht wurde, obwohl es meiner Meinung nach ein super Konzert war. Dieser Artikel wurde geschrieben, von einem Musikdiskutanten, der fast ausschließlich über klassische Konzerte schreibt. Ich denke also, da sollte man eher zu kritisieren ansetzen.
Wir selbst haben natürlich auch schon diese Erfahrung gemacht, von den einen hoch gelobt und von anderen eher verachtet zu werden. Ich denke, das ist ganz natürlich und ich will deswegen auch keinen Kritiker schlecht machen, oder sagen, dass er keine Ahnung von Musik hat.
VT: Na, da bedanke ich mich erstmal bei Dir für die offenen Worte und wünsche noch massig Erfolg!
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