Google-Idee ist weder neu noch gut gewesen

Es gibt Ideen, die würde man fast so begeistert beschreiben, wie man sie erlebt hat, damit der Funke überspringt. Viele von uns haben am 8. Dezember die Bilder von Demonstrationen für den Klimaschutz gesehen, waren vielleicht selbst bei einer Demonstration dabei, haben noch im Ohr, dass „Klimakatastrophe“ das Wort des

trhsghf.jpgEs gibt Ideen, die würde man fast so begeistert beschreiben, wie man sie erlebt hat, damit der Funke überspringt. Viele von uns haben am 8. Dezember die Bilder von Demonstrationen für den Klimaschutz gesehen, waren vielleicht selbst bei einer Demonstration dabei, haben noch im Ohr, dass „Klimakatastrophe“ das Wort des Jahres 2007 geworden ist, weil es bildhaft macht, worum es geht.

Und dann machte Deutschland zwischen 20 und 20.05 Uhr auch noch das Licht aus, wie „Bild“ als eine der Initiatorinnen auf ihren Internet-Seiten meldete. In Delmenhorst war es nicht nur in den Wohnungen dunkel, sondern auch auf den Straßen und Plätzen, der Bremer Bahnhof und der Weihnachtsmarkt lagen fünf Minuten im Dunkeln, in unzähligen Städten wurden Sehenswürdigkeiten kurze Zeit nicht erleuchtet, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz.

Der Verfasser dieser Zeilen wohnt allerdings in einer Stadt, in der Einiges etwas anders ist. So lehnte der Oberbürgermeister Eberhard Menzel eine Beteiligung an der „Licht-aus-Aktion“ ab. Begründung: Sie finde außerhalb der Dienstzeiten der Verwaltung statt. Die Sommerzeit ist von diesem Oberbürgermeister mit dieser Begründung noch nicht abgelehnt worden, aber das kann ja in Wilhelmshaven durchaus noch kommen.

Beileidstelegramme nicht nötig

Einige denken möglicherweise an Beileidstelegramme in die Provinz, die sind aber nicht erforderlich, zumal hier vier Kohlekraftwerke geplant werden, die laut Bundesumweltministerium jedoch nicht genehmigungsfähig sind. Aber versuchen kann man es einmal…

Wie der Verfasser dieser Zeilen um 22.30 Uhr bei Google versucht hat, etwas zu finden.

Die Seiten waren in schwarz getaucht. Google Deutschland hat für Internet-Nutzer das Licht ausgeschaltet. Es gibt Ideen, über die hätte man beinahe so begeistert erzählt, wie man sie fand – doch im Netz ist man stets von vielen kritischen Geistern umgeben, die sich mit Begeisterung allein nicht zufrieden geben. Die Suche nach weniger begeistert klingenden Anmerkungen zur nicht einmal neuen Google-Idee hat zu beginnen.

Umweltschädliche Prunkhochzeit

Sie dauert nicht lange. Bei „Spiegel“-online wird man immer fündig und findet dort die Meldung, dass einer der Google-Gründer geheiratet hat. Das ist zwar an und für sich nicht kritikwürdig, schließlich ist Larry Page 34 Jahre alt, auch an einer Stanford-Doktorandin ist nicht viel auszusetzen, wenn man nicht grundsätzlich etwas gegen kluge Frauen hat. 27 ist außerdem ein ganz schnuckeliges Alter und der Vorwurf, sie habe sich einen alten Kerl geschnappt, nur weil der reich ist, verfängt dieses Mal nicht.

Die Hochzeit fand in der Karibik statt, könnte dagegen ein Ansatzpunkt sein, mit dem man sich der kritischen Blog-Gemeinde zuliebe beschäftigen sollte. Gefeiert wurde auf einer Insel. Klingt nicht schlimm, wenn wir davon ausgehen, dass keiner der mehreren 100 Gäste zu weit hinausgeschwommen ist. Und nun haben wir ihn: Die Hochzeitsgäste kamen aus aller Welt – mit Flugzeugen, die eigens für sie bereitgestellt worden waren und auf dem Weg zum Brautpaar die Umwelt verschmutzten. Als sie ihr Ziel erreicht hatten, mussten einige von ihnen auch noch auf einer Nachbarinsel untergebracht werden, weil die Hochzeitsinsel nicht Platz für alle bot. Das hätte unbedingt vermieden werden müssen – und wäre ganz einfach gewesen. Denn Einiges an Platz ging für künstliche Palmen drauf. Außerdem soll im Festzelt nicht nur Licht gebrannt, sondern auch noch eine Klimaanlage gestanden haben.

Muss Larry Page wieder gut machen

Derlei begangene Umweltsünden kann Larry Page nur wieder gut machen, wenn er die nächste Hochzeit in ganz kleinem Rahmen (er, die Braut und höchsten zwei Blumenkinder) in möglichst großer Firmensitz-Nähe feiert. Aber: Eine zweite Ehe käme auch nicht bei allen gut an.

Was also tun? Wir verzichten einfach auf Larry Page als Klimaschützer und am Montag fahren wir nach Oslo und demonstrieren dort gegen den Friedensnobelpreis für Al Gore, denn der verhält sich auch nicht immer so umweltfreundlich wie er in seinen Vorträgen vorgibt zu sein.

Wilhelmshavens Oberbürgermeister Eberhard Menzel wird all das bereits geahnt haben, als er eine Beteiligung an der “Licht-aus-Aktion” ablehnte…

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