Er wurde geschlagen. Er wurde misshandelt. Wenn er den Nonnen nicht brav genug war, wurde sein Kopf unter kaltes Wasser gehalten, bis er keine Luft mehr bekam. Er musste Erbrochenes essen. Nachts wurde er ans Bett gefesselt. Geschenke, die für ihn bestimmt waren, wurden an die anderen Heimkinder verteilt. Nonnen sperrten ihn in eine dunkle Besenkammer.
Er ist seiner Mutter weggenommen worden. Da war er erst ein Jahr alt. Er wurde mit Kleiderbügeln geschlagen. Nonnen peitschten ihn aus. Als Dreijähriger kam er in die Psychiatrie. Nach 45 Jahren wurde er aus der geschlossenen Anstalt entlassen. Er ist nie psychisch krank gewesen.
Er wohnt auf einem Bauernhof in Aachen, heißt Willi Kappes und möchte endlich wissen, warum man ihm das in einem katholischen Kinderheim angetan hat.
Schon im Petitionsausschuss
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat sich mit dem Schicksal ehemaliger Heimkinder in den 50er, 60er und 70er Jahren beschäftigt, die katholische Kirche will den Mantel des Schweigens lüften und Dernbach bei Montabaur erlebt am 22. Dezember auf dem Marktplatz eine Protestkundgebung von Frauen und Männern, die dem dort ansässigen Orden schwere Vorwürfe machen.
“Unrecht bleibt Unrecht” hat auch die katholische “Tagespost” am 18. November 2006 festgestellt. Peter Neher, Vorsitzender des Deutschen Caritasverbandes, forderte: “Es muss noch genauer geprüft werden, ob möglicherweise konfessionelle Prägungen einen ohnehin praktizierten Erziehungsstil weiter verschärft haben.”
Theo Breul vom Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen (BVkE) stritt zwar ab, dass es Hunderttausende von Fällen gebe, aber: “Es gibt Einzelfälle, die sich allerdings mächtig häufen.” In Sack und Asche müsse die katholische Kirche nicht gehen, sie entschuldige sich jedoch “in jedem einzelnen Fall bei den Betroffenen”.
Täglich zehn Stunden Zwangsarbeit
Sie fühlte sich als Zwangsarbeiterin. Zehn Stunden täglich musste sie Wäsche waschen. Sie nähte, stopfte, bügelte und mangelte für Hotels und Privathaushalte. Bezahlt wurde sie für ihre Arbeit nicht.
Sie wohnt in Dortmund und heißt Gisela Nurthen.
Mit mehr als einer Entschuldigung und aufgebesserten Renten können diese ehemaligen Heimkinder nicht rechnen.
Mehr will beispielsweise der 2004 gegründete Verein ehemaliger Heimkinder (Vehev) auch nicht. In einem Brief an die Deutsche Bischofskonferenz schrieb er im März 2006: “Geben Sie den ehemaligen Heimkindern ihre Würde zurück!”
Dazu gehöre: Akten dürfen nicht vernichtet werden, unbezahlte Arbeit muss von den katholischen Heimen bestätigt werden, alles, was damals geschehen ist, muss schonungslos aufgearbeitet werden.
Sehr geehrte Frau Anne Will,
Sehr geehrte Frau Leyen,
sah gestern die Talk-Runde.
Wer glaubt, in früheren Zeiten war es besser um Kinder bestellt, der irrt.
Lesen Sie hierzu diesen Beitrag:
> _http://www.readers-edition.de/2007/12/10/demonstration-in-dernbach-ehemalig
> e-
> heimkinder-wollen-ihre-wuerde-zurueck/_
> (http://www.readers-edition.de/2007/12/10/demonstration-in-dernbach-ehemalig
> e-heimkinder-wollen-ihre-wuerde-zurueck/
> )
>
Also die frühere “amtliche” Aufsicht war in Irland, England, Amerika usw. stets durch das katholisch-christliche Erziehungsbild von Orden geprägt. Damals gab es keine Rechte für Kinder.
>
Werden die Kinderrechte in die Verfassung genommen, dann werden Politiker ihnen liebsame Gesetze formulieren, z.B. die Zwangsimpfung aller Kinder gegen den Willen der Eltern.
Auffallend ist ja, die jetzt bekannt gewordenen Übergriffe auf Kinder
erfolgten gerade in den Fällen, da die Jugendämter eingeschaltet waren;
letzter Fall, das Kind der 20-jährigen Mutter, die bereits dem sechs Monate
alten Baby Schädelverletzungen zufügte, das Erziehungsrecht der Großmutter
übertragen worden war.
Sie erhalten im Anhang ein Schreiben an die Staatsregierung, das leider
nicht beantwortet wurde und so haben wir Teile unseres Manuskriptes öffentlich
gemacht. (interessant ist, kurze Zeit, nachdem Stoiber einen Einschreibebrief erhielt, sprang kurze Zeit später ein Psychiater in den Tod). Also die Psychiater sind im Einzelfall vollkommen hilflos. Sie wissen im Regelfall nichts mit “Seele” und “Geist” anzufangen, sind reine Materialisten.
Eine Würdigung “Ihres” Auftretens in der Fernsehsendung erfolgt gesondert.
Mit freundlichen Grüßen
Ernst Seler
Diese mail haben die Bundesfamilienministerin und Anne Will aufgrund meines Beitrags bekommen. Ich veröffentliche diese mail hier mit Genehmigung von Herrn Seler. Es ist der Beginn einer spannenden Geschichte, einer unter den Teppich gekehrten – oder hat hier jemand gewusst, dass die katholische Kirche ihre Vertreter in den Krieg schickte, weil sie der Meinung war, Hitler sei von Gott gesandt? Die katholische Kirche hat offenbar noch viel mehr aufzuarbeiten als die Skandale in ihren Kinderheimen…