Einmal um die Welt mit der Sonne im Tank

Am Anfang jeder Pioniertat steht ein Kindheitstraum – so behauptet man jedenfalls gerne von den großen Vorreitern und Forschern. Zumindest was den Schweizer Louis Palmer angeht, trifft das auch zu: Bereits 1986, im „zarten Alter von 14 Jahren“, wie er verschmitzt sagt, habe er den Wunsch gehabt, die Welt zu

mob45_1185405943.jpgAm Anfang jeder Pioniertat steht ein Kindheitstraum – so behauptet man jedenfalls gerne von den großen Vorreitern und Forschern. Zumindest was den Schweizer Louis Palmer angeht, trifft das auch zu: Bereits 1986, im „zarten Alter von 14 Jahren“, wie er verschmitzt sagt, habe er den Wunsch gehabt, die Welt zu umrunden, ohne sie dabei zu zerstören. Nun ist dieser Traum Wirklichkeit geworden: Im Juli ist Louis Palmer aufgebrochen, um den Erdball zu umrunden – und zwar zu 100 Prozent umweltfreundlich, allein mit der Kraft der Sonne!

Das Gefährt, das ihn über 40 000 Kilometer und durch 40 verschiedene Länder befördert, ist blau, ein wenig drollig geformt und steckt voller Sonnenpower: Insgesamt sechs Quadratmeter Solarzellen versorgen das von Palmer entwickelte „Solartaxi“ mit Energie – zuverlässig, kostengünstig und vor allem: CO2-frei!

Von Luzern über Deutschland, den Balkan, die Türkei, Dubai und Indien bis nach Indonesien hat es Louis Palmer inzwischen schon geschafft. Selbst in der sengenden Hitze der arabischen Halbinsel laufe das Solartaxi „wie eine Schweizer Uhr“, wie er sagt. Probleme gibt es dagegen mit Dingen ganz anderer Art: In Jordanien beispielsweise hing das Solartaxi drei Wochen lang fest, da Saudi Arabien kein Visum für Palmer erteilte – die Behörden wussten einfach nicht, wie sie das ungewöhnliche Mobil abwickeln sollten. Die Angelegenheit ging schließlich sogar hoch bis zum König, der dann die Genehmigung erteilte.

Strom für 15 000 Fahrkilometer

Es braucht schon Gewalt von außen, um das Solartaxi zu stoppen: Maximal 90 km/h bei 20 PS hört sich zunächst nicht viel an, doch das Solartaxi ist zuverlässiges Mobil und bewältigt auch lange Strecken mühelos. Zwar reicht die in der Hochenergiebatterie aus Kochsalz, Keramik und Nickel gespeicherte Energie nur für eine begrenzte Reichweite. Doch will Louis Palmer an einem Tag eine größere Strecke zurücklegen, bedient er sich einfach der Sonnenenergie aus der Steckdose, die er zeitgleich auf einem Solardach in Bern in das Stromnetz einspeist. Es ist, als zahle man Geld auf einem Konto ein und hebe es an einem anderen Ort wieder ab, erklärt Palmer – auf diese Weise erhalte man den Strom für 15 000 Fahrkilometer mit dem Solartaxi pro Jahr.

Bei der Weltumrundung will Palmer aber nicht die Leistungskraft solarer Mobilität unter Beweis zu stellen. Es geht ihm um eine globale Mission: Rund um den Globus will er Forscher, Politiker, Unternehmer und andere Akteure besuchen, die die globale Erwärmung stoppen wollen – vom tschechischen Elektroautoclub bis zu den Solar-Boat-Leuten am Dubai Creek. In seinem Online-Tagebuch berichtet er täglich, wie der Kampf gegen den Klimawandel in den verschiedenen Ländern geführt wird und beteiligt sich auch selbst daran, indem er das Solartaxi präsentiert, Vorträge hält und Schulen besucht, um die Generation von morgen zum nachhaltigen Denken zu inspirieren.

Palmer freut sich darüber, wie sehr sich die Menschen für das Solartaxi begeistern und wie sehr sie seine Umwelt-Mission zu schätzen wissen: „In Syrien hat man uns zum Saftladen begleitet“, erzählt Palmer. „Man wollte einfach sicher sein, dass dem Solartaxi nichts passiert.“ Von größerem Unheil ist das Solarmobil bisher verschont worden, vor Kurzem hat es auch den Straßenverkehr von Indien schadlos überstanden. Pünktlich zur UN Klimakonferenz ist das Solartaxi nun in Bali angekommen, wo es nun Delegierte aus Haiti, Slowenien und Brasilien hin und her chauffiert. Aus Amerika hat sich noch kein Fahrgast angesagt. Vielleicht wird das Interesse an Solartechnik dort ja wachsen, wenn das Solartaxi im nächsten Jahr in die Staaten kommt.

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Hier im Video sieht man, wie das Solartaxi die Klimakonferenz auf Bali erreicht. Es sei schwierig gewesen, so der Kommentar, die Sicherheitsleute dvon zu überzeugen, dass das Solartaxi keine Atombombe ist.

Erik Schmitt wurde 1980 in Worms geboren und studierte Kommunikationswissenschaften in München, Berlin und Melbourne. Seit Abschluss seines Studiums im Jahr 2006 arbeitet er in Berlin als freier Kameramann und Filmemacher. Eines seiner Projekte führte ihn nach Borneo, wo er den Film “Kalimantan” über die Kultur der Orang- Utans drehte. Des Weiteren ist er einer der Gründer von NON SQUARE PIGS:

Erik Schmitt wirkte bereits an mehreren Produktionen für Club of Pioneers mit. Seit Anfang November ist er Mitglied der Crew des Solartaxis – das erste Solarmobil auf Welttournee) und berichtet von unterwegs für Club of Pioneers.

Mehr Informationen unter:

http://www.solartaxi.com/index.php?link=solartaxi.htm&nav=nav3

http://solartaxi.blueblog.ch/

http://www.clubofpioneers.com/blog/blog-from-erik-schmitt/28/

Kommentare

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  1. @Joerg Frommann

    Sehr geehrter Herr Frommann!

    Ich gratuliere ihnen zu ihrem Artikel den ich sehr gerne weiterempfehlen werde.
    Habe auch schon auch ihre Homepage geschaut und werde warscheinlich beitreten.

    Um das Klima zu verbessern ist es notwendig etwas zu tun. Und dies kann nur durch Zusammenarbeit erreicht werden.

    Ich wünsche ihnen weiterhin Viel Erfolg bei ihrer Abeit als Journalist.

    Hochachtungsvoll

    Markus Neuner