Der Außenminister a. D. hat eine Beratungsfirma gegründet, die “Joschka Fischer Consulting”. Das Geschäftsfeld: Politikberatung. Für seine Firma hat er auch eigens eine Schrift entwerfen lassen.
“Joschka Fischer Consulting
Ehrlich und unprätentiös
Für die im Sommer 2006 entwickelte Briefschaft für Joschka Fischers Consultinggesellschaft gestaltete xplicit einen geradlinigen Font, der die Ehrlichkeit einer modernen Serifenlosen mit der geschäftigen Eleganz einer klassischen Schreibmaschinenschrift verbindet.”
Hätte man ihm vor 20 Jahren gesagt, das er sich mal eine eigene Schrift entwickeln lassen wird, er hätte denjenigen wohl Snobist, Spießer oder Arschloch genannt. Den Bundestagspräsidenten hat Fischer schon mal als solches bezeichnet.
Für wen oder was arbeitet nun seine Firma?
Von der Öffentlichkeit kaum zu beachten gewesen, dank fehlender Berichte in den Medien. Wohl unter anderem für diesen Verein: “European Council on Foreign Relations, ECFR“, gegründet im Oktober 2007, ein so genannter Think Tank, wo er als Mitgründer neben vielen illustren Persönlichkeiten im Vorstand sitzt:
Gianfranco Dell’Alba (Italy) – Chef de Cabinet for Minister Emma Bonino
Andrew Duff (United Kingdom) – Member of the European Parliament, ALDE
Sarmite Elerte (Latvia) – Editor-in-chief of Latvian daily newspaper Diena
Brian Eno (United Kingdom) – musician and producer
Joschka Fischer (Germany) – Former Foreign Minister and vice-Chancellor
Timothy Garton Ash (United Kingdom) – Professor of European Studies at Oxford University
Bronislaw Geremek (Poland) – Member of the European Parliament, ALDE; former Foreign Minister
Diego Hidalgo (Spain) – Co-founder of Spanish newspaper El País and President of FRIDE
Mary Kaldor (United Kingdom) – Professor and Director of the Centre for the Study of Global Governance, London School of Economics
Gerald Knaus (Germany) – Founding director of the European Stability Initiative
Caio Koch-Weser (Germany) – Vice Chairman of the Deutsche Bank Group; former State Secretary.
Fischer war nicht nur als Gastprofessor in den USA tätig, sondern ist auch ein “Distinguierter Diplomat” beim US Council on Foreign Relations gewesen, um das Fach zu lernen und die Bände zwischen den beiden CFRs zu stärken.
Was ist das ECFR nun?
Ulrike Guérot, ECFR Büro, Berlin, ehedem beim Rockefeller GMF angestellt:
“Es ist ein Think Tank – von George Soros gegründet. Seine 50 Gründungsmitglieder umfassen EU-Parlamentarier, ehemalige europäische Premier Minister, gegenwärtige EU-Minister und ihre Ratgeber sowie “Intellektuelle”. Es hat 7 Büros in europäischen Hauptstädten.”
Übrigens, in Brüssel hat das ECFR kein Büro sondern in London, Berlin, Paris, Madrid, Rom, Warschau und Sofia. Um wohl wirkungsvoll Einfluss auf die jeweilige Außenpolitik zu nehmen. Die Voraussetzungen für den ECFR sind auf jeden Fall nicht schlecht, so Daniel Florian von Think Tank Alert:
“In Anbetracht dieser prominenten Unterstützung ist leicht abzusehen, dass der European Council on Foreign Relations schnell zu einem einflussreichen Akteur auf dem Brüsseler Parkett werden wird, zumal ja Joschka Fischer immer wieder Ambitionen auf den Posten des ersten EU-Außenministers nachgesagt werden.”
Und wer finanziert das ECFR?
Mehrheitlich das Soros Foundations Network. Der Finanzmanipulateur kauft sich Macht und die dafür nötigen Strukturen. Genug Geld hat er ja. Den Grundstock seines Reichtums legte er, weil er mit sehr viel Kapital auf einen fallenden Silberpreis spekulierte. Bekannt wurde er durch eine andere Aktion. 1992 knackte er die Bank of England durch Spekulation: Verkaufte an einem Tag Pfund im Wert von zehn Milliarden US-Dollar und zwang dabei Großbritannien aus der Europäischen Währungsschlange auszutreten. Aber er stützte auch osteuropäische Organisationen gegen die Sowjetunion – und hat Geld für ideologische Philantropie gespendet. 2002 sprach ein französischer Gerichtshof ihn des Insider-Handels schuldig und verurteilte ihn zu zwei Millionen US-Dollar Geldbuße. Das Urteil wurde vor dem höchsten französischen Gerichtshof am 14. Juni, 2006 bestätigt. George Soros ist Innen-Kreis-Mitglied des US Council on Foreign Relations, das auch das Rockefeller Außenministerium benannt wird.
Hier ist die eigene Beschreibung des US Councils:
“Seine 3,400 Mitglieder umfassen fast alle früheren und gegenwärtigen Präsidenten, Außen-, Verteidigungs- und Finanzminister, hohe US-Regierungsmitglieder und – Angestellte, berühmte Wissenschaftler und hervorragende Vertreter der Geschäftswelt, der Medien, der Menschenrechte und anderer Nicht-Regierungsgruppen.”
Diese so genannte “Beraterfirma hat sich einer neuen europäischen Denkfabrik angeschlossen, die Furore machen will: Der European ‘Council on Foreign Relations’ … agiert nicht zuletzt dank der großzügigen Finanzierung des Milliardärs und Mäzens George Soros.” (SZ, 2.10.2007, S. 1)
“Fischer, der aus seiner Distanz zu Russland kein Hehl macht und die Wirtschaftsverbindungen seines früheren Chefs, Altbundeskanzler Gerhard Schröder, offen kritisiert, wird mit dem neu gegründeten ‘Council’ demnächst eine Studie vorlegen, wonach Europa allen Grund zum Selbstbewusstsein habe … die EU sei Russland überlegen.” (SZ, 2.10.2007, S. 1)
“Zu dieser europäischen Einigkeit gehört für Fischer auch ein größeres Gewicht in der Nato, weshalb er die von Präsident Nicolas Sarkozy angekündigte Rückkehr Frankreichs in die Kommandostruktur des Bündnisses begrüßt. Der klaren Politik aus dem Elysee kann er viel abgewinnen.” (SZ, 2.10.2007, S. 1)
Jetzt ist auch klar, warum Fischer nicht in der Opposition mit der doch knapp bemessenen Abgeordnetendiät sitzt. Der Mann fühlt sich zu höherem berufen. Fischer hat nie die Sympathie von Schröder zu Russland, insbesondere zu Putin, geteilt. Polizistenverprügeler und Kriegstreiber Fischer stellt sich lieber, wissend oder unwissend, den Neocons zur Verfügung.
Fischer hat wohl erkannt, dass man als Politiker wohl doch nur eine Marionette der Mächtigen ist und will nun die nächste Stufe erklimmen: zur Obermarionette. Der Unterschied zur Marionette ist, allein der rechte Zeigefinger hängt nicht mehr an der Schnur. Vielleicht wird er ja als Nebenjob doch noch EU-Außenminister. So entschwindet der ehemalige Realo, der schon seit Jahren den Boden der Realität verlassen hat, in höhere Gefilde und bastelt an der EU als Weltmacht mit der Führunsspitze BRD in Kooperation mit den USA. Und Fischer will daran in gehobener Obermarionettenposition mitwirken. Vielleicht hat er sich deswegen ein Familienwappen zugelegt. Da ist mir Nobi Blüm, der als Pausenclown eine zweite Karriere anstrebt, wesentlich sympathischer.
Letztlich ist es erstaunlich, wie aus einem Straßenkämpfer, der in den Opel-Werken Mitkämpfer für eine Revolution rekrutieren wollte (und dafür nach einem halben Jahr gekündigt wurde) zu einem Steigbügelhalter der Geldelite mutierte.
Weiterführende Links:
Guter Artikel. Hat der Fischer echt ein Familienwappen? Welches denn? Grüner Pflasterstein auf blutrotem Grund? Für postpubertäre Kleinkriminelle muß Fischer doch ein Idol sein, zeigt er doch, wie man vom asozialen Bildungsproleten in die höchsten Führungsebenen von Bananenrepubliken gelangt, wenn man seinen Kopf nur ordentlich mit Vaseline einreibt.