“Wir sind eine Familie!” – Ein Interview mit Oliver Baglieri

Im Kulturbetrieb gibt’s immer wieder Konzepte, die des Berichtens wert sind. Und so habe ich mich mit Oliver Baglieri getroffen, Mastermind und Kopfhinhalter der äußerst agilen Edition PaperONE. Volly Tanner: Hallo, Oliver. Du bist ja der Chef des Independentverlages EDITION PAPERONE. Was unterscheidet Dein kleines Imperium von den anderen Verlagen

Bihu.JPGIm Kulturbetrieb gibt’s immer wieder Konzepte, die des Berichtens wert sind. Und so habe ich mich mit Oliver Baglieri getroffen, Mastermind und Kopfhinhalter der äußerst agilen Edition PaperONE.

Volly Tanner: Hallo, Oliver. Du bist ja der Chef des Independentverlages EDITION PAPERONE. Was unterscheidet Dein kleines Imperium von den anderen Verlagen im großen See, wie U-Books oder Wörtersee?
Olli: Um diese Frage beantworten zu können, müsste ich natürlich erst einmal wissen, wie andere Verlage konkret funktionieren. Sicherlich hatte ich bereits vor der Verlagsgründung, ich habe ja selbst einmal als Autor begonnen, die Möglichkeit, Einblicke in die Verlagswelt zu erhalten, da dies aber nun auch schon einige Zeit zurück liegt und diese Verlage ihre Konzepte umgestrickt, einige sogar schon dicht gemacht haben, fällt es eben schwer, uns selbst beweihräuchernd nach außen hin zu unterscheiden, auch, wenn es sicherlich gewaltige Unterschiede gibt. Einer dieser Unterschiede mag dabei möglicherweise sein, dass es uns in erster Linie darum geht, Autoren zu unterstützen, zu fördern und Bücher zu machen, die es sonst wahrscheinlich nicht geben würde. Hauptaugenmerk liegt also immer auf der Umsetzung von Ideen, des kreativen Schaffens, dem wir uns nicht, so wie andere Verlage es eben gerne machen, verschließen möchten.

Im Gegenteil. Es ist bewundernswert, wenn Menschen sich getrauen, mit Texten an die Öffentlichkeit zu gehen und sich dieser zu stellen. Dazu gehört viel Mut und ich glaube, wir haben es in den zwei Jahren tatsächlich geschafft, viele Autoren zu ermutigen, sich ihren Traum zu erfüllen, Bücher auf den Markt zu bringen. Es mag wohl daran liegen, dass ich selbst einmal diesen Traum hatte und weiß, dass er erfüllbar ist. Wichtig ist, dass die Menschen denken, agieren, irgendwas machen, sich selbst weiterentwickeln möchten. Und unser kleiner Verlag soll diesen Ansprüchen und auch Hoffnungen (und denkende, fühlende Menschen geben Grund für Hoffnung) gerecht werden. Weißt du, lieber Volly, ich habe einmal Marketing studiert und viele Dinge gelernt, die wichtig waren, um zu erkennen, dass es auch anders geht :-)

“Bei Büchern spielt der Bekanntheitsgrad eine große Rolle”

Volly Tanner: Gibt’s denn Hits in Deinem Programm?
Olli: Oh, mein Lieber, es wäre in meinen Augen sehr sehr gemein, würde ich Autoren oder Titel in Hierarchien packen oder gar bewerten. Zumindest dann, wenn deine Frage darauf abzielt, ob ich persönliche Highlights hätte. Für mich ist zunächst einmal jeder Autor in unserem Verlag ein Hit, weil dieser nämlich etwas schafft, was es vorher eben nicht gegeben hat. Und wie ich schon sagte, allein der Mut, sich der Öffentlichkeit zu stellen, verdient meine höchste Anerkennung. Vielleicht ist es ein wenig so, als würdest du eine Mama oder einen Papa fragen, ob sie oder er unter seinen eigenen Kindern Lieblinge hat. Ja, und alle Bücher, die bei uns erschienen sind, sind eben irgendwie auch meine Kinder. Und die liebe ich alle :-) .

Geht die Begrifflichkeit “Hit” allerdings in die Richtung, ob es eine Art interne Bestseller-Liste gibt, so darf ich diese Frage wohl ruhig beantworten, und dies vollkommen wertneutral, da beim Absatz von Büchern mannigfache Faktoren eine Rolle spielen, die nicht immer nur allein in Verlagshänden liegen. Ein Autor beispielsweise, der selbst aktiv ist, Lesungen und Medienauftritte organisiert und wahrnimmt, ist natürlich um eines deutlicher in der Fläche. Und somit eben auch seine Bücher. Hier spielt eben der Bekanntheitsgrad eine sehr große Rolle. Sicher haben einige Autoren in diesem Punkt bereits erhebliche Vorteile gegenüber anderen, einfach deshalb, da sie bereits als relativ bekannte Autoren zugestoßen sind, andere hingegen noch unbekannt sind. Dies aber ist für niemanden zum Nachteil. Im Gegenteil – ergibt sich doch so für unbekanntere Autoren die Chance über den Bekanntheitsgrad etwas größerer Namen selbst bekannter zu werden. Und auch hier ist der Vergleich zu einer Familie gar nicht so sehr weit hergeholt: Manchmal bedarf es eben des großen Bruders, um die Welt und das Leben zu erobern. Und eben so ein Familienbild möchte ich im Verlag auch aufrechterhalten. Aber wie gesagt, geht es um reine Absatzzahlen, muss ich an ersten Stellen Michael Schweßinger mit seinem Buch “In darkest Leipzig“, Mitra Devi und Bea Huwiler mit ihrem Titel “Der Spinner von Leipzig“, André Kudernatsch mit “Rache ist Blutwurst” und Constanze S. mit “Märchenland im Müll” erwähnen. Hits aber, Hits sind sie alle :-) .

Volly Tanner: Gibt’s Wünsche Deinerseits, wen Du gern in das Imperium mit aufnehmen würdest?
Olli: Also, wen ich nicht aufnehmen würde, weiß ich *g*. Marcel Reich-Ranicki und Dieter Bohlen beispielsweise hätten mit mir keine Freude. Aber in diese Situation, das herauszufinden, komme ich ja höchstwahrscheinlich nicht :-) . Natürlich gibt es Namen und Titel, welche ich supergerne im Sortiment hätte, weniger aber, weil ich wüsste, dass sie funktionieren, als dass ich sie schätze und der Meinung bin, sie würden sehr gut zu uns, und mit uns meine ich unserer kleine Autorenfamilie und mich, passen. Ganz menschlich. Diese Namen jedoch sind bereits mit anderen Verlagen verheiratet. Und abwerben möchte ich ja nun auch niemanden.

Dennoch, ein Kurt Mondaugen beispielsweise, yepp, den hätte ich sehr gerne. Immerhin gehört er ja bereits zur Revierköter-Gang, von denen die meisten auch bei mir ein Zuhause gefunden haben. Dann Kersten Flenter und Jan Off, die EXTRABREITen, die ja nun leider eine andere Heimat gefunden haben. Auch Nina Hagen und Udo Lindenberg, vielleicht die Leutchen von Grobschnitt, Frau Ex-Ideal Humpe, ach was wäre das schön :-) . Oder noch Stumpen & Co von Knorkator. Die hätte ich soooooooooooooooooo gerne.

Schenkst mir das zu Weihnachten? Bitte?

Volly Tanner: Gibt’s Zusammenarbeiten mit anderen Verlagen?
Olli: Indirekterweise natürlich schon, einfach, da man sich im Rahmen von Lesungen trifft oder bei der Organisation von Veranstaltungen miteinander redet. In puncto gemeinsamer Publikationen arbeiten wir sehr eng mit dem Frankfurter TSV-Verlag zusammen, über welchen Thomas Sabottka publiziert, der aber vertriebsmäßig bei uns angesiedelt ist. Ferner gibt es seit diesem Jahr gute und konstruktive Zusammenarbeiten mit dem Hochschulverein Leipzig (FHL e.V.), der, quasi als eine Art Subverlag, die eigene FHL-Taschenbuchreihe federführend und unter eigener Regie auf den Markt gebracht hat, wobei wir zwar als Verlag agieren, der FHL e.V. jedoch eigenständig als Herausgeber fungiert. Gerade was die Gründung von Unterlabels angeht, haben wir just in dieser Woche noch eine weitere Anfrage erhalten, worüber wir uns sehr freuen. Gerade diese Zweige würden wir auch sehr gerne ausbauen. Einfach, da es für Herausgeber, Vereine, kleinere Labels und Kulturorganisationen die Schaffung von Öffentlichkeitszugängen ermöglicht, ohne selbst jedoch einen eigenen Verlag gründen zu müssen.

Volly Tanner: Du sprichst gern von WIR – wer ist das denn genau?
Olli: Ich freue mich sehr, dass dir das auffällt, lieber Volly :-) . Warum ich so gerne von “wir” und “uns” spreche, liegt einfach an der Geschichte und der Entwicklung des Verlags, der ja bekanntlich aus dem ehemaligen Szeneshop “Your PaperZONE” hervorgegangen ist. Irgendwann gedieh die Idee, all den hier versammelten Autoren auch eine Verlagsplattform zu bieten, die schließlich umgesetzt wurde. Diese Idee aber war eben nicht nur meine, sondern wurde eben auch von vielen anderen gestützt und getragen. Auch wenn es momentan so aussieht, dass ich alleiniger Kopf des Verlages bin, so stecken hinter der Idee und der Konzeption zahlreiche andere Köpfe, ohne deren Hilfe, Zuarbeit, Rat und Mitarbeit dieser Verlag gar nicht funktionieren könnte. Seien es Veranstalternamen wie Hauke von Grimm, der FHL e.V. oder eben auch die Autoren selber, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite stehen und Ideen mittragen oder selber einbringen.

Ein hohe Transparenz, maximale Freiheit im Wirken und Agieren sowie die sich daraus entwickelnde Identifikation mit dem Verlag und der Eigendynamik der Autoren bieten immer die Möglichkeit, auf Bedürfnisse und Anregungen der Autoren einzugehen. Und so stehe ich zwar alleine im offiziellen Briefkopf, bin aber nie alleine in den Entscheidungen, die getroffen werden müssen.

“Glücklicherweise gibt es Strömungen, die sich auch einem tieferen Denken öffnen”

Volly Tanner: Als Verlagschef besiehst Du ja den hiesigen Buchmarkt von innen. Was denkst Du – wohin geht im Moment die Reise? Zum Mittelmaß – hat Qualität noch eine Chance?
Olli: Das leidige Problem unserer Unterhaltungs- und Spaßgesellschaft :-( . Nun ja… eine Frage, die sehr schwer zu beantworten ist, da ich ja selbstbekennend nicht das Maß aller Dinge bin, somit meinen eigenen subjektiven Vorstellungen über Qualität unterliege. Aber, und damit bin ich beim Kern des Problems, hat sich die Dichter- und Denkermentalität meines Erachtens in weiten Gefilden aus unseren Kulturkreisen verabschiedet, sich zumindest in weiten Breiten gegen eine Geiz-ist-geil und GZSZ-Kultur eingelöst. Nicht, dass dieses Denken keine Existenzberechtigung hat, es ist mir nur zu überpräsent. Unterhaltung ist gut und wichtig, ja, auch unsere Bücher sollen dazu beitragen, aber dies alleine kann und darf eben nicht der Anspruch einer Gesellschaft sein. Würde ich nun also den aktuellen Marktgesetzen folgen, müsste ich zwangsläufig billige Biografien von 20-jährigen und superschlechten Hipp-Schauspielern verlegen, die dann Titel wie “Mein Leben” usw. tragen. Mit ein wenig Recherche, vor allen Dingen bei den Privatsendern und ihren selbst produzierten Serien, wäre ich sicher bald fündig … und sicher bald reich. Glücklicherweise aber gibt es Strömungen, die sich auch einem tieferen Denken öffnen und dieses dankbar annehmen, langfristig schließlich auch streuen. Und manchmal auch lassen sich Qualität, Anspruch, vielleicht auch schwierige Themen (und damit beharre ich nicht darauf, dass Qualität immer super anspruchsvoll oder schwierig sein muss) und Unterhaltung miteinander verknüpfen. So beispielsweise Michael Schweßinger, der es mit seinen Büchern “In darkest Leipzig” und “Von Seemännern und anderen Gestrandeten” hervorragend geschafft hat, Menschen mit beängstigenden und kritischen Themen wie HARTZ IV, Alkoholismus und persönlicher Verwahrlosung zum Lachen zu bringen. Und dies, ohne sich über die beschriebenen Menschen lustig zu machen. Man lacht, weil man sich nicht vorstellen kann, dass es so etwas gibt.

Um deine Frage nun zu beantworten: Qualität hat immer eine Chance, solange es Menschen gibt, die ihr eine Chance einräumen. Und ich glaube, von denen gibt es noch viele. Man muss sie nur erreichen.

Volly Tanner: Und die literarische Szene Leipzigs? Was denkst Du, hat diese Stadt zu sagen – und vor allem ihre Intellektuellen?
Olli. Vorweg – ich mag diesen Begriff des Intellektuellentums nicht besonders. Impliziert dieser doch immer irgendwie eine Art Elite, bzw. ein Elitedenken, was andere Menschen auszuschließen sucht. Zumal ich viele selbst bezeichnete Intellektuelle kenne, die ihr halbes Leben damit zubringen, darüber zu diskutieren, ob das Wörtchen “man” nun frauenfeindlich ist oder nicht. Von daher wäre es mir lieb, ich dürfte lieber über Menschen reden, die ihrerseits sicherlich sehr sehr viel zu erzählen hätten. Was diese nun zu sagen haben? Sollten wir die Menschen dieser Stadt nicht lieber selber fragen? Wäre ja möglicherweise mal eine schöne Idee für ein neues Buch :-)

“Ich orientiere mich lieber an Freidenkern”

Volly Tanner: Genau, das wärs – hihihihi! Geht das schon wieder los??? Aber zurück zu meinen Fragen – Du selber kommst ja eher aus der dunklen Ecke, Deine Autoren sind jedoch in allen (außer den rechten) Subkulturen beheimatet. Wo verortest Du denn das Hauptstandbein, die Wurzel, die Halsschlagader des Verlages?
Olli: Sicherlich mag eine meiner Heimaten die eher dunkle Ecke sein, dennoch kann und mag ich mich nicht darauf reduzieren lassen, zumal es ja ohnehin kaum noch überschaubar ist, was und wen diese Gemeinde mittlerweile überhaupt beheimatet. Mittlerweile gibt es sogar Tendenzen innerhalb dieser Szene, die mit meinen Wurzeln nun überhaupt nichts mehr zu tun haben. Der Einzug rechter, bisweilen sogar extremistischer Gesinnungen in der Gruftiszene wäre vor einigen Jahren noch vollkommen undenkbar gewesen. Und so orientiere ich mich lieber an den Freidenkern, die in vielen Szenen beheimatet sein können. Glücklicherweise auch sind. Das eigene freie Denken, die Umsichtigkeit, das Reich an Gedanken und Gefühlen, die zum Ausdruck gebracht werden sollen, wollen und können, ermöglicht es uns eben, uns entgegen aller Marketinglehren nur auf eine Zielgruppe zu stürzen, was sich mittlerweile ja auch in unserem Sortiment und unseren Lesern abzeichnet. Aber natürlich mag und kann ich auch im Verlag meine Wurzeln nicht verstecken, so dass viele Publikationen aus der schwarzen Szene stammen und auch für diese interessant sind. Aber eben nicht nur für diese :-) .

Wenn es eine Halsschlagader gibt, so ist diese sicherlich das Maximum an Freiheit im Denken und Agieren. Ein Recht, welches ich auch meinen Autoren einräume, obgleich ich hier etwas vorsichtig geworden bin, nachdem ich tatsächlich ein Manuskript eines vermeintlichen Gruftis erhielt, der sich als hoher Repräsentant einer ultrarechten Partei erwies. Und solche Menschen sind bei mir falsch. Grundsätzlich, Freiheit hin oder her :-) .

Volly Tanner: Denkst Du das war ein bewusster Unterwanderungsversuch? Muss man mittlerweile so extrem vorsichtig sein?
Olli: Oha.. ich denke, man sollte in einer Demokratie immer vorsichtig sein. Auch wenn Freiheit immer auch die Freiheit des Anderen bedeutet, so sind es genau diese Gruppen und Menschen, welche über dieses Recht versuchen, anderen eben genau dieses Recht zu nehmen. Hatten wir ja alles schon einmal. Ob es nun ein bewusster Unterwanderungsversuch war? Bezogen auf unseren Verlag glaube und hoffe ich das nicht. Betrachtet man sich jedoch die Entwicklungen und Bemühungen extrem rechter Parteien und Organisationen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, und hier gibt es ja sogar bereits Initiativen für eigene Schülerzeitungen, Jugendeinrichtungen etc., so deute ich dies schon als Vorstoß, sich auch über eine eigene Art von Kultur mit Werten und Überzeugungen in die Köpfe potentieller Zielgruppen zu mogeln.

Der Weg über die eher unterschwellige Transportation von Gesinnungen mittels öffentlichkeitswirksamen Auftritten oder, in diesem Fall eben Publikationen ist möglicherweise noch gefährlicher, als der direkte und plumpe Weg, den man bislang eigentlich aus dieser Richtung gewohnt war. Von daher war dies wohl sicher ein Versuch, sich über einen direkten Kanal, eben über unseren Verlag, (noch) tiefer in dieser Szene zu integrieren, mit dem Ziel, politische Ideen zu platzieren. Bislang war dies in unserem Fall eben ein Einzelfall, aber er hat mich vorsichtiger und misstrauischer werden lassen.

“Wer uns missbrauchen möchte, ist schlicht und einfach falsch bei uns”

Volly Tanner: Gibt’s neben extrem rechten Positionen noch andere Kräfte, die Ihr bewusst ausschließt aus Eurem Verlag?
Olli: Im Grunde möchte ich es vermeiden, in irgendeiner Art und Weise als Zensor, gar als diktatorischer Verleger aufzutreten. Dennoch gibt es ja einige Verantwortlichkeiten, denen ich mich nicht verwehren kann oder möchte. So fühle ich mich in erster Linie unseren Lesern sowie unseren Autoren gegenüber in der Pflicht, was zur Folge hat, dass ich immer abwägen muss, was gut oder schlecht ist bzw. sein könnte. Ein schwarzes Schaf in der Gemeinde hätte möglicherweise zur Folge, dass alle anderen Autoren darunter zu leiden hätten. Und genau dieses ist es, was ich eben vermeiden möchte. Wenn ich also Manuskripte ablehne, dann eben, weil ich bzw. wir zu der Überzeugung gelangt sind, dass sie nicht gut für uns in der Gesamtheit wären. Dazu zählt eben alles, was sich direkt gegen den Menschen richtet, Würde verletzt oder diskriminiert. Wenn deine Frage auf politische Strömungen innerhalb des Verlags hindeuten sollte, einer Fahne oder einem Parteiprogramm haben wir uns nicht verpflichtet und werden dies auch in Zukunft nicht tun. Der Verlag ist weder Organ noch Fürsprecher politischer Programme oder Institutionen. Wenn wir einen sozialen Auftrag haben, auch wenn dieser inoffiziell ist, dann ist es der, einer Kultur schaffenden und -fördernden Plattform für Autoren gerecht zu werden. Und genau dies war und ist ja auch die Idee und das Bestreben all unserer Bemühungen. Wer uns missbrauchen möchte, ist schlicht und einfach falsch bei uns, ganz gleich aus welcher Richtung wer daher kommt.

Volly Tanner: PaperONE erscheint aber auch immer wieder als Veranstalter – zum Beispiel zur Buchmesse. Was gibt’s denn da zu vermelden für 2008?
Olli: Die kommende Buchmesse in Leipzig wird für uns in der Tat eine sehr spannende Angelegenheit werden. So werden wir bereits von Mittwoch an bis einschließlich Sonntag im Rahmen von “Leipzig liest” mit zahlreichen Autoren an vier verschiedenen Orten mit über 30 Lesungen zugegen sein. Dabei reicht das Repertoire von Erotik bis hin zu Krimilesungen. Besonderes Highlight stellen hierbei die beiden langen Lesenächte der Edition PaperONE dar, welche sowohl in der “Galerie im Heizhaus” wie auch im Kulturbundhaus stattfinden werden. Auch wenn wir dieses Jahr selbst noch ohne Stand auf der Messe vertreten sein werden, dies einfach aus Kostengründen, so doch denken wir, uns binnen der letzten zwei Jahre sehr schön, vor allen Dingen aber effektiv, im Leipziger Kulturleben etabliert zu haben, was wir nicht zuletzt solchen Aktivitäten sowie der Hilfe aller Beteiligten, wie eben dem Kunststoffklub oder der FHL, aber natürlich auch vielen anderen, zu verdanken haben.

Volly Tanner: Danke, Olli, für das interessante Gespräch & natürlich alles Gute fürs nächste Jahr – privat und geschäftlich!

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Pingback: Readers Edition » Warum sitzen in der Tourist Information nur solche Flachzangen?