Wird bald irgendeiner dieser übereifrig um unser aller Sicherheit besorgten Politiker vorschlagen, dass in Deutschland lebende Muslime künftig Armbinden mit einem großen grünen “M” darauf zu tragen haben? Oder – was auch noch eine Möglichkeit wäre: Dass muslimischen Neugeborenen gleich nach der Geburt ein RFID-Chip eingepflanzt wird, damit sie als Mensch per an zuvor an die nichtmuslimische Bevölkerung zu verteilende Scanner, sofort als Sicherheitsrisiko “Muslim” erkennbar sind. Die Armbinden könnten übrigens von Hartz-IV-lern in Heimarbeit genäht werden. Ohne zusätzliche Entlohnung. Was sich von selbst versteht…
Sprangen die Innenminister Niedersachsens und Bayerns auf die vom Schäuble-Ministerium in Auftrag gegebene Studie an?
Möglich ist in diesem unserem Lande offenbar so einiges. Das zeigten jedenfalls Innenminister von CDU und CSU. “Wir dürfen Leute, die gewaltbereit sind, auf keinen Fall dulden”, sagte beispielsweise Bayerns frisch “gebackener” Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der “Bild”-Zeitung. Und von seinem niedersächsischen Amtskollegen Uwe Schünemann (CDU) erhielt der Bayer Schützenhilfe aus Hannover: “Wer das nicht akzeptiert, muss das Land verlassen.” Die beiden Unionspolitiker sprangen mit ihren Äußerungen offenbar prompt auf die kurz vorher veröffentlichte Studie “Muslime in Deutschland” von Professor Wetzel an. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sicher schon darauf gewartet. Schließlich hatte das Bundesinnenministerium die Studie in Auftrag gegeben.
Schäubles Vorwort interpretiert die Studie einseitig
Aus der 515 Seiten umfassende Studie “Muslime in Deutschland” geht u.a. hervor, dass jeder vierte junge Anhänger des Islam zu Gewalt gegen Andersgläubige bereit sei. Es lassen sich darin allerdings ebenso Fakten und Zahlen finden, welche das widerlegen. Bei der von Wissenschaftlern der Universität Hamburg durchgeführten Untersuchung stimmte fast jeder zweite der befragten Muslime der These zu, Muslime dürften sich mit Gewalt verteidigen, wenn der Islam durch den Westen bedroht werde. Eine, wenn man es genauer betrachtet, eigentlich fast einleuchtende Antwort bzw. verständliche Reaktion auf Frage. Was allerdings kaum etwas über eine grundsätzliche Gewaltbereitschaft von Muslimen aussagen dürfte. Für Innenminister Schäuble war diese Aussage aber mit Sicherheit ein willkommener Anlass, um im Vorwort der Untersuchung schreiben zu können, die Studie komme “zu dem besorgniserregenden Ergebnis, dass Deutschland ein ernst zu nehmendes islamistisches Radikalisierungspotential entwickelt hat”. Aufkommende Kritik über Schäubles Äußerung, versuchte inzwischen ein Sprecher des Bundesinnenministers wieder etwas die Spitze zu nehmen, indem er versicherte, der Minister halte die Muslime in Deutschland insgesamt für friedlich und gut integriert.
Höhere Gewaltbereitschaft unter jungen Muslimen fraglich
Darüber, dass etwa 90 Prozent der Befragten der Auffassung zuneigten, dass z.B. Selbstmordattentate feige sein und der Sache des Islam schaden, drang dagegen auffallend wenig in die Öffentlichkeit. Auch wurde keineswegs erwähnt, dass ebenfalls 90 Prozent der für die Studie Befragten, ausdrücklich der Meinung waren, kein Muslim dürfe im Namen Allahs andere Menschen töten. Eine andere, bereits vorher veröffentlichte Studie (“Junge Muslime in Deutschland”) gibt ein ähnliches Bild wider. Professor Faruk Sen, der Direktor des Zentrums für Türkeistudien, belegte darin, dass junge Muslime zwar in der Regel religiöser geworden seien; sich jedoch aus dieser Tatsache keineswegs der Hang zu einer gestiegenen Gewaltbereitschaft oder gar eine Hinwendung zum Terror erkennen oder konstruieren ließe.
Bekir Alboga für einen behutsamen Umgang der Studie
In einer ersten Bewertung der vom Bundesinnenministerium herausgegebenen Studie durch den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) empfahl deren Sprecher, Bekir Alboga “einen behutsamen und nicht einseitigen Umgang mit den Ergebnissen dieser Studie”. Denn, so Alboga, die Einstellung von jungen Muslimen zu Demokratie und Rechtsstaat unterscheide sich nicht signifikant von Nichtmuslimen – dies sei eines der wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung.
Müssten nicht auch Nichtmuslime einen Gewaltverzicht unterschreiben?
Bekir Alboga verwies in seiner Kritik an Schäubles Satz von einem “ernstzunehmenden islamistischen Radikalisierungspotential” u.a. darauf, dass sich die Größe dieses Potentials nicht von der des nichtislamischen unterscheide.
Bedeutete das im Umkehrschluß nicht logischerweise, dass künftig auch Nichtmuslime – wie es die Landesinnenminister von Niedersachsen und Bayern, Schünemann und Herrmann, gestern bezüglich der Muslime ins Gespräch brachten – aufs Amt zitiert werden müssten, um dort einen “Gewaltverzicht” zu unterschreiben? In diesem Zusammenhang wäre es nebenbei bemerkt vielleicht einmal ganz interessant zu erforschen, was zum Beispiel an bayerischen Stammtischen so an Gewaltbereitschaft geäußert wird. Etwa in Reaktion auf das soeben vom Landtag verabschiedete strenge Nichtraucherschutzgesetz des Landes…
Politische Brandstifter
Wenn derartige “Sicherheits”-Ideen von hohen Verantwortungsträgern unseres Land, welche möglicherweise politisch nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, nicht so bitter ernst gemeint wären, könnte man schallend über sie lachen. Versuche jedoch bestimmte Gruppen von Mitbürgern unseres Landes – egal welchen Glaubens oder welcher Orientierung auch immer – unter Generalverdacht zu stellen und auf diese Weise abzustempeln, sind aber alles andere als zum Lachen, sondern erfüllen in gewisser Weise den Tatbestand Politische Brandstiftung. Denn für mehr Sicherheit sorgt – wer so handelt – ganz bestimmt nicht.
Was also folgt als Nächstes? Hoffentlich verfällt niemand auf die absurde Idee, demnächst eine Art von “Gessler-Hüten” auf den öffentlichen Plätzen des Landes aufzustellen, die Muslime dann zu grüßen hätten, um ihre Gewaltlosigkeit und Zustimmung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung aussagekräftig unter Beweis zu stellen. Bei Gruß-Verweigerung werden sie des Landes verwiesen…
endlich Dämmert es mal einem …
Dieser Artikel hier http://radio-utopie.de/archiv/inland.php?themenID=1392 nennt es beim Namen und konzentriert das Thema ein wenig …
Putin weiß schon was er tut, er hat die Zeichen erkannt und rüstet sich, denn damals waren es die Juden, heute sind es die Muslime und schon Morgen könnten es wieder die Russen sein … denn dort liegen viele Bodenschätze, die die freie westliche Welt ebenfalls benötigt … zu einem Fairen Preis, versteht sich !