Brauner Stern für Nazis

Gelegentlich meint man ja nicht nur, im Irrenhaus oder der DDR oder einem Irrenhaus in der DDR gelandet zu sein, nein, man ist ganz sicher, dass sich das, was rundherum geschieht, nur so erklären lässt.Das hier aber ist noch einen Zacken schärfer, noch ein Stück wahnwitziger als der normale Wahn

schorn.jpgGelegentlich meint man ja nicht nur, im Irrenhaus oder der DDR oder einem Irrenhaus in der DDR gelandet zu sein, nein, man ist ganz sicher, dass sich das, was rundherum geschieht, nur so erklären lässt.Das hier aber ist noch einen Zacken schärfer, noch ein Stück wahnwitziger als der normale Wahn der Talkshows, Politbühnen und Medienmurkelei. Die Hauptrolle spielt ein hier bei PPQ ob seiner martinitrockenen Drögheit gern gefeierter ostdeutscher Ministerpräsident namens Wolfgang Böhmer, der als bekennender Strickjackenträger freizeitgärtnert, nebenher aber auch immer wieder ungefragt Laiengutachten zu verfassungsrechtlichen Fragen über seinem Wahlvolk ausschüttet.

Jener Ministerpräsident, im Hauptberuf Gynäkologe, hat seit Jahr und Tag ein Problem mit dem rechtsextremen Image seines Landes und seiner Landeskinder. Vor einem Jahr erfand er darob die Kampagne “Hingucken“, die keinerlei Inhalt hatte, aber “sehr erfolgreich” (Böhmer) war, wie die nach einer veränderten Zählweise kräftig zurückgegangenen Zahlen der rechtsextremen Straftaten belegt.

Auf Dauer reicht das natürlich nicht. Und so zieht der Mürbeteig im Ministerpräsidentensessel die Zügel nun straffer.

Statt immer nur hinzugucken, wird besinnungslos reingehauen: Einem Schornsteinfeger soll jetzt der Kehrbezirk weggenommen werden, weil er für die rechtsextreme NPD in einem Kreistag sitzt.

Die gewundene und verfassungsrechtlich sicher nur mit Böhmerscher Logik nachvollziehbare Erklärung lautet, dass der Schornsteinfeger vom Staat ein Monopol für seinen Beruf bekommen habe, durch dass er sich “überall Zugang verschaffen” könne. “Kein Bürger kann sagen, ich lasse keinen Rechtsextremisten rein. Das darf nicht sein”, sagte Landes-Wirtschaftsminister Reiner Haseloff, der Mann, der eines nicht allzu fernen Tages in die ausgetretenen Hausschuhe des Wolfgang Böhmer schlüpfen soll.

Das Zeug dazu hat er, denn aus dem mittelalterlichen “Kehrmonopol” abzuleiten, dass ein “Schornsteinfeger ein ähnliches Treueverhältnis zum Staat wie ein Beamter” hat, dem “das Engagement als Rechtsextremist widerspreche”, ” muss einer schon das Demokratieverständnis Maos mit dem von Stalin inhaliert haben.

Hat Haseloff. Das Ende des Schornsteinfegers ist deshalb auch nur der Anfang einer Säuberungswelle, die nach dem Willen des Christdemokraten durchs Land rollen soll. “Das ist ein Präzedenzfall, wir halten das aber für zulässig”, brüstet sich Haseloff, ohne zu erklären, wer “wir” ist. Wir hier bei PPQ halten das nämlich keineswegs für zulässig, auch echte Verfassungsrechtler schütteln den Kopf über den Krieg gegen Rechts, der zum Krieg gegen einen Handwerksmeister wird und damit zur größten Werbekampagne, die die NPD in Sachsen-Anhalt je kostenlos geliefert bekam.

Denn wie es weitergeht, liegt auf der Hand

Auch jeder Tüv-Plakettenkleber erfüllt quasi hoheitliche Aufgaben, muss also demnächst erstmal durch den Gesinnungs-Tüv. Und auch Straßenbahnfahrer und Wachschutzmänner, Geldtransporterfahrer und Fahrradkuriere, Pförtner und Busfahrer, Heizungsmonteure, Elektriker und Tauchlehrer, ehrenamtliche Vereinsübungsleiter und Zahnärzte, Allgemeinmediziner und Diskotürsteher werden durchgecheckt und bekommen, wenn sie nicht bestehen, ihren Beruf verboten und einen braunen Stern an die Jacke genäht.

Dito die andere Fraktion: Der maoistische Straßenbahnfahrer, in Halle zufällig Vorsitzender der 4. Internationale, kriegt die Bahn weggenommen und einen roten Stern auf die Stirn, der linksradikale Kurier, der zu Billiglöhnen die Amtspost der Stadt ausfährt, muss sich etwas anderes suchen. Berufsverbot für alle, ist sicherer so.

Eine Vorstellung, an der das eigentlich Schreckliche der Gedanke ist, dass man sie dank durchgedrehter Knalltüten wie Böhmer und Haseloff für realitätsnah hält. Und dadurch in der Pflicht steht, einem kackbraunen Schornsteinfeger namens Lutz Battke, der nicht Mitglied der NPD ist, den man aber normalerweise trotzdem nicht einmal auf einer einsamen Insel kennen wollen würde, alles Gute zu wünschen. Danke, Herr Böhmer! Danke, Herr Haseloff!

Quelle: politplatschquatsch.blogspot.com

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