Rückblick auf schlimme Ausländer-Woche: “Bild”-Ton wird noch wüster/NPD und DVU sind im Bilde

- Der Überfall auf einen Rentner in München löst weitreichende Debatten aus. Photo: screenshot (via welt.de)
Nun rühren zwei Köche im Brei. Nach einem unsäglichen Interview, das der hessische Ministerpräsident Roland Koch der “Bild”-Zeitung gegeben hat, meldet sich heute ein zweiter Koch zu Wort. Vorname: Einar. Der schreibt als Kommentator des Boulevardblattes: “Derweil läuft die Debatte nach dem üblichen, sattsam bekannten Muster: Der allgemeinen Empörung und Betroffenheits-Rhetorik folgt auf dem Fuße die Warnung vor Ausländerfeindlichkeit und Überreaktion.”
Betroffenheits-Rhetorik gibt es bei “Bild” nicht. Dort wird in der heutigen Ausgabe der Ton noch wüster, Warnungen vor Ausländerfeindlichkeit sucht man vergeblich.
Die Redakteure G. Gomolka, B. Wittmann, S. Kiener und U. Reinhardt begeben sich dafür auf niedrigstes verbales Niveau: “Schläger Serkan A. (20), der sich bisher einen Dreck um Recht und Gesetz in Deutschland scherte, fürchtet seine Abschiebung in die Türkei!”
Gewürzt wird dieser Satz so: “Offenbar hofft Serkan A. auf die Milde der deutschen Justiz. Denn bisher hatte der 20-Jährige eine ´Richterin Gnädig´, die ihn bereits nach seinem ersten Überfall im Jahre 2005 wieder laufen ließ: Beate Hümmer (49), Richterin am Münchner Amtsgericht.”
Seit’ an Seit’ mit der DVU
Seit’ an Seit’ schreiten sie mit der rechtsradikalen DVU, die auf ihren Internet-Seiten ebenfalls Springer-Stiefel trägt: “Vor allem aber bin ich der Meinung, dass sich die Deutschen nicht in ihrer Freiheit einschränken lassen sollten. Nach dem jüngsten deutschfeindlichen Verbrechen in München ist uns wieder einmal ein Stück dieser Freiheit verloren gegangen. Allerorten rühren sich schon die Duckmäuser mit Standpunkten wie: Wer wird denn auch so ungeschickt sein, zwei junge Männer dieser Sorte zu bitten, ihre Zigaretten auszumachen.` Aber ist es nicht unser Land? Und wer fühlt sich noch frei auf dem Schulhof, im Stadtpark, in der U-Bahn, wenn bestimmte Alis, Mustafas und Mehmets sie zu No-Go-Areas verwandeln? Auch noch nach beinahe 60 Jahren Bundesrepublik sollten die Deutschen meiner Meinung nach bekennen: Wir wählen die Freiheit!”
Klar, ist das unser Land, haben der hessische Ministerpräsident Roland Koch und “Bild”-Redakteur Nikolaus Blome gestern schon geantwortet. Und aus deutschen Gefängnissen werden - wenn es nach ihnen geht - wieder Einrichtungen ohne “Verständnispädagogik” und ohne “regelmäßigen offenen Vollzug”. Wer ins Gefängnis muss, soll endlich wieder wissen, was er (getan) hat.
Wie schlimm soll es werden?
Offenbar schwebt bei der Gefängnisreform Roland Koch und Nikolaus Blome derart Schlimmes vor, dass für kriminelle Ausländer laut Kommentar von Einar Koch gelten soll: “Solche Typen müssen konsequent abgeurteilt und spätestens nach der zweiten Straftat ausgewiesen werden!”
Das sei auch im Sinne der “gesetzestreuen Ausländer”, versichert Einar Koch ohne jegliche “Betroffenheits-Rhetorik”.
Wie groß die geistige Verwirrung bei “Bild” und anderen inzwischen ist, zeigt auch die von der Boulevard-Zeitung veröffentlichte Statistik. Aus der erfährt man: “Insgesamt 7,3 Millionen Ausländer leben in Deutschland (Stand Ende 2006), das sind knapp neun Prozent der Gesamtbevölkerung. Von rund 65000 Gefängnisinsassen in Deutschland (März 2006) waren 22 Prozent Ausländer.”
Was denn nun? Findet doch nicht jeder kriminelle Ausländer in Deutschland eine milde Richterin oder einen milden Richter - gilt das nur für die ganz Brutalen?
Außerdem: Sind in der “Bild”-Statistik auch Ausländer in Abschiebehaft mitgezählt worden? Dazu hat der Verein “Hilfe für Menschen in Abschiebehaft” schon am 13. Juli 2005 festgestellt, dass allein in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren mehrere 100 Ausländer zu Unrecht festgehalten worden sind, weil Ausländerbehörden dem Innenministerium auf der Nase herumtanzen.
Die Schicksale, die auf den Seiten dieses Vereins geschildert werden, sind erschütternd. Aber das ist Betroffenheits-Rhetorik, die sich “Bild” energisch verbittet, wenn nach schlimmen Einzelfällen endlich “Klartext” geredet werden soll (Bildunterschrift zu Roland-Koch-Foto in der “Bild-Ausgabe” vom 28. Dezember 2007).
Der Brei, den “Bild” und die beiden Köche anrühren, stinkt zum Himmel. Der DVU und der NPD allerdings schmeckt’s. “Die Bürgerinitiative Ausländerstopp wird dieses Thema jetzt gezielt aufgreifen: Schützt die Münchner Bürger vor der spezifischen Gewalt durch Ausländer!”, heißt es auf den Internet-Seiten der Partei, die laut Bekundungen auch aus CDU-Kreisen verboten gehört.











otto
was soll´s,was ist falsch an der feststellung?
Schakal
Bei diesem Artikel stinkt wohl ehr die persönlich verquere Meinung des Journalisten zum Himmel!
Natürlich muss es in Deutschland auch möglich sein nach solchen Vorfällen Klartext zu reden. Natürlich muss man auch über die überproportional hoche Gewalt bei ausländischen Straftätern sprechen dürfen. Natürlich muss man auch über Konsequenzen aus solchen Vorfällen wie in München sprechen dürfen!
Doch leider scheint gerade bei den Journalisten hier die Umerziehung im Stiele der verqueren 68er Weltanschauung, den Blick auf die Realität in unserer heutigen bunten, multikrimminellen Gesellschaft zu trüben.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Besserung Herr Tjaden!
Heinz-Peter Tjaden
@Schakal
Ich habe eigentlich gar keine Lust, meine Zeit in einer Besserungsanstalt zu vergeuden :-)
Die 68er haben übrigens niemanden umerzogen. Die waren einfach unerzogen, einige sogar in Summerhill. Und Fragen haben die gestellt! Davon kann sich jeder “Bild”-Redakteur eine Scheibe abschneiden.
Ich beende meinen im Stile der verqueren 68er Weltanschauung verfassten Beitrag (Was für eine Weltanschauung hat eigentlich jemand, der jede Weltanschauung in Frage stellt? Ein Weltunanschauung?) mit einem Sponti-Spruch: “Manchmal wäre ich gern mein Teppich. Dann könnte ich liegen bleiben.”
Dieter Kiel
Es geht hier bei der rede von herrn Koch nicht nur um die angelegenheit in München
ich sende euch mal eine e-mail mit bildern.
dann können wir noch mal über Kriminelle Ausländer reden
MFG
d.Kiel
Demokrat
Ich sage nur Koch entlassen,Bildzeitung verbieten! Es kann nicht sein, das ein Politiker seine Meinung sagen darf und Eva Hermann nicht
Wahnsinn Deutschland » Blog Archive » Axel Springerstiefel für Hessens Flop-Koch (CVU)
[…] Heinz-Peter Tjaden hat in der Readers Edition (RE) BILD- und DVU-Geblubber mit Roland verkocht. Wie sagte der doch im BILD-Interview? “Der Staat wiederum muss klare Signale setzen. Verurteilte Täter zwischen 18 und 21 Jahren dürfen nicht vor allem mit Verständnispädagogik behandelt werden und regelmäßig offenen Vollzug bekommen. Sie machen sich hinterher noch über ihre Übernachtungen im „Staatshotel“ lustig. Gefängnis muss man spüren, wenn es eine Wirkung haben soll.” […]
Marco
@Tjaden
Sie scheinen um einiges älter zu sein als ich, aber sie benehmen sich so pubertär, dass ich ich mir zumindest die Frage stelle, ob sie wirklich ernstzunehmen sind.
Schon wer sich noch wie 20 an irgendwelchem 68er-Zeug aufgeilt und dann sich nicht mal entblödet, einen unreifen Sponti-Spruch zu bringen, da wird’s mir um ihre mentale Gesundheit Angst und Bange. Ehrlich. Ich bin nämlich so ein total mitfühlender Mensch und so.
Wie sie hier in bester “Stürmer”-Manier sachliche Kritik und Analyse der erhöhten Kriminalitätsrate und Gewaltbereitschaft in der Gruppe der Migranten in die rechtsextreme Ecke stellen, ist einfach nur noch keiner Silbe mehr wert. Zum Glück fehlt ihnen jedoch der letzte Tick professioneller Hetzkompetenz, was wohl auch der Grund ist, warum die Öffentlichkeit von Ihnen bisher noch keinerlei Kenntnis genommen hat. Und glauben Sie mir, Sie werden auch ganz schnell wieder von der Bildfäche und aus den Köpfen verschwunden sein. ;-)
Und noch ein Wort zu 68:
Sie fragten in einem Kommentar weiter oben “Was für eine Weltanschauung hat eigentlich jemand, der jede Weltanschauung in Frage stellt? Ein Weltunanschauung?”
Haben Sie 68 geschlafen? Ich habe 68 nicht persönlich erlebt, aber wenn ich linke Studenten auf Fotos mit Mao-Bilder und Videoaufzeichnungen “Ho-Ho-Ho-Chi-Mihn” rufen höre und mir linke Publikationen von damals durchlese, dann kann ich wohl mit Sicherheit davon ausgehen, dass die 68er nicht “jede Weltanschauung in Frage stellten”, sondern bei totalitären, linken Ideologien ‘n feuchte Hose bekamen.
Gerd Willke
Bitte Lesen und versuchen zu verstehen
Enrico200
Herr Tjaden,
sollte es nicht die Aufgabe von Journalisten sein wertfrei und unvoreingenommen über Vorkommnisse und Ereignisse zu berichten, so dass der Leser sich ein eigenes Bild von den Dingen machen kann.?
Ich habe selten einen solch tendenziösen Beitrag gelesen. Vielleicht sollten sie sich einen anderen Beruf suchen indem sie dann ordentlich Propaganda betreiben können. Die Zeiten wo anständige Bürger auf solche billigen Stimmungsmacher hereinfielen sind gottseidank vorbei. Das ist meine persönliche Meinung zu ihrem Artikel.
MFG
Enrico P.