Ein Leben ohne Internet? Für viele unvorstellbar. Gerade deshalb ist es notwendig, dass wir auch weiterhin kritisch bleiben. Ein Zwischenruf.
Ständig präsent, jedem bekannt – und doch nicht überschaubar. Nichts verändert sich derzeit so rasant wie das Internet. Uns wird sogar eingeredet, in einem neuen Zeitalter des world wide web zu leben. Das Web 2.0, Synonym für das interaktive Netz, in dem jedermann einfach und anonym seine Meinung vertreten kann. Eins, in dem jeder sein Wissen weitergeben und sich immer auf dem Laufenden des Zeitgeschehens halten kann. Dieses Web 2.0 wird nur zu gern als das Medium der Zukunft gefeiert. Im Jetzt bleibt noch Zeit für Bedenken.
Die Vorteile des Web 2.0 sind zugleich seine Problemstellen
Es ist unbestritten, dass das moderne Internet völlig neuartige Möglichkeiten bietet. Ob Video- oder Fotoportal, ob Blog, Lexikon oder stetig aktuelle Nachrichten. Scheinbar überall kann man seinen Horizont erweitern und sich oder andere belehren. Nirgends, so wirkt es, kann man sich sonst derart schnell und differenziert zu jedwedem Thema informieren. Doch gerade hier liegt die Gefahr des Web 2.0.
Das Internet verleitet zur Gemütlichkeit und damit zur Unachtsamkeit. Soll heutzutage ein Schüler recherchieren, läuft er nicht mehr in die nächstgelegene Bibliothek, um sich dort in mühsamer Kleinarbeit Daten und Fakten zusammen zu sammeln. Stattdessen wird das world wide web bemüht. Auch wenn allseits bekannt ist, dass nicht alles stimmt, was im Internet steht: Wer macht sich schon immer die Arbeit, seine gerade erst gefundenen Informationen zunächst einmal wieder in Frage zu stellen? Und selbst wenn man sie überprüfen wollte: Auf wen kann man sich schon immer verlassen im ständig wandelbaren Internet, dem zweifellos anfälligsten Medium für die Copy & Paste – Funktion?
Das Netz muss geschützt werden
In der Folge entstehen Skandale wie zum Beispiel der um Marc Rich im Jahr 2005, als nach einer Falschinformation im Internet auch in Zeitungen abgedruckt wurde, der Rohstoffhändler sei wegen groben Steuervergehen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Theoretisch ist also eine organisierte Verbreitung unkorrekter Daten möglich, die nicht nur Internetbenutzer verwirren und verunsichern würde. Ergeben würde sich dadurch eine völlig neuartige Form der Kriminalität, die möglicherweise besonders für Terroristen interessant werden könnte.
Die Politik darf sich aus dieser Angelegenheit deshalb nicht gänzlich heraushalten. Wenn man sich Gedanken zur Online-Durchsuchung macht, sollte man auch einmal allgemein über die Entwicklung des Internets sprechen. Zum Beispiel könnte sich die Einführung eines speziellen Organs zur Internetkontrolle und -Überwachung als sinnvoll erweisen, damit das Web 2.0 auch für die Zukunft gefestigt ist.
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medienpädagoisch könnte auch vermutet werden, dass erst das internet schafft, was das fernsehen nicht erreichen konnte. fernsehen konnte bloss unterhalten. internet diszipliniert! frei nach: bruno hugentobler, pädagogische hochschule zürich:
http://tv.rebell.tv/p2538.html