Kinder an die Macht und mit Schnuller an die Wahlurne!

“Kinder an die Macht, wir werden in Grund und Boden gelacht” muss nun nur noch Herbert Grönemeyer als Bundeskanzler kandidieren und wir ziehen fröhlich ein ins Spielzeugland mit etwas Anarchie vor dem Frühstück und zweimal in der Woche Zähne putzen. An den Grenzen des Schengener Raums lassen wir Schilder aufhängen:

copia.jpgKinder an die Macht, wir werden in Grund und Boden gelacht” muss nun nur noch Herbert Grönemeyer als Bundeskanzler kandidieren und wir ziehen fröhlich ein ins Spielzeugland mit etwas Anarchie vor dem Frühstück und zweimal in der Woche Zähne putzen. An den Grenzen des Schengener Raums lassen wir Schilder aufhängen: “Deutschland macht Ferien. Schauen Sie ruhig mal vorbei!”

Lieb haben wir aber nicht nur Herbert Grönemeyer, während Guildo uns lieb hat, ans Herz gewachsen ist uns auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Markus Löning. Der hat bei einem Gespräch mit der “Berliner Zeitung” erst einmal etwas Trauriges gesagt: “Kinder haben keine Stimme in der Politik.” Das sei ungerecht und müsse deshalb geändert werden.

Wahlrecht für Kinder

Grundrechte für Kinder in die Verfassung schreiben, kommt für Markus Löning gar nicht in Frage, sein Markus-Evangelium verkündet eine noch viel frohere Botschaft: “Das Wahlrecht für Kinder muss eingeführt werden.”

Nun sollen sich die Kleinen nicht etwa an der Kasse endlich entscheiden für das Überraschungsei oder für Kaugummi, mit dem Teddybär unter dem Arm sollen sie mitentscheiden, wer dieses Land regiert. Und zwar schlagartig: “Mit einem Kinderwahlrecht von Geburt an”

Nun kommt es schon einmal vor, dass sich Kinder um dies oder jenes prügeln, bis die Eltern dazwischen gehen, aber diese Zankerei zwischen der vierjährigen Lena und dem sechsjährigen Leon wäre neu: “Du wählst die FDP oder ich finde dich nur noch doof” – ist aber endlich Wahlkampf, wie ihn Roland Koch als hessischer Ministerpräsident gerade anzettelt.

Vor dem geistigen Auge entsteht schon so manches Wahlplakat. “Die CDU will Euch mit Nintendo abspeisen. Die SPD schenkt Euch Playstation 2.” “Ihr mögtEURe Eltern nicht mehr? Wir suchen für Euch neue. CDU.” “Mehr Gerechtigkeit in Kinderzimmern. Taschengeld verdoppeln. Die Linke.”

Auf Inlinern, City-Bikes und mit Tretrollern stürmen Kinder die Wahllokale, in der Wahlkabine gibt es Süßigkeiten und Hamburger

Tritt vor das Schienbein

Stopp. Alles wieder zurück. Markus Löning fordert kein gleiches Wahlrecht für Kinder, sondern ein treuhänderisches Wahlrecht. Die Kreuze machen sollen die Eltern. 13 Millionen Kinder werden also daneben stehen, wenn Vati oder Mutti für sie abstimmen. Bei falscher Stimmabgabe gibt es einen Tritt vor das Schienbein.

Wahlanfechtungen allerdings sind nur mit Schnuller im Mund zulässig

Kommentare

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  1. Ein treuhänderisches Kinderwahlrecht ist gar nicht so verkehrt. Damit würden dann endlich mal die Familie mehr Stimmrecht im wahrsten Sinne des Wortes erhalten und die Politik vielleicht endlich mal ein bisschen Kinder- und Familienfreundlicher. Keine Ahnung, warum man dazu so einen bissigen Kommentar schreiben muss.