Der Suhrkamp-Verlag startet im März eine Reihe mit Schlüsseltexten der wichtigsten 68er-Autoren. Publizistische Begleiterin ist die “Frankfurter Rundschau” (FR). Das haben Suhrkamp und “FR” bereits am 5. Oktober 2007 mitgeteilt. Auch gemeinsame Veranstaltungen in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München sollen auf dem Programm stehen.
“In den 60ern wurden die Röcke kürzer und kürzer und kürzer. Und dann kam der Mini. Der ‘billige Fummel aus Chelsea’ war mehr als ein Modetrend. Er wurde auf der Straße geboren, stand für Sex, für Unabhängigkeit und wurde zur Waffe der jungen Generation”, stellte auch der “Stern” schon viele Informationen zu diesem “Umbruchjahr” (OT Suhrkamp) ins Netz und hievte eine achtteilige Serie in die Printausgabe. Aber: Der Minirock als Waffe? War der dafür nicht viel zu kurz?
1968 – diese Jahreszahl hat immer noch eine besondere Anziehungs-, aber auch Ablehnungskraft. Einige benutzen es als Schimpfwort, manche haben Angst vor einer Wiederholung und wieder andere schwelgen in Erinnerungen mit vielen bunten Farben und verrückten Erinnerungen.
Musik muss laut sein
Junge Leute drehten damals die Musik der “Beatles” besonders laut, nicht nur, weil sie Musik mochten, wenn sie laut war, sondern auch wegen der wütenden Reaktionen der Erwachsenenwelt, die sie in ihre Einzelteile zerlegen wollten, um eine andere Welt aufzubauen.
“So lange ihrEURe Füße unter unseren Tisch”, wurde hohnverlacht, allen über 30 wurde nicht mehr getraut, verkündeten Plakate mit Marx-Kopf in Jugendzimmern, Ade-genauer wollte die Jugend wissen, wo jene Generationen gewesen waren, die mit Konrad Adenauer als Bundeskanzler auch 1957 “keine Experimente” wollten und sich 1963 den Wirtschaftswunderminister Ludwig Erhard als Vorreiter in eine immer goldenere wirtschaftliche Zukunft auserkoren hatten – wo waren diese Generationen, als Hitler Juden vergasen ließ?
Hitler vom Himmel gefallen?
Bis dahin überwog der Eindruck, der durchgeknallte Österreicher sei irgendwie vom politischen Himmel gefallen und auf ebenso geheimnisvolle Weise wieder verschwunden. Schwamm drüber – und die Trümmer verschwinden lassen!
“Mit uns nicht”, lautete die Antwort junger Leute, die sich in kleinen Zirkeln mit den Werken von Karl Marx beschäftigten oder sich in ebenso kleinen Zirkeln eine anarchistische Zukunft erträumten, die religiöse Gruppen bildeten und sich von jeder Religion herauspickten, was ihnen gut zu sein schien, oder die in einer Drogenwelt nach Bewusstseinserweiterung strebten, auf deutschem Boden wollten sie keine Bahnsteigkarte mehr lösen müssen, bevor die Zeit reif war für eine Revolution.
“Warte nicht auf bessere Zeiten”, lautete das Motto dieser jungen Leute, und ihr Fragenkatalog wurde immer länger. Was geschah eigentlich in Kinderheimen, was in so genannten “Irrenanstalten”, in den Schulen und an den Universitäten, was geschah in den Betrieben? Die Antworten führten immer in die gleiche Richtung: “Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren.”
Fortsetzung folgt…
68er-Verherrlichung? Langweilig.